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Unsichtbare Welten
Tätigkeitsbericht 2006
Vergessene Krisen
Arte Fernsehspot
Hoffnung für den ehemaligen Krisenherd Liberia?
Ein liberianischer Mitarbeiter von Ärzte der Welt berichtete erstmals in Europa
über die aktuelle Lage und den zerbrechlichen Frieden nach jahrelangem Bürgerkrieg

LiberiaBei ihrem Staatsbesuch Anfang Oktober versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Unterstützung für den Wiederaufbau Liberias. Doch wie ist die Situation vor Ort? Abraham Taryor, „Senior Medical Supervisor“ von Ärzte der Welt in Liberia, kam im Oktober zum ersten Mal nach Europa und berichtete bei Veranstaltungen in München und Berlin über die aktuelle Situation in seinem Heimatland.

In einem Interview für das Lora Magazin beim Münchner Sender Radio Lora am Dienstag, 23. Oktober betonte Abraham Taryor, dass man Menschen in Krisensituationen nicht als passive Opfer wahrnehmen dürfe. Innerhalb eines bestimmten Rahmens könnten sie auch aktiv Selbsthilfemaßnahmen ergreifen.

Bei einem Informationsabend im Münchner Eine Welt Haus am Mittwoch, 24. Oktober gab Dr. Lecia Feszczak eine kurze Einführung zu Liberia und zum Gesundheitsprojekt von Ärzte der Welt vor Ort. Anschließend berichtete Abraham Taryor über Selbsthilfemechanismen, die ein Land entwickelt, wenn keine internationalen Organisationen vor Ort sind. Gleichzeitig wies er auf die Grenzen des lokalen Engagements hin. Die verlässliche Bereitstellung von Medikamenten und medizinischer Versorgung sowie eine funktionierende Logistik wurde in Liberia erst mit Eintreffen der internationalen Nicht-Regierungsorganisationen gewährleistet. Den lokalen Akteuren fehlten dazu im Konflikt die finanziellen Mittel. Dr. Lecia Feszczak moderierte die lebhafte Diskussion mit einem kritisch-interessierten Publikum.

Bei seinem Vortrag auf dem IX. Humanitären Kongress in Berlin am 26./27. Oktober hob Abraham Taryor hervor, dass bereits einfache Maßnahmen die gesundheitliche Situation der Bevölkerung erheblich verbessern können. So ist die Aus- und Weiterbildung lokaler Fachkräfte auch im Rahmen von Nothilfeeinsätzen möglich und erforderlich. Das ist besonders wichtig, da lokale Fachkräfte bleiben, auch wenn internationale Organisationen gehen.

Seit Ende des Bürgerkrieges 2003 ist Ärzte der Welt in der nördlichen Provinz Bong tätig. Zehn medizinische Zentren hat Ärzte der Welt zusammen mit lokalen Fachkräften nach dem Bürgerkrieg in Liberia wiederaufgebaut. Ärzte der Welt engagiert sich noch einige Jahre in dem Projekt, bevor es dann an die lokalen Partner übergeben werden kann.





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