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ÄRZTE DER WELT entsendet medizinische Koordinatorin in den Sudan
Trotz der sich zuspitzenden Sicherheitslage setzt ÄRZTE DER WELT seine Aktivitäten für die Flüchtlinge im Kalma Camp in Süd-Darfur fort. Zur Unterstützung dieser Aktivitäten und zur Koordinierung des Teams, bestehend aus lokalen und internationalen MitarbeiterInnen, wird Frau Gabriele Krüger heute, am 11.10.2006 für ein halbes Jahr in den Sudan aufbrechen.

Menschen in der Region DarfurDer 20 Jahre andauernde Bürgerkrieg hat seine tiefen Spuren hinterlassen - die soziale Lage, die Gesundheitsversorgung sowie der Trinkwasser- und Ernährungsmangel der Bevölkerung im südlichen Sudan ist weiter ungesichert, trotz des Friedensabkommen von 2005. Die Situation der Menschen ist dramatisch und vor allem Frauen und Kinder sind von der mangelnden Versorgung und der schlechten Sicherheitslage betroffen.

Im Kalma Camp versorgt ÄRZTE DER WELT die Flüchtlinge mit einer medizinischen Station, die auch Geburtsvorbereitung und Geburtshilfe leistet, Impfprogramme durchführt und Epidemien bekämpft. Bisher konnte der prekäre Gesundheitszustand der Menschen stabilisiert und selbst isolierten Bevölkerungsgruppen der Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht werden. Doch die sich wieder verschlechternde Sicherheitslage in Darfur stellt die fragile Balance seit dem offiziellen Ende der Gewalt in Frage. Katastrophale Auswirkungen der Gesundheitssituation der Menschen dort sind deutlich spürbar.

Schon seit Mai versucht ÄRZTE DER WELT in einem eigens dafür eingerichteten Zentrum den Choleraausbruch zu bekämpfen. Die verschärfte Sicherheitssituation hält viele Menschen vom Besuch der Station ab, führt zur weiteren Ausbreitung der Epidemie und zu Todesfällen. Vor kurzem erst wurden zwei Kinder in das Cholerazentrum gebracht, für die jede Hilfe zu spät kam. Die Cholera erfasste inzwischen auch El Fasher und die umgebenden Flüchtlingslager, dort mit 200 dokumentierten Fällen.

Auf Grund der Sicherheitssituation wurden auch die Einsätze der mobilen Klinken in Kass und Djebel Mara eingestellt.

In diese dramatische Situation will Frau Gabriele Krüger durch ihren Einsatz Hoffnung bringen und den lokalen MitarbeiterInnen Mut zur Weiterarbeit machen. Sie ist für die Koordination des medizinischen Teams zuständig und trägt zur Absicherung der Gesundheitsversorgung der Menschen im Sudan.
„Bei meinen zwei bisherigen Einsätzen im Sudan konnte ich die Würde der Menschen, trotz der schwierigen Lebenssituation bewundern. Gerade deshalb möchte auch ich meine Kraft investieren, diese Menschen weiter zu unterstützen“, sagte Frau Krüger vor ihrer Abfahrt.

ÄRZTE DER WELT fordert die Internationale Gemeinschaft auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit sich die humanitäre Katastrophe in Darfur nicht wiederholt.
Außerdem fordern wir nachdrücklich, dass alles dazu unternommen wird, damit so schnell wie möglich die Sicherheit der zivilen Bevölkerung, ihre Bewegungsfreiheit und ihr Zugang zu medizinsicher Versorgung gesichert wird.




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