Seit mehr als drei Jahren sind die
Bevölkerungsgruppen in der Region um die Stadt Deribat von
internationaler Hilfe abgeschnitten und haben keinerlei Zugang zu
medizinischer Versorgung. Ärzte der Welt eröffnet ein neues Programm in
Darfur, um die gesundheitliche Grundversorgung für die ländlichen
Gemeinden dieser Region, die im Herzen von Jebel Mara liegt,
wiederherzustellen.
Eine
isolierte Zone, überwiegend abgeschnitten von humanitärer Hilfe
Aufgrund
der Folgen des Konflikts und der geographischen Lage bleiben die
Einwohner der zentralen Täler der Region um Deribat weiterhin von der
Außenwelt abgeschnitten.
Die Gebirgskette von Jebel Mara
isoliert die Bevölkerung von externer Hilfe, reduziert die Mobilität
und schränkt die Versorgungsmöglichkeiten bei gesundheitlichen
Problemen ein. Da die Bevölkerung aufgrund der mangelnden
Kommunikationsmöglichkeiten vom restlichen Land abgeschnitten ist, kann
sie auch nicht von den Programmen der Gesundheitsbehörden oder
humanitärer Akteure profitieren. Letztendlich hat der Konflikt den
Austausch und den Handel nach außen beträchtlich eingeschränkt.
Aufgrund dieser Isolation entstehen Mangel und Not für die Bevölkerung.
Die Situation lässt sich am Ernährungszustand ablesen.
Die
Gemeinden haben gravierende Versorgungsprobleme im Mutter-Kind Bereich
und die Bevölkerung leidet an klassischen Erkrankungen, die im
Zusammenhang mit der geographischen Lage stehen (akute Erkrankungen der
Atemwege, Durchfall, Hepatitis, Malaria)
Wiederherstellung
des Zugangs zur Versorgung
Das Programm
gewährleistet zukünftig die Ausstattung mit Medikamenten und
medizinischer Ausrüstung von sechs Gesundheitszentren (Deribat, Jawa,
Suni, Dera, Kebra, Soro), die insgesamt die Versorgung von bis zu
100.000 Menschen abdecken und die Weiterbildung der
Pflegekräfte. Ärzte der Welt wird ein spezielles Augenmerk auf die
Gesundheit
von Müttern und Kindern sowie die Unterernährung richten:
- Prävention und Behandlung von
Infektionskrankheiten und potentieller Epidemien sowie eine
epidemiologische Überwachung.
- Unterstützung
für Hebammen und
Geburtshelferinnen in der Region sowie Sensibilisierung für
Risikoschwangerschaften
- Ernährungshilfen
direkt an die Haushalte, um den
Ernährungszustand von Kindern unter fünf Jahren zu verbessern
Die Teams von Ärzte der Welt
werden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden die Bevölkerung hinsichtlich
Gesundheits- und Hygienefragen sensibilisieren und auf persönliche und
ernährungsbedingte Fragestellungen eingehen.
- In
der Stadt Deribat arbeitet derzeit eine Gruppe von fünf entsandten
Experten, die von drei Mitarbeitern in Nyala und zwei Vertretern in
Khartum unterstützt werden.
Ärzte der
Welt im Sudan
Ärzte der Welt engagiert sich im Sudan seit 2004 mit
einem Programm für gesundheitliche Grundversorgung im Flüchtlingslager
Kalma sowie in den abgelegenen Gebieten im Osten von Jebel Mara. Im
Januar 2007 wurden sämtliche Aktivitäten von Ärzte der Welt in Darfur
eingestellt, da ein zu großes Ungleichgewicht zwischen dem Nutzen für
die Bevölkerung und den Sicherheitsrisiken für die Einsatzteams bestand.
Seit
2005 führt Ärzte der Welt im Südsudan in Malakal ein weiteres Programm
durch, das eine gesundheitliche Primärversorgung und eine
epidemiologische Überwachung beinhaltet.
Pressekontakt:
Dr.
Lecia Feszczak
089/18.91.22.93
lecia.feszczak@aerztederwelt.org