Openmed - Medizinische Hilfen - anonym und kostenfrei.
Aktion Lächeln
Neue Broschüre
Unsichtbare Welten
Tätigkeitsbericht 2007
Tätigkeitsbericht 2007
Vergessene Krisen
Arte Fernsehspot
Krieg im Libanon – ÄRZTE DER WELT ist seit dem ersten Tag aktiv
Ständige Mission ermittelte Bedarf – Kriseneinsatzteams waren schnell vor Ort
                von Nina Mareen Spranz

BEIRUT / LIBANON – Schon vor Beginn der israelischen Offensive im Libanon am 13. Juli, die durch die Entführung zweier Soldaten durch die Hisbollah ausgelöst wurde, war ÄRZTE DER WELT in der Krisenregion aktiv. Die langfristige Mission, die sich um Häftlinge in libanesischen Gefängnissen kümmert, konnte frühzeitig den zusätzlichen Bedarf an Hilfskräften ermitteln, so dass ab dem 18. Juli Maßnahmen zur Versorgung von Flüchtlingen in Beirut und den Vororten im Osten und Norden ergriffen wurden.
Während der aktiven Kriegshandlungen betreute ÄRZTE DER WELT mit insgesamt fünf mobilen Kliniken, Medikamenten und medizinischer Ausrüstung die Flüchtlinge, insbesondere solche mit chronischen Krankheiten, ältere Menschen und Kinder. Die libanesische Regierung ging bis zum Ende der Kriegshandlungen von mehr als 900.000 Flüchtlingen und 1100 Toten aus. ÄRZTE DER WELT hat im Einsatzzeitraum während der Auseinandersetzungen über 1400 Behandlungen durchgeführt. Dank der mobilen Kliniken gelang dies auch in den abgelegeneren Regionen Bekaa, Chouf und Marjayoun.
Seit Eintritt des Waffenstillstandes sind 90 Prozent der geflohenen Bevölkerung wieder in ihre Heimatregion zurückgekehrt, trotz mangelnder Versorgung und instabiler Lage. Viele der Straßen und Brücken sind nach wie vor unpassierbar, Nachrichten aus den zerstörten Gebieten im Süd-Libanon an der Grenze zu Israel flossen nur spärlich. Die größte Gefahr für die Heimkehrer sind die zahlreich vorhandenen Splitterbomben, die als Blindgänger auf Feldern, in Gärten und Häusern lauern genauso wie die mangelnde medizinische und infrastrukturelle Versorgung.
ÄRZTE DER WELT hat deshalb und aufgrund der rapide zurückgehenden Behandlungszahlen in Flüchtlingslagern in Beirut die Maßnahmen dem Bedarf angepasst und leistet mit zwei mobilen Kliniken medizinische Hilfe. Täglich werden hier etwa 100 Behandlungen an Rückkehrern und Verbliebenen (etwa 20 Prozent) durchgeführt.

So sichern die ambulanten Kliniken von ÄRZTE DER WELT die Versorgung von acht Dörfern im Südosten des Libanon, in den Gebieten von Marjayoun und Bent Jbeil.  

Die Unterstützung des lokalen Partners AMEL wird fortgesetzt. Die Wiedereinrichtung der Krankenstation von Khiam steht kurz vor Beendigung. Seit der Wiedereröffnung führten die Teams von AMEL in dieser täglich geöffneten Krankenstation 849 Patientenbehandlungen durch. Auch in Beirut wird die Krankenstation Bourj el Barajneh von AMEL weiterhin unterstützt, 342 Patientenbehandlungen fanden dort statt.  

Die Teams von ÄRZTE DER WELT und AMEL behandelten nach dem Waffenstillstand gemäß einer Zwischenbilanz vom 3. September bis dahin insgesamt 1704 Patientenbehandlungen.

Seit dem 1.September wurden an 25 Krankenstationen und medizinische Einrichtungen  Basiskits verteilt. Fast 1000 Hygienekits wurden an die Krankenstationen in sieben Dörfern im Südlibanon geliefert.

Als Reaktion auf  die neue Situation werden zur Zeit andere Einsatzmöglichkeiten überlegt,  insbesondere die Unterstützung eventueller Impfkampagnen.
Das Europäisches Amt für humanitäre Hilfe hat ÄRZTE DER WELT erneut 150.000 Euro Finanzierungshilfe mündlich zugesagt. Entscheidend für die Einleitung weiterer Maßnahmen wird die Stabilisierung in der Region sein.

Neben all diesen Aktivitäten im Libanon möchten wir wiederholt darauf hinweisen, dass auch im Gazastreifen die Situation für die Menschen prekär ist. Der Gazastreifen ist nach wie vor stark von der Außenwelt abgeschnitten. Die medizinische Versorgung wird immer dürftiger und die Not der Menschen immer größer. ÄRZTE DER WELT unterstützt dort weiterhin aktiv die Gesundheitsversorgung.




Impressum