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Pakistan – die Wartezeit bis zur Rückkehr überbrücken |
Schon
einige Tage nach dem verheerenden Erdbeben in
Pakistan war Ärzte
der Welt in Islamabad, Mansehra, Thakot und Bakalot mit
medizinischen Teams tätig. Mit dem Ziel, die Menschen den
Winter
hindurch zu betreuen, liegen hier auch weiterhin die Schwerpunkte der
Arbeit.
Thakot:
In
Thakot richtete Ärzte
der Welt sechs Zelte ein. Zwei Zelte
zum
Schlafen, eines für die Küche und
Ausrüstung, ein Zelt
für die Behandlung der Frauen, eines für die
Männer und
eines für die Medikamente.
Aus
Thakot berichtet eine Hebamme: Die ersten Tage waren lang, wir
begannen um 8 Uhr und beendeten die Arbeit um 19.00 Uhr. Dabei trafen
wir auf Menschen, die nicht einmal zu
minimaler Pflege und Behandlung Zugang hatten. Zusätzlich gab
es
die Angst vor der westlichen Medizin, die zu unnötigen
Komplikationen
führte. Ein Neugeborenes, erst einige Stunden alt, wurde mit
einer
blutenden Kopfwunde ins Camp gebracht. Die Eltern hatte eine Beule, die
durch die lange Geburt verursacht war, und sich eigentlich problemlos
zurückbildet , mit einem Messer aufgeschnitten. Das Baby
konnte
gerettet werden.
Islamabad
Das
Flüchtlingscamp H11 beherbergt fast 11.000 Personen aus
Kaschmir, die auf ihre Rückkehr warten. Wöchentlich
kommen
neue Menschen in der Zeltstadt an, deren Herkunft schwer festzustellen
ist.
Allen
bietet Ärzte
der Welt eine ärztliche
Grundversorgung,
Beratung und auch gynäkologische Behandlung an. Im Camp
arbeiten
ein Arzt, eine Krankenschwester und eine Hebamme aus Frankreich. Die
Zahl der Behandlungen nimmt beständig zu.
In
Zusammenarbeit mit UNICEF läuft zusätzlich eine
Impfaktion.
Ein
wichtiges Projekt ist die Ausbildung von medizinischen
GesundheitshelferInnen. Diese sind in der Umgebung des Camps in
Islamabad aktiv und überweisen ernstere Fälle an die
Ambulanz
im Camp. Deutlich mehr PatientInnen nehmen auf Anraten der BeraterInnen
das Angebot von Ärzte
der Welt wahr. Für die Zukunft
ist
dies
eine viel versprechende Entwicklungen.
Jabba
Im
Jabba Camp wohnen fast 4000 Menschen, 19% davon
sind unter 5 Jahre alt. Wöchentlich werden in der
eingerichteten
Ambulanz ca. 300 Patienten behandelt, darunter ein viertel
Einheimischer, die außerhalb des Camps wohnen. Im Januar war
eine
zunehmende Zahl von Lungenkrankheiten zu identifizieren. Insgesamt
konnte der kontinuierliche Einsatz von Ärzte der Welt
jedoch
Epidemien verhindern.
In
Jabba findet Ärzte
der Welt eine
spezifische Situation vor. Neben
dem Camp gibt es noch viele spontane, meist illegale Ansiedlungen. Um
auch diese zu versorgen, wurde ein mobiles Team für die
Umgebung
aufgebaut.
Zukunftsaussichten
Mit
dem beginnenden Frühling wird eine erste
RückkehrerInnenwelle erwartet. Ärzte der Welt
plant diese Menschen dann auf ihrem Weg zu begleiten und
Unterstützung
beim
Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen. Dafür
benötigen wir weiterhin Ihr Engagement.
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