Openmed - Medizinische Hilfen - anonym und kostenfrei.
Aktion Lächeln
Neue Broschüre
Unsichtbare Welten
Tätigkeitsbericht 2007
Tätigkeitsbericht 2007
Vergessene Krisen
Arte Fernsehspot
Libanon: Hilfe für inhaftierte Migranten
Als Reaktion auf die untragbaren Haftbedingungen startet Médecins du Monde auch im Libanon ein Projekt zur Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Behandlung und Betreuung.

Die Situation von Migranten im Zentralgefängnis in Roumieh

Gefängnisse im Libanon sind oft bis zu 200 % überbelegt. Auf Grund der aktuellen Rechtslage, die Haftstrafen für illegale Migranten vorsieht, stellt diese Bevölkerungsgruppe derzeit mehr als ein Drittel aller Gefängnisinsassen.
Die illegalen Einwanderer, die aus dem benachbarten Syrien, aus Afrika, vom Indischen Subkontinent oder aus Südostasien stammen, werden als billige Arbeitskräfte vor allem in Haushalten, in der Gastronomie oder auf dem Bau eingesetzt. Oft sind es Männer und Frauen, die vor Krieg oder diktatorischen Regimen geflüchtet sind – insbesondere aus dem Sudan, Somalia oder noch bis vor kurzem aus dem Irak.

Da die Verantwortlichen im Libanon die Genfer Flüchtlingskonvention aus dem Jahre 1951 nicht unterzeichnet haben, werden Flüchtlinge, Asylsuchende und illegale Migranten kriminalisiert.
Migranten werden regelmäßig für mehrere Monate inhaftiert, während sie auf ihre Verlegung in das allgemeine Sicherheitsauffanglager warten – die letzte Stufe, bevor sie entweder freigelassen oder in ihre Herkunftsländer ausgewiesen werden.
Diese Internierung verstößt zwar gegen die Gesetzeslage, jedoch haben Emigranten, die oft völlig mittellos sind, meist nicht die Möglichkeit, den nötigen Rechtsbeistand zu erhalten.

Das Zentralgefängnis in Roumieh, in der Nähe von Beirut, nimmt  im Durchschnitt 4.000 bis 5.000 Gefangene auf, obwohl die Kapazität theoretisch nur für 2.000 Personen ausgelegt ist. In dieser Strafanstalt werden auch mehr als 70 % aller im Libanon inhaftierten Migranten untergebracht.
Die medizinische und psychologische Lage ist für die Menschen extrem belastend. Zusätzlich zu Überbelegung, psychischer Isolation und Diskriminierung fördert der Mangel an Information bei den Gefangenen tiefe Verzweiflung.
Eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung, mangelhafte Ernährung sowie schlechte hygienische Zustände machen die Gefangenen noch anfälliger für Krankheiten.

Zugang zu medizinischer Behandlung gewährleisten

Im Zentralgefängnis von Roumieh, untersucht MDM jeden neu eintreffenden Migranten. Die Teams bieten Informations- und Schulungsveranstaltungen, sowohl für Insassen als auch für medizinische Pflegekräfte und Vollzugsbeamte an. Darüber hinaus unterstützt MDM die Gefängnisleitung bei der Eindämmung von AIDS und Tuberkulose.
Lokale Nicht-Regierungs-Organisationen werden eingeschaltet, um die weitere soziale und rechtliche Betreuung der Migranten zu übernehmen.

Damit die nötige Akzeptanz sichergestellt ist, werden all diese Aktivitäten in Zusammenarbeit mit der staatlichen Gefängnisleitung durchgeführt.
Um das Projekt fortsetzen und ausweiten zu können, arbeitet MdM eng mit Organisationen innerhalb der Gefängnisse und lokalen Organisationen wie Caritas-Migrants und AJEM (Association for Justice and Mercy) zusammen.




Impressum