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Ärzte der Welt leitet Soforthilfe im Libanon ein
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Paris/München, 21 Juli
2006
Ärzte der Welt hat angesichts der Tragweite der
humanitären Krise im Libanon Soforthilfemaßnahmen
eingeleitet. Ärzte
der Welt klagt an, dass der Zugang zu den
Opfern in erheblichem Maße erschwert wird.
Zehn Tage nach dem Beginn der israelischen Offensive im Libanon,
schätzt man die bisherige Bilanz des Konfliktes auf mehr als
300 Todesopfer und 500.000 Flüchtlinge. Die
Flüchtlinge, die hauptsächlich aus dem
Süd-Libanon stammen und versuchen, sich in die Hauptstadt oder
in den Norden des Landes zu gelangen, sammeln sich derzeit vorwiegend
in Stadtparks und Schulen.
Seit dem 13. Juli baut Ärzte
der Welt
Nothilfe-Maßnahmen dort auf. Das Einsatzteam,
das bereits
seit Jahren im Libanon tätig ist, untersuchte nun den
medizinischen Bedarf und die Zielgruppen, die dringend versorgt werden
müssen. Ärzte
der Welt verstärkte dieses
Team am Mittwoch, 19. Juli, durch die Entsendung von drei
erfahrenen Krisenmitarbeitern, darunter ein Chirurg.
Zusätzlich wurde das Team der lokalen Mitarbeiter
vergrößert (Ärzte, Krankenschwestern und
Hebammen).
Heute früh
versucht ein Team von Ärzte der Welt, in
die Bombardierungsgebiete im Süd-Libanon vorzudringen,
damit
der Bedarf an medizinischer Hilfe und notwendigen
medizinisch-chirurgischen Eingriffen ermittelt werden kann.
Auf Grundlage der ersten Einschätzung werden binnen 72 Stunden
mobile Krankenhäuser zur medizinischen Versorgung
der
Flüchtlinge in
Beirut einsatzfähig gemacht. In diesen mobilen
Krankenhäusern werden insbesondere Menschen
mit Infektionskrankheiten, Kinderkrankheiten und chronischen Leiden
ärztlich versorgt, die ihre Behandlungen sonst nicht
fortsetzen können.
Die Medikamente und das nötige medizinische Material zur
Durchführung dieser Nothilfe stammen aus dem Vorrat, der seit
einigen Tagen eingerichtet wurde. Dieser wird durch neu eintreffende
Mittel ständig ergänzt.
Ärzte der
Welt leistet bereits seit Beginn der 80-iger Jahre
im Libanon medizinisch-humanitäre Hilfe. Außerdem
sind wir seit September 2004 im Rahmen eines langfristigen Einsatzes in
Gefängnissen der Region Beiruts tätig.
Ärzte der Welt ist, wie auch zahlreiche andere
humanitäre Hilfsorganisationen darüber
entrüstet, dass der Zugang der zivilen Bevölkerung
beinahe unmöglich ist. Die internationale humanitäre
Rechtsprechung wird missachtet.
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