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Krieg im Libanon – ÄRZTE DER WELT ist seit dem ersten Tag aktiv |
Ständige Mission ermittelte
Bedarf – Kriseneinsatzteams waren schnell vor Ort
von Nina Mareen Spranz
BEIRUT / LIBANON –
Schon vor Beginn der israelischen Offensive im Libanon am 13. Juli, die
durch die Entführung zweier Soldaten durch die Hisbollah ausgelöst
wurde, war ÄRZTE
DER WELT in der Krisenregion aktiv. Die langfristige Mission,
die sich um Häftlinge in libanesischen Gefängnissen kümmert, konnte
frühzeitig den zusätzlichen Bedarf an Hilfskräften ermitteln, so dass
ab dem 18. Juli Maßnahmen zur Versorgung von Flüchtlingen in Beirut und
den Vororten im Osten und Norden ergriffen wurden. Während der
aktiven Kriegshandlungen betreute ÄRZTE DER WELT
mit insgesamt fünf mobilen Kliniken, Medikamenten und medizinischer
Ausrüstung die Flüchtlinge, insbesondere solche mit chronischen
Krankheiten, ältere Menschen und Kinder. Die libanesische Regierung
ging bis zum Ende der Kriegshandlungen von mehr als 900.000
Flüchtlingen und 1100 Toten aus. ÄRZTE DER WELT
hat im Einsatzzeitraum während der Auseinandersetzungen über 1400
Behandlungen durchgeführt. Dank der mobilen Kliniken gelang dies auch
in den abgelegeneren Regionen Bekaa, Chouf und Marjayoun. Seit
Eintritt des Waffenstillstandes sind 90 Prozent der geflohenen
Bevölkerung wieder in ihre Heimatregion zurückgekehrt, trotz mangelnder
Versorgung und instabiler Lage. Viele der Straßen und Brücken sind nach
wie vor unpassierbar, Nachrichten aus den zerstörten Gebieten im
Süd-Libanon an der Grenze zu Israel flossen nur spärlich. Die größte
Gefahr für die Heimkehrer sind die zahlreich vorhandenen
Splitterbomben, die als Blindgänger auf Feldern, in Gärten und Häusern
lauern genauso wie die mangelnde medizinische und infrastrukturelle
Versorgung. ÄRZTE
DER WELT hat deshalb und aufgrund der rapide
zurückgehenden Behandlungszahlen in Flüchtlingslagern in Beirut die
Maßnahmen dem Bedarf angepasst und leistet mit zwei mobilen Kliniken
medizinische Hilfe. Täglich werden hier etwa 100 Behandlungen an
Rückkehrern und Verbliebenen (etwa 20 Prozent) durchgeführt.
So
sichern die ambulanten Kliniken von ÄRZTE DER WELT
die Versorgung von acht Dörfern im Südosten des Libanon, in den
Gebieten von Marjayoun und Bent Jbeil.
Die
Unterstützung des lokalen Partners AMEL wird fortgesetzt. Die
Wiedereinrichtung der Krankenstation von Khiam steht kurz vor
Beendigung. Seit der Wiedereröffnung führten die Teams von AMEL in
dieser täglich geöffneten Krankenstation 849 Patientenbehandlungen
durch. Auch in Beirut wird die Krankenstation Bourj el Barajneh von
AMEL weiterhin unterstützt, 342 Patientenbehandlungen fanden dort
statt.
Die Teams von ÄRZTE DER WELT
und AMEL behandelten nach dem Waffenstillstand gemäß einer
Zwischenbilanz vom 3. September bis dahin insgesamt 1704
Patientenbehandlungen.
Seit dem 1.September wurden
an 25 Krankenstationen und medizinische Einrichtungen
Basiskits verteilt. Fast 1000 Hygienekits wurden an die
Krankenstationen in sieben Dörfern im Südlibanon geliefert.
Als
Reaktion auf die neue Situation werden zur Zeit andere
Einsatzmöglichkeiten überlegt, insbesondere die Unterstützung
eventueller Impfkampagnen. Das Europäisches Amt für
humanitäre Hilfe hat ÄRZTE
DER WELT erneut 150.000 Euro Finanzierungshilfe mündlich
zugesagt. Entscheidend für die Einleitung weiterer Maßnahmen wird die
Stabilisierung in der Region sein.
Neben all
diesen Aktivitäten im Libanon möchten wir wiederholt darauf hinweisen,
dass auch im Gazastreifen die Situation für die Menschen prekär ist.
Der Gazastreifen ist nach wie vor stark von der Außenwelt
abgeschnitten. Die medizinische Versorgung wird immer dürftiger und die
Not der Menschen immer größer. ÄRZTE DER WELT
unterstützt dort weiterhin aktiv die Gesundheitsversorgung.
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