„Tausende von Betroffenen, die in Schulen
Schutz gefunden haben, werden in den nächsten Tagen von dort
vertrieben. Sie sollen die Räume freimachen zur Einrichtung
von Wahlbüros für das Referendum über eine neue Verfassung -
die Wahl war in den Katastrophengebieten kürzlich verschoben
worden.“
Françoise Sivignon, Projektkoordinatorin
Birma, nach ihrer Rückkehr aus Rangun
In Birma sind derzeit 2,5 Millionen Menschen durch
den Zyklon geschädigt. Nach Meinung von Beobachtern erhält nur
10% von ihnen momentan humanitäre Hilfe. Dringend notwendig
ist der Zugang zu Grundnahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser
und medizinischer Versorgung.
Unmittelbar nach dem Zyklon hat Ärzte der Welt
mobile Krankenstationen in Thanlyin und Dagon aufgebaut. In
diesen beiden Distrikten im Großraum Rangun besteht weiterhin
ein immenser Hilfsbedarf: 80% der Häuser sind zerstört und die
Preise für Grundnahrungsmittel sowie für Materialien zum
Wiederaufbau der Dächer sind in schwindelerregende Höhe
geschossen.
Trotz größter logistischer und
administrativer Schwierigkeiten konnte das Team von Ärzte
der Welt, das seit 1995 in Rangun arbeitet, auch im
Irrawaddy Delta tätig werden. Birmanisches
Krankenpflegepersonal, das derzeit als einzige das Recht hat,
sich frei zu bewegen, ist seit einigen Tagen in Kungyangon,
einer Ortschaft mit 80 000 Einwohnern, im Einsatz. Die
Bevölkerung leidet vor allem unter Durchfall, Atemwegs- und
Hautinfektionen. Seit der Ankunft eines zusätzlichen
Notfallteams haben Mitarbeiter von Ärzte der Welt
Zelte und Tabletten zur Wasserreinigung verteilt, sowie
täglich 200 bis 300 Patienten behandelt.
Die
ausländischen Mitarbeiter von Ärzte der Welt, die
sich zunächst auch außerhalb von Rangun aufhalten konnten,
dürfen seit dem 12. Mai die Hauptstadt nicht mehr verlassen.
Ärzte der Welt hat daraufhin drei weitere birmanische
Ärzte sowie eine birmanische Krankenschwester zur
Unterstützung der 70-köpfigen Hilfsmannschaft
engagiert.
In Anbetracht des immensen Bedarfs
sind die Hilfsmaßnahmen völlig ungenügend und der Einsatz
stößt auf größte Schwierigkeiten. Ärzte der Welt
fordert zum wiederholten Male die Regierung von Birma auf, die
administrativen Hindernisse aufzuheben, damit medizinisches
Personal sich auch außerhalb von Rangun und im Irrawaddy Delta
frei bewegen kann. Es besteht äußerste Dringlichkeit, in den
betroffenen Gebieten Hilfe zu leisten.
Die vom Zyklon betroffenen Menschen brauchen unsere Hilfe,
das Team von Ärzte der Welt in Myanmar Ihre
Unterstützung. Spenden Sie jetzt.