Seit dem 17. Juli leistet Ärzte der Welt -
Médecins du Monde
(MDM) im Flüchtlingslager Kalma, 17 Kilometer südlich von
Nyala, die ärztliche
Notversorgung für etwa 60.000 Menschen.
Auf einer gemieteten Fläche wurden 30 Tonnen medizinische
Hilfsgüter -
wie Medizin, Zelte, Betten, Bahren, Hygieneausrüstung - im Lager
aufgebaut.
In
unserer Klinik arbeiten drei Ambulanzen, eine Rehydrierungseinheit,
Apotheke
sowie Beratungs- und Patientenbetreuung rund um die Uhr. Bis zu 250
Untersuchungen werden am Tag von den13 ausländischen Ärzten
und 30 einheimischen
Gesundheitsmitarbeitern geleistet.
Um die sehr hohe Kindersterblichkeitrate
zu senken, hat
Ärzte der Welt eine weitere Klinik eröffnet, die sich
speziell um die Risiken
der Mutter-Kind-Gesundheit vor und nach der Geburt kümmert. Bis
zum 4. August
wird eine neue Entbindungsstation auch kurzzeitige Aufenthalte
ermöglichen. Die
ersten Babys sind bereits in unserer Kliniken geboren worden. Weitere
medizinische Einheiten, z.B. für Routineschutzimpfungen, sind in
der Vorbereitung.
Im Flüchtlingslager Kalma kämpfen bis zu
70.000 Menschen, meist Frauen und Kinder, um ihr Überleben. Die
Hygienezustände sind katastrophal. Ohne Sicherheit, schnelle
Sanitärdienste und Zugang
zu Wasser und Nahrung ist
das Überleben nicht möglich. Zu
wenige der
Vertriebenen können sich
selbst ernähren. Daher bleibt die Unterernährung neben akuten
Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfektionen und Seuchengefahr das
Hauptproblem.
Die gesamte medizinische Versorgung wird zudem
durch die
Regenzeit erschwert. Ärzte der Welt hat daher zusammen mit der
Weltgesundheitsorganisation
(WHO) präventiv eine gemeinsame Impfkampagne gegen Cholera
organisiert und
bereits 42.000 Menschen in der ersten Phase erreicht. Noch diese Woche
wird die
zweite Kampagne durchgeführt. Die Gefahr einer Epidemie aber
bleibt. Ärzte der
Welt bereitet sich weiterhin mit den Partnern auf diese mögliche
Katastrophe
vor.
Die neue Präsidentin von Médecins du Monde Frankreich,
Doktor Françoise Jeanson, wird vom 21. bis 28. August im Lager
Kalma sein.