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Tsunami: Neue bewaffnete Auseinandersetzungen verzögern die Hilfsmaßnahmen |
Neue
bewaffnete Auseinandersetzungen verzögern die Hilfsmaßnahmen nach dem
Tsunami Im August 2006 waren die Mitarbeiter von Ärzte der Welt
zutiefst schockiert über die Morde an 17 Mitarbeitern der Organisation
„Aktion gegen den Hunger“
(ACF) in Sri Lanka. Diese gezielte Tötung ist
ein deutliches Zeichen für die sich verschlechternde humanitäre
Situation und die Unsicherheit der Helfer in den umkämpften Gebieten.
Das internationale Netzwerk von Ärzte
der Welt rief
deshalb alle
beteiligten Konfliktparteien auf, den Zugang zur Zivilbevölkerung und
die Sicherheit der humanitären Helfer zu garantieren und trauert mit
den Angehörigen der Opfer. Zehntausende von Menschen leben
derzeit ohne jegliche medizinische Versorgung im Zentrum der
militärischen Offensive. Die Regierung und die Tamilen-Rebellen der
LTTE sind zwar zu Gesprächen bereit, aber der Sprecher der nordischen
Mission zur Überwachung des Waffenstillstands (SLMM), Thorfinnur
Omarsson, musste in den letzten Wochen eingestehen, dass die Bemühungen
um den Waffenstillstand und den Friedensprozesses in Sri Lanka durch
die täglichen Rückschläge und die Kämpfe zunichte gemacht wurden.
Ärzte der
Welt ist im Osten Sri Lankas sowie auf
der Halbinsel Jaffna mit mehreren medizinischen Hilfsprojekten präsent. In
Kooperation mit der Landeshauptstadt München plante Ärzte der Welt,
für das Projekt „Hilfe für Batticaloa“ an der Ostküste
Sri Lankas den Wiederaufbau der
medizinischen Gesundheitsversorgung durch die
Renovierung des Zentralkrankenhauses von Batticaloa zu unterstützen. Das
Projekt beinhaltete die auf moderne Methoden der Knochenchirurgie
ausgerichtete Aus- und Weiterbildung der einheimischen Mitarbeiter
durch erfahrene OP-Teams und Spezialisten. Unmittelbar nach dem Tsunami
war eine fachgerechte medizinische Versorgung der Betroffenen praktisch
unmöglich. Dadurch wurde die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit,
insbesondere bei den Ärmsten der Bevölkerung, enorm beeinträchtigt.
Besonders schlimm ist noch heute die Situation der Kinder.
Medizinische
Teams von Ärzte
der Welt waren 2005 mehrmals vor Ort und führten
dringend erforderliche vorbereitende Maßnahmen für den geplanten
Einsatz durch. Durch die bereits geschilderten
Kämpfe und die gesamte Konflikt-Situation, gerade im Norden und Osten
von Sri Lanka, musste Ärzte
der Welt das Gesamtvorhaben für das Projekt
„Hilfe für Batticaloa“ vorerst deutlich einschränken. Mit Hilfe der
deutschen Partnerorganisation HELP wird jedoch in diesem Jahr die
Renovierung des Operationsbereiches durchgeführt. Die notwendige
Bauvorbereitung dazu wurden bereits eingeleitet. Der Einsatz
eines medizinischen Teams ist aus Sicherheitsgründen in Sri Lanka trotz
allem noch nicht möglich – und das wird sich vermutlich in der nächsten
Zeit auch nicht ändern.
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