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Wenn unsichtbare Menschen ihre Welten zeigen
Ärzte der Welt hat zusammen mit zwölf weiteren Münchner Organisationen am Mittwoch, 2. Juli, die Ausstellung "Unsichtbare Welten" im Münchner Gasteig eröffnet. Zwei Wochen nach dem Beschluss der EU-Richtlinie über gemeinsame Verfahren zur Rückführung von Menschen, die sich illegal in einem Land aufhalten, will diese Ausstellung auf die Lebenssituation dieser Menschen aufmerksam machen und zu Diskussionen anregen. Dazu gibt es ein begleitendes Kulturprogramm.

Schiffbrüchige, die Leichen von Verunglückten an einem Strand im Süden Europas, die Versuche verzweifelter Menschen, die Stacheldrahtzäune um die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla zu überwinden – illegale Immigration schafft starke Bilder. Doch wie der Alltag von Flüchtlingen aussieht, können sich die meisten Europäer nur vage vorstellen. In der Ausstellung "Unsichtbare Welten" werden Bilder aus dem Leben dieser Menschen gezeigt. Die Fotos wurden von den Migrantinnen und Migranten selbst gemacht oder nachgestellt und gemeinsam von Ehrenamtlichen festgehalten. Während der Fotoaufnahmen erzählten sie von ihrem Leben in der Illegalität und den Umständen, die dazu führten, ihre Heimat zu verlassen. Zur Ausstellung bieten die Veranstalter ein Kulturprogramm an. Die Schirmherrschaft hat der Münchner Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) übernommen.


Verantwortliche der Organisation Ärzte der Welt und des Café 104 berichteten in einer Pressekonferenz über Erfahrungen aus ihrer gemeinsamen Sprechstunde, die in München Menschen ohne Aufenthaltsstatus medizinische Versorgung und psychosoziale Betreuung anbietet. Marion Chenevas, Projektkoordinatorin bei Ärzte der Welt, plädiert für eine europaweite Betrachtung des Themas und einen Vergleich mit Lösungsansätzen aus anderen EU-Ländern wie Spanien oder Frankreich. Birgit Poppert, Mitgründerin des Café 104, wies darauf hin, dass eine gute Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen wichtig ist, um Menschen, die sich meist in einer komplizierten Lebenssituation befinden, umfassend zu helfen. „Man braucht Lebensperspektive, um gesund zu werden“, sagte Birgit Poppert.

Bürgermeister und Schirmherr Hep Monatzeder warnte in seinem Grußwort bei der Vernissage vor den Konsequenzen der EU-Rückführungsrichtlinie: Wenn Menschen ohne Papiere als Hochkriminelle betrachtet werden, dann ist es unser Anspruch, für dieses Thema zu sensibilisieren, betonte Monatzeder. Am 18. Juni hatte das europäische Parlament die Richtlinie beschlossen und damit EU-weite Standards für die Behandlung von Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis auf den Weg gebracht. Sie legt u.a. die Dauer einer Abschiebehaft auf sechs bis 18 Monate fest - auch für Minderjährige - und sieht eine fünfjährige Wiedereinreisesperre in Europa vor.

Die Ausstellung ist vom 2. bis zum 18. Juli im Foyer des Münchner Gasteig zu sehen. Der Eintritt ist frei. Zum begleitenden Kulturprogramm gehören Theatervorstellungen, Dokumentarfilme und Vorträge. Alle Details zum Programm finden Sie unter www.unsichtbarewelten.de.

Kontakt:
Christa Schüßler
Projekt "Unsichtbare Welten – Menschen ohne Aufenthaltsstatus in Deutschland"
Tel.: 089/51 26 16 07
Mobil: 0160 905 666 98
E-mail:  info@unsichtbarewelten.de

Kooperationspartner: Café 104, Refugio München , Regsam, IN VIA KOFIZA, open.med von Ärzte der Welt, INTERNATIONAL MUNICH ARTLAB, Färberei, Kultur auf Rädern e.V., Bayerischer Flüchtlingsrat, Münchner Flüchtlingsrat, Münchner Kammerspiele, AsylArt, Nord-Süd-Forum München.






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