|
|
Sudan/Darfur - Unterstützung der Vertriebenen im Lager von Kalma |
Am 17. Juli
2004 hat Ärzte
der Welt eine Klinik in Kalma im Süden Darfurs
für damals 40.000 Vertriebene eröffnet. Das Lager
beherbergt heute mehr als 100.000 Personen und nimmt jeden Tag neue
Flüchtlinge auf, die vor Kämpfen und Gewalt in ihren
Heimatdörfern fliehen.
Seit Februar 2003 hat sich der Konflikt zwischen den
Rebellen und der
Regie-rung von Khartum vor allem in der Region Darfur
verschärft - mit schwersten hu-manitären Folgen
(Vertreibungen, Zerstörung ganzer Dörfer,
Plünderungen). Bis heute sind 300.000 Tote und fast 1,9
Millionen Vertriebene zu beklagen, 300.000 Personen sind in den Tschad
geflohen. Die Vertriebenen und Flüchtlinge, meist Frauen und
Kinder, fliehen vor Gefechten und Gewalttätigkeiten aus den
umlie-genden Dörfern in Flüchtlingslager mit
unzureichenden sanitären Verhältnissen und schlechten
Lebensbedingungen.
Katastrophale
hygienische Zustände, erschwerter Zugang zu medizinischer
Versorgung und anhaltende Gewalt
Im Camp von Kalma, 17 km von Nyala, der Hauptstadt Süd-Darfurs
gelegen, sind die hygienischen Bedingungen besorgniserregend:
Überbevölkerung, schwere Krankheiten
(Diarrhöen, Hepatitis E, Unterernährung und
Gastroenteritiden) sind Folge der schlechten Lebensbedingungen der
Vertriebenen (vor allem ungenügende Versorgung mit Wasser und
Lebensmitteln).
Der Schutz der Flüchtlinge ist nicht gewährleistet -
Gewalttätigkeiten innerhalb und außerhalb des Camps
dauern an, Unterdrückung, Erniedrigung, Raub,
Vergewaltigungen und Morde sind an der Tagesordnung. All dies
verunsichert die Vertriebenen zutiefst. Der Zugang zu
humanitärer Hilfe einschließlich medizinischer
Versorgung wird regelmäßig behindert. Die
verschiedenen Nichtregierungsorganisationen sehen sich mit
administrativen Schikanen, Ausweisungsdrohungen, Verhaftungen und
Klagen konfrontiert, was den Zugang zu humanitärer Hilfe
für die Bevölkerung zusätzlich erschwert.
Das
Engagement von Ärzte
der Welt
Ärzte
der Welt interveniert im Camp von Kalma in Zusammenarbeit mit
den anderen Nichtregierungsorganisationen vor Ort. Ärzte der Welt
hat ein medizinisches Zentrum eröffnet, das mit einer
Krankenstation und einem Kreißsaal ausgestattet ist. In
diesem Zentrum finden medizinische Sprechstunden (ca. 300 pro Tag),
prä- und postnatale Beratung und Notfallversorgung statt.
Außerdem können Routineimpfungen und
Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Sowohl in der Klinik
wie auch im Camp wurde ein Programm zur gesundheitlichen
Aufklärung lanciert.
Angesichts des andauernden Flüchtlings- und Patientenzustroms
hat die Organisation seit vier Monaten ihr Personal verstärkt
und ergreift Maßnahmen zur mittel- und langfristigen
Unterstützung der Lagerinsassen: Es wurden zwei Zentren zur
Behandlung von Diarrhöen eröffnet, außerdem
gibt es ein Zentrum für die Aufnahmeuntersuchung der
Neuankömmlinge. Schwerpunkt dieses Programms angesichts des
großen Risikos von Epidemien unter der Bevölkerung
im Camp (Masern, Meningitis, Dysenterien) ist die epidemiologische
Überwachung. Unsere Teams sind außerdem in einer
mobilen Klinik auf dem Camp von Dereji (11.000 Vertriebene) in der
Peripherie von Nyala anwesend.
Weiterhin überwachen unsere Teams vor Ort die Einhaltung des
Internationalen Humanitären Rechts und der Menschenrechte der
Zivilbevölkerung. Zentrale Aufgabe unseres
"Schutzbeauftragten" ist es, den Zugang zu humanitärer Hilfe
für die Bevölkerung sicherzustellen.
|
|
|