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HIV/AIDS-Spezialistin Frau Dr. Ignea leitet ein Projekt in Simbabwe
Simbabwe

Vier Millionen Menschen leben an der nordöstlichen Grenze Simbabwes zu Mozambique, im Distrikt Chipinge, Manicaland. Ca. 21% der im Alter zwischen 15 und 49 Jährigen leiden dort mittlerweile an HIV/AIDS. Angesichts dieser verheerender Zahlen engagiert sich Ärzte der Welt mit einem umfassenden Programm für die betroffenen Menschen und sorgt sich auch um die sozio-ökonomischen Folgen für die Kinder und Angehörigen.

In der Hauptstadt Harare mit 360.000 Bewohnern hat Ärzte der Welt seit 2004 begonnen, einen Stützpunkt aufzubauen. Von hier aus werden Netzwerke mit Organisationen initiiert und koordiniert, medizinische Entwicklungsprogramme mit dem dortigen Gesundheitsministerium abgestimmt und Ernährungsprogramme für das Land angeregt.

Im Rahmen von sogenannten „Nutritiongarden“ erhalten die Patienten und deren Familien Saatgut von Ärzte der Welt und können somit ihre Ernährungsgrundlage verbessern. Dies kann entscheidend für einen positiven medizinischen Therapieverlauf sein.

In der Region befinden sich 47 Gesundheitsstationen, z.T. nur mit einem einzigen medizinischen Mitarbeiter. Dazu gibt es noch 4 Krankenhäuser mit insgesamt 5 Ärzten. Es waren weit mehr Planstellen vorgesehen, doch fehlen, wie in so vielen Entwicklungsländern, die ausgebildeten Mitarbeiter. Die Behandlungen sind in den meisten Fällen mit einem geringen Betrag kostenpflichtig. Doch 64 % der Erkrankten in Simbabwe können sich diese nicht leisten.

Wir müssen die Menschen aufklären, Strukturen zum Kauf von Kondomen schaffen und Menschen für die Kampagnen gewinnen. Hierzu sprechen wir vor allem Jugendliche in den Schulen an und binden sie mit ein. Diese erreichen die Gleichaltrigen am Besten,“ berichtet Dr. Ignea, Koordinatorin des gesamten Programms von Ärzte der Welt. Sie kämpft seit vielen Jahren als Ärztin und Entwicklungshelferin für die Menschen in Afrika und kennt die Nöte und Sorgen der Betroffenen.

In Zimbabwe leben 1,3 Mill. Aidswaisen, Kinder, die viel zu früh ihre Eltern verloren haben. Für 800 Waisenkinder in diesem Distrikt bezahlt Ärzte der Welt die Schulgebühren, die medizinische Versorgung und das Schulmaterial. In dieser ländlichen Region leben die meisten Waisenkinder bei ihren Verwandten, im Gegensatz zu den vielen Straßenkindern in der Hauptstadt.

Ärzte der Welt engagiert sich mit zwei Programmen:
Das sogenannte gemeindenahe Beratungsprogramm (home based care) umfasst die Aufklärung in Schulen und an Jugendtreffpunkten sowie Trainingseinheiten für Schüler und Lehrer.
Dazu gehört auch ein Projekt  zur häuslichen Pflege von über 1000 an Aids erkrankten Patienten abgesichert durch lokale ehrenamtliche Mitarbeiter von Ärzte der Welt. Dazu schulen die lokalen Mitarbeiter Gesundheitshelfer und Multiplikatoren, die Pflege- und Präventionsarbeit leisten und über die Ansteckungsgefahren aber auch die Vorbeugung von HIV/AIDS aufklären. Ein weiteres wichtiges Thema sind die Möglichkeiten einer HIV/AIDS Therapie und die Präventionsmöglichkeiten der Übertragung von Mutter zu Kind und der Behandlung der Mutter.
Schon im Juli werden in diesen Programmen 372 Ehrenamtliche (mit steigender Tendenz) arbeiten.
Als Aufwandsentschädigung erhalten die engagierten Helfer Schuhe und Kleidung, ein „Muss“ bei den schlechten Straßenbedingungen und den fehlenden Transportmitteln. Ärzte der Welt arbeitet hierbei mit der Organisation FACT (Family AIDS Caring Trust) zusammen.

Das andere Programm ist das Krankenhausprogramm ( „hospital based intervention“):
Ärzte der Welt ermöglicht gemeinsam mit und in den 4 Krankenhäusern der Region medizinische Behandlung für die Erkrankten. Sie umfasst Beratung und notwendige Untersuchungen sowie die Behandlung der sogenannten opportunistischen Erkrankungen wie wiederkehrende Durchfälle, Haut- und Pilzerkrankungen. Außerdem wird im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge den schwangeren Frauen ein freiwilliger HIV-Test angeboten. Falls dieser positiv ist, so bekommen die werdenden Mütter eine Therapie, diese soll die Übertragung der Krankheit von der Mutter auf das Kind verhindern.

Die an AIDS erkrankten Patienten bekommen die Möglichkeit einer Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten. Bis Ende des Jahres soll diese intensive medizinische Behandlung in allen 4 Krankenhäusern der Region durchgeführt werden. Ärzte der Welt schult die medizinischen Mitarbeiter und stellt die notwendigen Medikamente und Verbrauchsmaterialien bereit. Mobile Einsätze in der ländlichen Region ergänzen diese Einrichtungen, da die Entfernungen zu den Behandlungszentren für die Patienten oft beschwerlich und weit sind.

Ärzte der Welt beschäftigt 45 lokale und internationale Mitarbeiter in Simbabwe. Das Projekt ist so angelegt, dass es am Ende der mehrjährigen Projektlaufzeit an die staatlichen Gesundheitsbehörden  übergeben werden kann. Dann sind die nationalen Gesundheitsdienste in der Lage, die Programme  eigenständig weiterzuführen. Die verbesserten Behandlungsmaßnahmen und die internationalen Hilfe der letzten 10 Jahre ist spürbar: Die Zahl der an HIV/AIDS infizierten Menschen konnte deutlich gesenkt werden. Dr. Ignea bleibt optimistisch: “Das Programm hat wirklich gute Ergebnisse, es kommt vielen Menschen zugute. Wir brauchen viel Kraft dafür, aber es macht Sinn. Und es ist das, was ich sehr, sehr gerne mache.

Die Kosten des Programms in den nächsten drei Jahre betragen 3,2 Mio Euro. Unterstützen Sie die Kinder und die Eltern in Zimbabwe.





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