Ärzte der Welt zeigt Bilder gegen das Vergessen
in Berlin
Vernissage mit Karin Kortmann MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im
Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Vorstandsmitglied
Dr. Nicole Schmidt und Schauspielerin Alissa Jung
Vergessene Krisen im Fokus - unter diesem Titel
zeigte Ärzte der Welt
vom 20. September bis 27. Oktober 2007 die Photos der Preisträger des renommierten
Luis Valtueña International Humanitarian Photography Award im Galerie-Café
Krull in der Kulturbrauerei. Mit den gezeigten Bildern internationaler Fotoreporter
möchte Ärzte der
Welt das Bewusstsein für die Vielzahl von Krisen- und Katastrophengebieten
schärfen, die nicht (mehr) im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit
stehen. Von den Fotos beeindruckt zeigten sich neben den zahlreichen Besuchern
auch Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, und die Schauspielerin
Alissa Jung. Gemeinsam mit der Berliner Ärztin und Ärzte
der Welt-Vorstandsmitglied Dr. Nicole Schmidt eröffneten sie die Ausstellung.
In ihrer Rede hob Karin Kortmann die Relevanz von nichtstaatlichen Hilfsorganisationen
für die Entwicklungshilfe hervor. Sie betonte in diesem Rahmen aber auch
die Bedeutung eines gemeinsamen Handelns der Staatengemeinschaft im Kampf gegen
Armut, Hunger und Ungerechtigkeit und forderte deshalb eine Globalisierung der
Solidarität. Alissa Jung, selbst angehende Medizinerin, verwies vor allem
auf das Engagement der Mitglieder von Ärzte
der Welt und ihre Bereitschaft, anderen Menschen unter Einsatz der eigenen
Gesundheit zu helfen. Der Namensgeber des Fotopreises, Luis Valtueña,
kam 1997 als Mitarbeiter von Ärzte
der Welt ums Leben. Ihm und seinen ebenfalls getöteten Kolleginnen
und Kollegen Mercedes Navarro, Flors Sirera und Manuel Madrazo widmet der spanische
Zweig der Organisation den 1998 gestifteten Preis.
Ein Bürgerkrieg und seine Folgen
Als Gewinner kürte die Jury in diesem Jahr den griechischen Fotojournalisten
Yannis Kontos. Mit seinen eindringlichen Schwarz-Weiß-Porträts des
in einem so genannten „Amputiertencamp“ lebenden Familienvaters
Abu Bakarr Kargbo zeigt er die Folgeschäden des Bürgerkriegs in Sierra
Leone. Fernando Garcia Arevalo, freier Fotograf der Agentur „Cover“,
hält in seinen Aufnahmen das Leid und die Strapazen illegaler afrikanischer
Bootsflüchtlinge fest – und erhielt dafür den zweiten Preis.
Auch der dritte Preisträger, Magnum-Fotograf und World Press Photo-Award
Gewinner Paolo Pellegrin, berichtet vom drittgrößten Kontinent. Seine
Fotoreportage entstand in Angola und dokumentiert die Auswirkungen der dort
grassierenden Cholera-Epidemie. Einen Sonderpreis vergab Ärzte
der Welt zum Thema „Frauen und Mädchen als Trägerinnen gesellschaftlicher
Veränderungen“. Gewinnerin Lana Slezic aus Kanada überzeugte
die Jury mit ihren stimmungsvollen Momentaufnahmen, die dem Betrachter einen
Eindruck vom Alltag afghanischer Frauen und Mädchen nach dem Ende des Taliban-Regimes
vermitteln. Mit insgesamt 957 Fotografien aus 47 Ländern verzeichnete Ärzte
der Welt beim 10th Luis Valtueña International Humanitarian Photography
Award die größte Beteiligung seit Beginn des Wettbewerbs. Neben Deutschland,
wo die Bilder bereits in München Station machten, gastiert die Ausstellung
gleichzeitig in Madrid, Tokio und Edinburgh.
Während der fünfwöchigen Ausstellung in Berlin zeigten sich
die zahlreichen nationalen und internationalen Besucher tief beeindruckt von
der Fotoausstellung. Einige ihrer Kommentare im Gästebuch wurden anlässlich
der Finissage am 27. Oktober vor gut 70 Besuchern verlesen:
„Wir wissen nicht, dass es uns gut geht! Jetzt etwas mehr.
Eine beeindruckende unter die Haut gehende Ausstellung. Wir sind alle angesprochen,
nicht wegzuschauen.“
„War sehr hart, das alles zu sehen und darüber zu
erfahren, was über den Tellerrand hinaus passiert. Aber – weiter
so! Vielleicht ist es ja der einzige Weg, die Aufmerksamkeit zu wecken...“
„Do unto others as you would have them do unto you –
Please! Thanks for organizing the gallery.”
„Es gibt noch viel zu tun auf dem Weg zu Frieden, Freiheit
und Menschenrechte für ALLE! Dies hat mir diese Ausstellung vor Augen geführt...“
„Berührt – Beeindruckt – Sprachlos –
Vielen, vielen Dank für diese eindrücklichen Momentaufnahmen!“
“O Mundo está cheio de EUS!!! O Mundo precisa des
nós…”
"Thank you to all the people involved in these photos –
most of all the subjects and their simple dignity in this horrendously destructive
world. I am tragically left with the question: When will they ever learn….
Long time asking.”
Seit sieben Jahren gehört der deutsche Zweig von Ärzte
der Welt zum internationalen Netzwerk von Médecins du Monde. Médecins
du Monde leitet mehr als 90 Gesundheitsprogramme in über 50 Ländern
weltweit und hilft Menschen in Krisensituationen. Neben Soforthilfe im Notfall
engagiert sich Ärzte
der Welt für langfristige Entwicklungs- und Aufbauhilfe. Seit April
2006 führt Ärzte
der Welt das DZI-Spenden-Siegel.
Auch in 2008 wird Ärzte
der Welt die prämierten Bilder internationaler Fotoreporter wieder
in Berlin und München zeigen. Gerne laden wir Sie ein. Wenn Sie frühzeitig
die Termine erfahren möchten, bitte schicken Sie uns eine E-Mail an: info@aerztederwelt.org