Médecins du Monde engagiert sich seit 1995 in der Region Chiapas
mit einem medizinischen Hilfsprogramm für die vertriebene
indianische Bevölkerung, die Totzile. Seit April 2005 setzt sich
Médecins du Monde auch für die Verbesserung der
medizinischen Versorgung von Migranten in den Städten Tijuana und
Mexicali, in der mexikanisch-amerikanischen Grenzregion, ein.
Das Grenzgebiet zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko ist
für zahllose Menschen aus Mexiko und Lateinamerika eine
Zwischenstation auf der Suche nach einem besseren Leben. Oftmals ist
der illegale Grenzübertritt der einzige Weg in die USA.
Es wird geschätzt, dass sich von den ungefähr 22 Millionen in
den USA lebenden Lateinamerikanern etwa 6 bis 10 Millionen illegal in
den USA aufhalten.
Migranten – eine verwundbare
Bevölkerungsgruppe
12,5 Millionen Menschen leben in der Region, die sich an den beiden
Seiten der Grenze, von Tijuana an der Pazifikküste bis nach
Matamorors am Golf von Mexiko, erstreckt – darunter auch eine
große Zahl von Migranten mit unsicherem Status. Jedes Jahr
durchlaufen annähernd 13.000 Menschen die dortigen Aufnahmezentren.
Médecins du Monde kämpft gegen die Stigmatisierung und die
gesundheitlichen Gefahren.
Zugang zu medizinischer
Versorgung erleichtern
Um die Menschen umfassend über ihre Rechte bei der
Gesundheitsversorgung zu informieren, werden für die
Bedürftigen medizinische Sprechstunden organisiert . Diese
Aufklärungsarbeit wird auch in sechs weiteren Partnerzentren
angeboten. Die Sensibilisierung für die herrschenden
Gesundheitsprobleme, insbesondere Dehydration, Tuberkulose und
Drogenabhängigkeit, verstärkt den Präventionseffekt.
Übertragung von HIV/AIDS und
sexuell übertragbaren Krankheiten vorbeugen
Die Migranten können kostenlose und anonyme
HIV-Früherkennungstests durchführen lassen. HIV-Infizierte
erhalten eine spezielle gesundheitliche Versorgung. Zusammen mit
lokalen Partnern führt MDM Informations- und
Sensibilisierungskampagnen gegen HIV/AIDS und sexuell übertragbare
Krankheiten durch.
Die Achtung des Menschenrechts auf
Gesundheit fördern
Médecins du Monde sammelt darüber hinaus konkrete Daten
über Epidemien und die Lage der betroffenen Menschen. Mit diesen
Informationen sollen die zuständigen Behörden, aber auch die
internationale Gemeinschaft, auf die Problematik aufmerksam gemacht
werden. Ziel ist, das Recht auf Gesundheit im Bewusstsein zu verankern
und den Zugang zu medizinischer Versorgung zu fördern.
|