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Wie engagiert sich Ärzte der Welt durch das internationale Netzwerk (Médecins du Monde) für HIV/AIDS Betroffene |
In
den letzten Jahren wurde das
Thema HIV/AIDS
zu einem Schwerpunkt der weltweiten Projekte des
internationalen
Netzwerkes von Médecins du Monde (MDM).
Einen Eindruck davon geben die Zahlen: in 2005 förderte das
internationale Netzwerk mit rund 11 Mio Euro HIV/AIDS Projekte.
Das
sind 27% des Jahresbudgets für die Projekte. Ärzte der Welt
implementierte insgesamt 45 HIV/AIDS -
Projekte in 28 Ländern, davon 30 Projekte, der
größte Anteil, in Afrika. Asien folgte mit 8
Projekten, Zentralamerika und die Karibik mit 5 Projekten und weitere 2
Projekte in Russland und der Ukraine.
STRATEGIE
Ärzte der
Welt ist der Meinung, dass Präventions- und
Behandlungsangebote für alle erreichbar sein
sollten.
Tagelange Anfahrten oder gar Fußmärsche sind den
Kranken nicht zuzumuten. Deshalb verfolgt Ärzte der Welt
die Strategie, die
HIV/AIDS-Behandlung in
die lokalen Gesundheitsstrukturen zu
integrieren. Der Zugang zu medikamentöser
Therapie hat dabei
Priorität.
Die Integration der HIV/AIDS-Behandlung in die lokalen
Gesundheitsstrukturen trägt auch dazu bei, die allgemeine
Gesundheitssituation zu verbessern und so die Ausbreitung der Krankheit
einzudämmen.Für MDM gehören Menschen in
akuten
humanitären Krisen - wie bewaffnete und lang andauernde
Konflikte sowie Naturkatastrophen zu den am meisten
gefährdeten Gruppen.
Ein weiterer Schwerpunkt
sind ausgegrenzte und an
den Rand
gedrängte Bevölkerungsgruppen wie Frauen und Kinder
in entlegenen, ländlichen Gebieten, weiterhin
gefährdete Gruppen wie Waisenkinder, Drogenabhängige,
MigrantInnen, Prostituierte u.v.a.
HIV/AIDS sollte aus Sicht von Ärzte der Welt
als chronische
Erkrankung betrachtet werden und daher, wie andere chronische
Erkrankungen, in den Behandlungsplan der erreichbaren
Versorgungsstrukturen aufgenommen werden.
Ärzte der
Welt fordert die Behandlung der an HIV/AIDS
erkrankten Menschen, nicht deren Verwaltung!
AKTIVITÄTEN
Insgesamt führt das internationale Netzwerk von Ärzte der Welt
29
Präventionsprojekte mit folgenden
Themenschwerpunkten durch: Gesundheitsaufklärung, Beratung und
Testung, Bekämpfung von sexuell übertragbaren
Erkrankungen, Behandlung von schweren Infektionen, Schutz vor
Mutter-zu-Kind-Übertragung.
Die Prävention spielt in fast allen Projekten von Ärzte der Welt
eine herausragende Rolle, inbegriffen die
Behandlung von sexuell übertragbaren und opportunistischen
Infektionen, d.h. bei AIDS Erkrankung auf Grund der
geschwächten Immunabwehr auftretenden Infektionen.
Besonderer Augenmerk liegt auf den Behandlungsprogrammen zum Schutz der
Neugeborenen vor Übertragung von Mutter zu Kind bei der
Geburt. Neun dieser Programme bieten darüber hinaus eine
langfristige medikamentöse Behandlung der Mütter an.
Damit bekommen die Mütter die große Chance,
für ihre Kinder da sein zu können, für sie
zu sorgen und sie aufwachsen zu sehen.
Zunehmend rückt die Problematik der verwaisten Kinder in den
Vordergrund, deren Eltern an HIV/AIDS verstorben sind. Deren Familien
wollen von den Kindern sehr oft nichts wissen, da HIV/AIDS nach wie vor
stigmatisierend wirkt. Das führt vielfach zum abrupten Abbruch
fast aller sozialen Kontakte bis in die Familien hinein. Das gilt
für viele Regionen Afrikas, Asiens und auch für
Europa. Zwei Projekte in Russland und der Ukraine nehmen sich dieser
ausgestossenen Kinder an.
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