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AFGHANISTAN: Ärzte der Welt weiterhin im Land tätig |
Die Finanzierung der medizinischen Nothilfe für das Krankenhaus in Chaghcharan und für die Gesundheitsstation in Taiwara im Landesinnernen ermöglichte der Arbeitsstab Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt in Berlin.
Das langfristig entwicklungsorientierte Mutter-Kind Gesundheitsprojekt in Herat unterstützte die Organisation Johanniter e.V.
Ärzte der Welt spricht sich weiterhin deutlich für eine unabhängige humanitäre Hilfe und somit gegen die Vermischung mit Militäreinsätzen in Afghanistan aus.
Die von den Vereinigten Staaten von Amerika geführte Koalition in Afghanistan hat seit Ende 2002 sogenannte „Provincial Reconstruction Teams (PRT)“ eingesetzt.
Diese meist aus Reservisten der US Armee bestehenden Einsatzgruppen sollen helfen, die Sicherheit in Zonen außerhalb der Kontrolle der Zentralverwaltung zu gewährleisten.
Bei ihren Einsätzen sollen sie sich auch bei humanitären Hilfsaktionen und beim Wiederaufbau beteiligen. Dadurch kommt es bei allen Beteiligten in Afghanistan, bei den unabhängigen Hilfsorganisationen und besonders bei der Zivilbevölkerung zu Irritationen und Sicherheitsproblemen.
Ärzte der Welt ist über die Auswirkungen der PRT-Arbeit auf die humanitäre Hilfe in Afghanistan sehr besorgt.
1) Generell wird die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der humanitären Hilfsorganisationen gerade in der Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung gefährdet.
2) Die PRT Teams werden nur in Gebieten eingesetzt, deren Lokalverwaltung der Koalition wohlgesinnt ist. Eine spezialisierte und möglichst objektive Einschätzung der wirklichen Bedürfnisse der Bevölkerungen wird nicht gewährleistet.
3) Es besteht eine ernste Gefahr für die Sicherheit der Mitarbeiter, weil humanitäre Hilfe mit einem Soldateneinsatz verwechselt werden kann.
4) die Bemühungen von Ärzte der Welt, zu Partnern und Bedürftigen eine Beziehung auf Grundlage von Vertrauen und Respekt aufzubauen und auch nach der Krise fortzuführen, werden gestört.
Ärzte der Welt fordert daher ausdrücklich:
- Eine klare Unterscheidung zwischen „Militärs“ und „humanitären Mitarbeitern“ am Ort vorzunehmen und die afghanische Bevölkerung auch an jedem Ort darüber speziell zu informieren.
- Eine klare Begrenzung der Kompetenzen: Die PRT sollten in den Kompetenzsektoren des Militärs, z. B. im Wiederaufbau (Infrastruktur wie Straßen, Häuser, Wasserversorgung, etc.) eingesetzt werden. Die Arbeit mit der Zivilbevölkerung (z.B. Gesundheit, soziale Maßnahmen, Rehabilitation, Erziehung und Entwicklung) muss in der Zuständigkeit der speziell ausgerichteten und unabhängigen humanitären Organisationen bleiben.
Ärzte der Welt - Médecins du Monde (MDM)vertritt diese humanitären Mindeststandards auch auf Ebene des UN-Sicherheitsrats. Eine unabhängige Expertengruppe (Humanitarian Commission) kümmert sich neben dem Schutz von Zivilbevölkerungen auch präventiv um die Verhinderung von neuen Konflikten.
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