Openmed - Medizinische Hilfen - anonym und kostenfrei.
Tätigkeitsbericht 2006
Tätigkeitsbericht 2007
Vergessene Krisen
Arte Fernsehspot 2007
Arte Fernsehspot
 Medizinische Versorgung für Frauen, Kinder und Gewaltopfer in Haiti
Ärzte der Welt in Haiti sichert Zugang zu medizinischer Grundversorgung für Frauen, Kinder und Gewaltopfer

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnt eindringlich vor den Folgen der jüngsten Nahrungsmittelkrise. Man spricht von einem "stillen Tsunami". In Haiti leben 80% der Bevölkerung mit weniger als zwei Dollar am Tag und können sich eine ausreichende Ernährung nicht mehr leisten. Auch haben viele Haitianer keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Die Zahlen der WHO (2006) sprechen für sich: Die Lebenserwartung liegt bei 55 Jahren, Kindersterblichkeit 117 von 1 000, Müttersterblichkeit 632 von 100 000 - eine der höchsten der Welt. Seit 1989 liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten von Ärzte der Welt auf der Verbesserung der gesundheitlichen Situation im Distrikt Grande Anse im Südwesten des Landes. Dort bietet Ärzte der Welt schwangeren Frauen und Kindern unter fünf Jahren einen kostenfreien Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Ein spezielles Programm betreut unterernährte Kinder unter fünf Jahren. In der Hauptstadt Port-au-Prince führt Ärzte der Welt ein Programm zur Beratung und Unterstützung von Gewaltopfern durch. Zusammen mit lokalen Vereinen bildet Ärzte der Welt einheimische Betreuer aus, die in den Gemeinden das Thema sexuelle Gewalt behutsam ansprechen.

Einst war Haiti ein Land mit Zukunftsperspektiven. In den 80er Jahren brach jedoch die Agrarwirtschaft aufgrund struktureller Anpassungen zusammen. Heute wird Reis zu 80% aus den USA importiert. Seitdem sich Haitianer ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können, werden mittlerweile „Lehmplätzchen“ - aus eingeweichten Lehm, Salz und Kochfett in der Sonne gebacken - gegessen. Das „Gebäck“ dämpft das Hungergefühl, hat aber keinerlei Nährwert.

Seit 19 Jahren ist Ärzte der Welt in Haiti engagiert: Die Plünderungen im April 2008 waren keine singulären Ereignisse. Eine langfristige Arbeit ist in Haiti unentbehrlich. Mag die Welt schnell vergessen, Ärzte der Welt wird den Menschen in Haiti weiterhin helfen.

Spenden Sie jetzt!




Impressum