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     Vergessene Krisen
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    Tätigkeitsbericht 2006
Pakistan – ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben ist noch viel Hilfe notwendig
Tsunami OpferMehr als 80.000 Menschen starben am 8. Oktober 2005 bei einem verheerenden Erdbeben in Nordpakistan. Weitere 350.000 Menschen wurden obdachlos und mussten während des harten Winters 2005 im Kaschmir-Gebirge um ihr Überleben kämpfen. In Flüchtlingslagern fanden die meisten von ihnen Zuflucht. Im März 2006 schließlich wurden die Katastrophenopfer von den Lagern wieder zurück in ihre Dörfer geschickt - deren Wiederaufbau hatte jedoch noch nicht einmal begonnen. Heute ist die Situation nahezu unverändert. Der Wiederaufbau kommt nur schleppend voran, der harte Winter bedroht nun die Menschen, die sich von den Folgen des Erdbebens noch lange nicht erholt haben.

Für einige Bevölkerungsteile im entlegenen Norden des Landes hat sich die Situation seit dem letzten Jahr sogar noch verschlechtert: Sie leben immer noch in Zelten oder Notunterkünften und sind damit verwundbarer denn je. Mehr als ein Jahr nach dem Erdbeben gehört der Norden Pakistans zu den vergessenen Krisengebieten dieser Welt. Krisen in anderen Ländern haben die Probleme Pakistans aus den Medien verdrängt. Doch Hilfe ist nach wie vor notwendig. Das Leben von hunderttausenden Pakistanern ist bedroht.

Ärzte der Welt hilft diesen Menschen. Mitarbeiter unserer Organisation haben Erdbebenopfer, die in ihre Heimatdörfer in den Bergen zurückgekehrt sind, bis in das Tal von Kaghan begleitet. Die Mission bestand darin, die Gesundheit der vielen Opfer zu gewährleisten und ihrem Schicksal Gehör zu schenken. 400 Familienoberhäupter wurden seit Beginn der Aktion zu ihrer Situation befragt. Für 72 % ist der Wiederaufbau ihrer Häuser und Wohnungen die größte Sorge. Dieser Wiederaufbau ist in vielen Regionen ins Stocken geraten, denn die staatlichen Förderungen fließen nicht so schnell und umfassend wie angekündigt. 85 % der Befragten warten noch immer auf den zweiten Scheck, der ihnen versprochen wurde, um mit dem Aufbau ihrer Unterkunft zu beginnen oder ihn fortzusetzen.

Baumaterialen gelangen nur schwerlich in die abgelegen Täler, so auch ins Tal von Kaghan. „Wir haben Angst, weil die Zeit vergeht, der Winter naht und wir nicht wissen, wie wir unsere Familien schützen sollen“, sagte ein Dorfbewohner von Khanian im Herbst 2006. Jedes dritte Familienoberhaupt verdient derzeit kein Geld und ist auf staatliche Kredite oder Leihgaben der Nachbarn abgewiesen, um die eigene Familie vor dem Verhungern zu retten. Rund 60 % aller Viehherdenbesitzer haben ihre Nutztiere verloren. Und rund 60 % der Landwirte konnten aufgrund des Erdbebens 2006 keine Ernte einfahren. Angesichts dieser dramatischen wirtschaftlichen Situation wird der Wiederaufbau der Häuser schwierig. Viele, die mit den Bauarbeiten schon begonnen hatten, mussten  wegen Geldmangel wieder aufhören. Halbfertige, nicht bewohnbare Unterkünfte bestimmen vielerorts das Landschaftsbild.

Ärzte der Welt hat unmittelbar nach dem Erdbeben in verschiedenen Auffanglagern, so zum Beispiel in der Hauptstadt Islamabad und in der näheren Umgebung der Stadt Mansehra, geholfen. Unsere Organisation unterstützte Menschen bei der Rückkehr in ihre durch das Erdbeben zerstörten Dörfer. Hilfe wird jedoch nach wie vor dringend benötigt. Die Winter in den bergigen Tälern mit starkem Schneefall und beißender Kälte sind hart. Es gilt, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.

Weitere Informationen finden sie unter folgendem PDF Dokument: .




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