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Augenzeugenbericht aus Indonesien: Erneutes Sterben durch das Erdbeben
Genau 17 Monate nachdem wir die Verwüstungen des Tsunamis kennenlernten, ist Indonesien mit dem Schock eines weiteren Erdbebens konfrontiert. Dieses hat in der südlichen Region von Yogyakarta auf der Insel Java mehr als 5.000 Tote, 20.000 Verwundete und 200.000 Obdachlose gefordert.

Donnerstag 1. Juni:
Im öffentlichen Krankenhaus von Bantual herrscht eine unaufhörliche Unruhe. Sobald die Ambulanz oder ein Auto am Gitter vorbeifährt, werden die Verwundeten sofort von der indonesischen Armee aufgenommen, die Schwere der Verletzung festgestellt und zur Behandlung weiterverwiesen. In diesem Krankenhaus ist der letzte Platz im Gang und jede Ecke im Hof dazu eingerichtet, Verletzte aufzunehmen. „Von Beginn an planten wir, unsere Arbeit vor Ort an das Gesundheitssystem Indonesiens anzupassen“, erklärt Regis Garrigue, Notfallmedizinier und der Verantwortliche für den Einsatz von Ärzte der Welt in Indonesien und Borneo.

Im Krankenhaus sind viele medizinische Teams und lokale Chirurgen tätig, aber zur Versorgung der vielen Verletzten, die täglich ankommen, ist weiter Unterstützung notwendig. Das Team von Ärzte der Welt in diesem Krankenhaus besteht aus zwei Chirurgen, zwei Anästhesisten, zwei KrankenpflegerInnen, einen Logistiker und einem Notfallmedizinier, die seit Mittwoch im Einsatz sind. „Der Tag beginnt mit einem Gang durch das Krankenhaus, um dabei die chirugischen Behandlungsfälle zu ermitteln. Dann folgen die Operationen.Wir versorgen alle orthopädischen Fälle, z.B. Bein- oder Beckenbrüche“, berichtet Gerard Pascal, einer der Chirurgen.

„Wir wollten gerade das Haus verlassen, als das Erdbeben kam“, Alimuddin streichelt seine zwei Jahre alte Tochter Ichsanul Khairunnisa. „Als das Erdbeben kam, lief meine Frau sofort mit unserer Tocher aus dem Haus, aber sie stürzte und fand sich unter den Trümmern wieder“
,erzählt Alimuddin. „Unsere Tochter hat nur leichte Verletzungen, aber meine Frau mußte am Arm operiert werden. Wir wohnten in der Region Pundong, die vom Erdbebens sehr stark betroffen ist. Aufgrund der Transportprobleme, erreichten wir das Krankenhaus erst am Sonntag. Aber, sobald meine Frau entlassen wird, wünsche ich mir, in unser Zuhause zurückzukehren, auch wenn das Haus total zerstört ist."




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