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Moldawien : Menschenhandel vorbeugen
Moldawien gehört zu den Hauptherkunftsländern der Opfer von Menschenhandel. Seit September 2005 führt Ärzte der Welt dort ein Präventions- und Betreuungsprogramm durch. Aufgrund der Charakteristika des Menschenhandels in Moldawien und der besonderen Gefährdung der Jugend, wird in Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner ein Programm zur Prävention von Risikogruppen durchgeführt. Dazu werden Kontakte zu den Opfern aufgebaut und eine umfassende Versorgung in Balti und den umliegenden Städten Floresti, Falesti, Glodeni, Riscani und Singerei durchgeführt.

Gespalten zwischen der Annäherung an die EU und der ehemaligen kommunistischen Regierung, befindet sich Moldawien seit der Unabhängigkeit 1991 im politischen und wirtschaftlichen Übergang.
Mit einem monatlichen Durchschnittlohn von 95 Euro ist das moldawische Volk eines der ärmsten Europas. Die Bevölkerung emigriert weiterhin massiv nach Russland und in die EU Länder.
 
Von den 100 000 Frauen, die in Moldawien dem Menschenhandel zum Opfer gefallen sind, kehrten lediglich rund 1600 zurück und wurden in den letzten fünf Jahren von offiziellen Einrichtungen empfangen und betreut.
Folglich gibt es eine hohe Dunkelziffer. Diese Opfer sind weder bekannt, noch werden sie betreut. Die Meisten erlitten psychische Beeinträchtigungen. Die Reintegration der Betroffenen in die moldawische Gesellschaft ist schwierig. Aus Angst vor Stigmatisierung bleiben sie oft versteckt und somit ohne Zugang zu medizinischer Versorgung sowie zu sozialen und juristischen Leistungen.

Der lokale Partner in Balti ist das Gesundheitszentrum Atis. Dieses Zentrum bietet unentgeltliche, anonyme Dienste für Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren. Das Team des Zentrums wurde dazu ausgebildet, die Opfer von Misshandlungen und die Angehörigen von Risikogruppen festzustellen und diese medizinisch, psychologisch und pädagogisch zu betreuen. In einem für alle Jugendliche offenen Zentrum erhofft sich Ärzte der Welt, diejenigen zu erreichen und zu unterstützen, die Oper von Mädchenhandel sind eine nicht bezifferbare Zahl.

Das Gesundheitszentrum baut ein Netzwerk auf, das die zusätzliche Versorgung in Form von juristischer, ökonomischer und pädagogischer Unterstützung aller davon betroffenen Jugendlichen garantiert. Ziel des Projektes ist, die tatsächlichen oder möglichen Opfer von Mädchenhandel mit medizinischer und psychologischer Versorgung ebenso wie mit wirtschaftlichem und juristischem Beistand zu unterstützen. Insgesamt sollen in zwei Jahren 8.000 Jugendliche erreicht werden.

Das Projekt plant auch eine regionale Zusammenarbeit, die mit den auf nationaler Ebene gegen Menschenhandel operierenden Organisationen sowie der „Plattform Prostitution“ in Frankreich kooperiert.




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