Das Team von Ärzte der Welt hat bei jedem Einsatz der Aktion Lächeln in Kambodscha einen vollen OP-Plan um Kindern zu helfen. In der Stadt Kampong Cham operieren ehrenamtliche Chirurgen von Ärzte der Welt missgebildete und kranke Kinder kostenfrei. Sie geben Kindern ihr Lächeln wieder. Doch das Engagement der Teammitglieder hört beim Verlassen des Operationssaals nicht auf. Bei Notfällen wie diesem Verkehrsunfall machen sie sich auf den Weg und retten Leben.
Kleidungsstücke, Gepäck, Bambuskörbe und Fahrzeugteile sind über die ganze Straße verteilt. Der alte Kleinbus ist völlig zerstört. Es steigt Rauch auf, es riecht nach Benzin. Verletzte liegen blutüberströmt und mit Verbrennungen am Straßenrand. Für sechs Menschen kommt jede Hilfe zu spät. Ein schrecklicher Verkehrsunfall an einem Abend in Kambodscha, auf der Strecke zwischen der Hauptstadt Phnom Penh und Vietnam. Unter den Schwerstverletzten ist auch die 35-jährige Aysha Ya, Mutter von vier Kindern.
Auch ihre Schwester befindet sich im Bus – sie stirbt noch an der Unfallstelle.
Nur notdürftig können die Verletzten versorgt werden. Zufällig vorbeikommende Autos bringen die Unfallopfer in ein Krankenhaus. Einen Krankenwagen, geschweige denn einen Notarzt, gibt es in dieser Provinz von Kambodscha kaum. Nur ca. zwei Wagen für ein Einzugsgebiet von 1.5 Millionen Menschen, die nicht annähernd an europäische Standards erinnern.
Aysha wird mit einer lebensbedrohlichen Hirnblutung, einem Unterkieferbruch und schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht. Ein Wunder, dass sie den Transport auf einer mit Bambusmatten ausgelegten Ladefläche eines Kleinlasters überhaupt überlebt hat. Es besteht akute Lebensgefahr. Im Krankenhaus wartet normalerweise kein Notarztteam mit modernen Geräten auf die Verletzten. So gut es geht versorgt ein einziger Mediziner nachts die Verunglückten.
Doch die junge Frau hat Glück im Unglück. Ein Team von Ärzte der Welt ist zu einem Einsatz in der Region. Die Ärzte hören von dem schweren Unfall und machen sich sofort auf den Weg zu den Unfallopfern ins Krankenhaus um zu helfen. Durch ihren schnellen Einsatz und mehrere Notoperationen können die Ärzte aus Deutschland Unfallopfern das Leben retten. Auch das der 35-jährigen Aysha. In einem spärlich ausgestatteten Operationssaal wird die junge Frau behandelt. Der Neurochirurg von Ärzte der Welt führt eine komplizierte Operation am Kopf durch. Der Anästhesist aus Deutschland beatmet während des achtstündigen Einsatzes die Patientin per Hand.
Aysha ist das erste Mal seit zwei Jahren wieder in ihrer Heimat. Sie hat sich so gefreut, ihre Familie, Vater, Geschwister und ihre vier Kinder zu besuchen. Seit zwei Jahren lebt Aysha unter dubiosen Umständen in Malaysia als Haushälterin. Sie erhält keinen Lohn. Selbst für den Besuch ihrer Familie hat Aysha von ihrem Arbeitgeber kein Geld bekommen – aus Angst, dass sie sonst nicht zurückkommen würde.
Irgendwie hat sie es doch von Malaysia nach Phnom Penh der Hauptstadt von Kambodscha geschafft. Sie verabredet sich mit Ihrer Schwester, die Geld für die Busfahrt nach Hause mitbringen muss. Selbst für die Fahrt mit dem Bus nach Hause hat Aysha kein Geld.
Nun liegt die vierfache Mutter nach dem schrecklichen Unfall schwerstverletzt und immer noch ohne Bewusstsein auf einem alten, rostigen, ungepolsterten Krankenhausbett. Erst nach drei Tagen erfährt Ayshas Familie von dem Unglück. Jetzt stehen sie schweigend vor dem Krankenbett. Tränen laufen über ihre Wangen. Ohne ihre Angehörigen hätte Aysha keine Chance. Ohne Geld gibt es kaum medizinische Versorgung, ohne Angehörige bekommen die Patienten nicht einmal etwas zu essen.
Die Familie pflegt vorsichtig die Schwerstverletzte. Es mangelt in dem Provinzkrankenhaus an allem.
Das Team von Ärzte der Welt besucht regelmäßig die Verletzten um zu helfen. Mittlerweile ist Aysha wieder bei Bewusstsein. Ohne die Notoperation der Ärzte aus Deutschland hätte sie nicht überlebt.
Die Aktion Lächeln: Kindern ihr Lächeln wiedergeben
Seit dem Jahr 2000 entsendet Ärzte der Welt ehrenamtlich tätige hoch spezialisierte Chirurgen und medizinisches Fachpersonal nach Kambodscha, um missgebildete und kranke Kinder kostenfrei zu operieren. Die Spezialisten versorgen in zwei bis vier Einsätzen pro Jahr etwa 150 bis 200 Patienten. Durch Fortbildungsseminare und Vorlesungen an der Universität in Phnom Penh wird das Fachwissen an lokale Partner weitergegeben.
Die Aktion Lächeln braucht Ihre Unterstützung.