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9. August Tag der Urvölker: Die Punan – ein gefährdetes Volk von Jägern und Sammlern
Das Gebiet der Insel Borneo teilen sich drei Staaten: Malaysia, das Sultanat von Brunei und Indonesien. Der Name Punan bezeichnet die ca. 8600 Angehörigen der Volksgruppe, die als Nachfahren der Nomaden aus dem Landesinneren Borneos zur nicht sesshaften Bevölkerung gehören. Unter diesen Begriff fallen zahlreiche verschiedene Gruppen, darunter auch die Punan Tubu (benannt nach dem Fluss, an dem sie siedeln). Die indonesische Regierung sieht die Lebensweise der Punan im Wald als primitiv an und versucht die Punan Tubu seit mittlerweile fast 30 Jahren dazu zu bringen, sich in Malinan, der nächstgelegenen Stadt, niederzulassen.

Eine Gruppe französischer Forscher des IDR (Institut für Entwicklungsforschung) hat über einen Zeitraum von drei Jahren eine Studie durchgeführt, die zeigt, welchen Einfluss die Sesshaftigkeit auf die Gesundheit und Ernährung der Punan hat: Der Wechsel von der nomadischen zur sesshaften Lebensweise setzt die Menschen bisher unbekannten Krankheiten wie Malaria oder Infektionen aus, gegen die ihre traditionelle Medizin wirkungslos ist.

Die im Urwald verbliebenen Punan sind auf Grund der Abgeschiedenheit der Dörfer und Lagerplätze entlang des Flusses komplett von der medizinischen Versorgung abgeschnitten. Die Gegebenheiten (Stromschnellen, Gebirge) machen Krankentransporte nahezu unmöglich.

Leben im Wald – Extrem hohe Kindersterblichkeit

Die Sterblichkeitsrate ist vor allem unter den ganz Jungen und den Alten sehr hoch, die geschätzte Kindersterblichkeitsrate gehört zu den höchsten der Welt: 25 % der Kinder erreichen nicht einmal das Alter von fünf Jahren.
So hat unser Arzt vor Ort beispielsweise bei einer Visite eine 28-jährge Punan-Frau kennen gelernt, die zwölf Kinder zur Welt gebracht hat, von denen jedoch lediglich fünf überlebt haben. Ähnliches gilt für ältere Menschen – in seinen mehr als 300 Sprechstunden hat der Arzt nur zehn Punan über 65 Jahren behandelt.

Fast alle schwangeren Frauen und die Kinder leiden an chronischer Anämie, zudem sind Atemwegserkrankungen weit verbreitet. Auch wegen der großen Zahl an Malariaerkrankungen muss die medizinische Versorgung dringend ausgebaut werden.

Médecins du Monde startet deshalb ein Programm mit dem Ziel, die Kindersterblichkeit sowie infektiöse Krankheiten einzudämmen.
In Kooperation mit lokalen Partnern werden „mobile Kliniken“ eingerichtet, so dass  ein Arzt und ein Krankenpfleger zumindest dreimal im Jahr auch in den entferntesten Dörfern Sprechstunden anbieten können.
Parallel dazu bilden unsere Teams Gesundheitspromotoren aus den Reihen der Punan aus. Die Schulungen beziehen sich insbesondere auf Hygiene und die häufigsten lebensbedrohlichen Erkrankungen. Eine Unterweisung  in die Grundlagen der Ersten Hilfe gehört ebenfalls dazu.
In einem zweiten Schritt werden von den MDM-Teams Hebammen ausgebildet, die danach Schwangere medizinisch betreuen und Entbindungen begleiten können.




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