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Madagaskar: Gesundheitsversorgung für Gefangene und Weiterführung bestehender Projekte
Seit mehr als zehn Jahren ist Médecins du Monde in Madagaskar aktiv. Dieses Jahr startet MDM in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium ein Projekt zur Verbesserung der Gesundheitslage von Häftlingen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der medizinischen Versorgung inhaftierter Frauen und Minderjähriger.

Katastrophale Haftbedingungen

Überbelegung, Vergewaltigung, Unter- und Mangelernährung – das ist das Los madegassischer Gefangener. Darüber hinaus gibt es in den Gefängnissen für alle Inhaftierten oftmals nur einen Wasserzugang, keine Duschen und viel zu wenige Toiletten. Vorhandene sanitäre Anlagen sind meist in sehr schlechtem Zustand.
Diese Haftumstände verursachen gravierende Gesundheitsprobleme, vor allem Durchfall-, Haut- und Atemwegserkrankungen. Die medikamentöse Versorgung ist völlig unzureichend.
MDM startet deshalb in den Gefängnissen von Antsiranana und Ambanja, im Norden Madagaskars, eine Initiative, die vor allem auf die Hilfe für Frauen und Minderjährige ausgerichtet ist.
Diese Gruppen leiden unter noch schlimmeren Haftbedingungen. Da die Häftlinge nicht nach Alter oder Geschlecht getrennt untergebracht sind, werden Minderjährige und Frauen häufig Opfer sexuellen Missbrauchs und sind generell den Übergriffen anderer Inhaftierter schutzlos ausgeliefert.

Arbeit an der Verbesserung der Haftzustände

Vier Bereiche werden durch das Projekt abgedeckt:
* Die medizinische Hilfe:  Ziel ist die Wiederherstellung der medizinischen Versorgung für alle Insassen, Informationsveranstaltungen sollen für die Gefahren durch ansteckende Krankheiten (Diarrhöe, Malaria, HIV/AIDS) sensibilisieren und so der Vorbeugung dienen.
* Der sanitäre Bereich: Hier stehen der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen sowie Hygieneschulungen im Vordergrund.
* Rehabilitation: Das Rehabilitationsprogramm richtet sich vor allem an weibliche und minderjährige Häftlinge.
* Ernährung: MDM versorgt die Gefangenen mit Nahrungsmitteln und behebt somit die Ursache für die vorherrschenden Mangelerkrankungen.

Parallel zu diesem neuen Projekt laufen andere Programme natürlich weiter:

Kampf gegen HIV/AIDS

Nach der AIDS-Epidemie im letzten Jahr breitet sich die Krankheit weiter aus. Bereits im Jahre 2015 könnten bis zu 15 % der Bevölkerung betroffen sein. In der Vergangenheit engagierte sich Médecins du Monde hier durch zwei Programme: ein Projekt in Antananarivo und Tuléar und ein weiteres in Llakaka, beide in enger Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen.
Aktuell unterstützt Médecins du Monde die madegassische Nicht-Regierungs-Organisation SISAL, die zwei von Médecins du Monde aufgebaute Ambulanzen  übernehmen konnte. Die beiden Zentren bieten allgemeinmedizinische Sprechstunden, HIV-Untersuchungen sowie Informations- und Schulungsangebote an.
Im Jahr 2005 eröffnete SISAL in Antananarivo ein so genanntes „Foyer de vie“, eine Anlaufstelle für HIV-Infizierte, in der die Betroffenen psychologisch und medizinisch versorgt werden.
In Llakaka errichtet Médecins du Monde ein Basisgesundheitszentrum. Es bietet Einrichtungen zur Krankheitsvorsorge, Diagnose und Pflege von HIV-Infizierten. Im Rahmen dieser Projekte erhalten lokale Partner die Möglichkeit, sich Spezialkenntnisse zur Behandlung von HIV/AIDS-Infektionen anzueignen.

Operation Sourire: Drei chirurgische Programme für Kinder

Das Projekt  „Action Enfance“ eröffnet madegassischen Kindern seit 1994 die Möglichkeit, von Herzspezialisten behandelt zu werden. In diesem Jahr wurden noch zwei weitere Programme initiiert:
Seit 15 Jahren operieren Chirurgen von Ärzte der Welt im Rahmen der „Opération Sourire" weltweit Kinder mit schweren körperlichen Fehlbildungen. In diesem Jahr waren die Ärzte vom 30. Juni bis 7. August in Madagaskar. Ein weiterer Einsatz ist für Oktober geplant. In Antananarivo wird, ebenfalls für die Dauer von zwei Monaten, ein neues Chirurgieprogramm gestartet. Dabei werden Kinder behandelt, die an seltenen Magen- und Darmerkrankungen leiden.




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