Openmed - Medizinische Hilfen - anonym und kostenfrei.
Unsichtbare Welten
Tätigkeitsbericht 2006
Vergessene Krisen
Arte Fernsehspot
Ärzte der Welt zeigt Bilder gegen das Vergessen in Berlin
Ärzte der Welt zeigt Bilder gegen das Vergessen in Berlin
Vernissage mit Karin Kortmann MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Vorstandsmitglied Dr. Nicole Schmidt und Schauspielerin Alissa Jung


Vergessene Krisen im Fokus - unter diesem Titel zeigte Ärzte der Welt vom 20. September bis 27. Oktober 2007 die Photos der Preisträger des renommierten Luis Valtueña International Humanitarian Photography Award im Galerie-Café Krull in der Kulturbrauerei. Mit den gezeigten Bildern internationaler Fotoreporter möchte Ärzte der Welt das Bewusstsein für die Vielzahl von Krisen- und Katastrophengebieten schärfen, die nicht (mehr) im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Von den Fotos beeindruckt zeigten sich neben den zahlreichen Besuchern auch Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und die Schauspielerin Alissa Jung. Gemeinsam mit der Berliner Ärztin und Ärzte der Welt-Vorstandsmitglied Dr. Nicole Schmidt eröffneten sie die Ausstellung. In ihrer Rede hob Karin Kortmann die Relevanz von nichtstaatlichen Hilfsorganisationen für die Entwicklungshilfe hervor. Sie betonte in diesem Rahmen aber auch die Bedeutung eines gemeinsamen Handelns der Staatengemeinschaft im Kampf gegen Armut, Hunger und Ungerechtigkeit und forderte deshalb eine Globalisierung der Solidarität. Alissa Jung, selbst angehende Medizinerin, verwies vor allem auf das Engagement der Mitglieder von Ärzte der Welt und ihre Bereitschaft, anderen Menschen unter Einsatz der eigenen Gesundheit zu helfen. Der Namensgeber des Fotopreises, Luis Valtueña, kam 1997 als Mitarbeiter von Ärzte der Welt ums Leben. Ihm und seinen ebenfalls getöteten Kolleginnen und Kollegen Mercedes Navarro, Flors Sirera und Manuel Madrazo widmet der spanische Zweig der Organisation den 1998 gestifteten Preis.

Ein Bürgerkrieg und seine Folgen

Als Gewinner kürte die Jury in diesem Jahr den griechischen Fotojournalisten Yannis Kontos. Mit seinen eindringlichen Schwarz-Weiß-Porträts des in einem so genannten „Amputiertencamp“ lebenden Familienvaters Abu Bakarr Kargbo zeigt er die Folgeschäden des Bürgerkriegs in Sierra Leone. Fernando Garcia Arevalo, freier Fotograf der Agentur „Cover“, hält in seinen Aufnahmen das Leid und die Strapazen illegaler afrikanischer Bootsflüchtlinge fest – und erhielt dafür den zweiten Preis. Auch der dritte Preisträger, Magnum-Fotograf und World Press Photo-Award Gewinner Paolo Pellegrin, berichtet vom drittgrößten Kontinent. Seine Fotoreportage entstand in Angola und dokumentiert die Auswirkungen der dort grassierenden Cholera-Epidemie. Einen Sonderpreis vergab Ärzte der Welt zum Thema „Frauen und Mädchen als Trägerinnen gesellschaftlicher Veränderungen“. Gewinnerin Lana Slezic aus Kanada überzeugte die Jury mit ihren stimmungsvollen Momentaufnahmen, die dem Betrachter einen Eindruck vom Alltag afghanischer Frauen und Mädchen nach dem Ende des Taliban-Regimes vermitteln. Mit insgesamt 957 Fotografien aus 47 Ländern verzeichnete Ärzte der Welt beim 10th Luis Valtueña International Humanitarian Photography Award die größte Beteiligung seit Beginn des Wettbewerbs. Neben Deutschland, wo die Bilder bereits in München Station machten, gastiert die Ausstellung gleichzeitig in Madrid, Tokio und Edinburgh.

Während der fünfwöchigen Ausstellung in Berlin zeigten sich die zahlreichen nationalen und internationalen Besucher tief beeindruckt von der Fotoausstellung. Einige ihrer Kommentare im Gästebuch wurden anlässlich der Finissage am 27. Oktober vor gut 70 Besuchern verlesen:

„Wir wissen nicht, dass es uns gut geht! Jetzt etwas mehr. Eine beeindruckende unter die Haut gehende Ausstellung. Wir sind alle angesprochen, nicht wegzuschauen.“

„War sehr hart, das alles zu sehen und darüber zu erfahren, was über den Tellerrand hinaus passiert. Aber – weiter so! Vielleicht ist es ja der einzige Weg, die Aufmerksamkeit zu wecken...“

„Do unto others as you would have them do unto you – Please! Thanks for organizing the gallery.”

„Es gibt noch viel zu tun auf dem Weg zu Frieden, Freiheit und Menschenrechte für ALLE! Dies hat mir diese Ausstellung vor Augen geführt...“

„Berührt – Beeindruckt – Sprachlos – Vielen, vielen Dank für diese eindrücklichen Momentaufnahmen!“

“O Mundo está cheio de EUS!!! O Mundo precisa des nós…”

"Thank you to all the people involved in these photos – most of all the subjects and their simple dignity in this horrendously destructive world. I am tragically left with the question: When will they ever learn…. Long time asking.”

Seit sieben Jahren gehört der deutsche Zweig von Ärzte der Welt zum internationalen Netzwerk von Médecins du Monde. Médecins du Monde leitet mehr als 90 Gesundheitsprogramme in über 50 Ländern weltweit und hilft Menschen in Krisensituationen. Neben Soforthilfe im Notfall engagiert sich Ärzte der Welt für langfristige Entwicklungs- und Aufbauhilfe. Seit April 2006 führt Ärzte der Welt das DZI-Spenden-Siegel.

Auch in 2008 wird Ärzte der Welt die prämierten Bilder internationaler Fotoreporter wieder in Berlin und München zeigen. Gerne laden wir Sie ein. Wenn Sie frühzeitig die Termine erfahren möchten, bitte schicken Sie uns eine E-Mail an: info@aerztederwelt.org





Impressum