| | Medizinische Versorgung für Frauen, Kinder und Gewaltopfer in Haiti |
Ärzte der Welt in Haiti sichert Zugang zu medizinischer Grundversorgung für Frauen, Kinder und Gewaltopfer
Das
Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnt eindringlich
vor den Folgen der jüngsten Nahrungsmittelkrise. Man spricht von einem
"stillen Tsunami". In Haiti leben 80% der Bevölkerung mit weniger als
zwei Dollar am Tag und können sich eine ausreichende Ernährung nicht
mehr leisten. Auch haben viele Haitianer keinen Zugang zu medizinischer
Versorgung.
Die Zahlen der WHO
(2006) sprechen für sich: Die Lebenserwartung liegt bei 55 Jahren,
Kindersterblichkeit 117 von 1 000, Müttersterblichkeit 632 von 100 000
- eine der höchsten der Welt. Seit 1989 liegt der Schwerpunkt der
Aktivitäten von Ärzte der Welt auf der Verbesserung der gesundheitlichen Situation im Distrikt Grande Anse im Südwesten des Landes. Dort bietet Ärzte der Welt
schwangeren Frauen und Kindern unter fünf Jahren einen kostenfreien
Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Ein spezielles Programm
betreut unterernährte Kinder unter fünf Jahren. In der Hauptstadt
Port-au-Prince führt Ärzte der Welt ein Programm zur Beratung und
Unterstützung von Gewaltopfern durch. Zusammen mit lokalen Vereinen
bildet Ärzte der Welt einheimische Betreuer aus, die in den Gemeinden
das Thema sexuelle Gewalt behutsam ansprechen.
Einst war Haiti
ein Land mit Zukunftsperspektiven. In den 80er Jahren brach jedoch die
Agrarwirtschaft aufgrund struktureller Anpassungen zusammen. Heute wird
Reis zu 80% aus den USA importiert. Seitdem sich Haitianer ihr
Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können, werden mittlerweile
„Lehmplätzchen“ - aus eingeweichten Lehm, Salz und Kochfett in der
Sonne gebacken - gegessen. Das „Gebäck“ dämpft das Hungergefühl, hat
aber keinerlei Nährwert.
Seit 19 Jahren ist Ärzte der Welt
in Haiti engagiert: Die Plünderungen im April 2008 waren keine
singulären Ereignisse. Eine langfristige Arbeit ist in Haiti
unentbehrlich. Mag die Welt schnell vergessen, Ärzte der Welt wird den Menschen in Haiti weiterhin helfen.
|
| |