In der Region Ghor, im Westen Afghanistans, leben 700.000 Menschen seit
Jahren unter einer
extremen Dürre. Bis zum Ende der Taliban-Herrschaft waren sie
für ausländische
Hilfsorganisationen nicht zu erreichen. In dieser bergigen und schwer
zugänglichen Provinz
konnte Ärzte der Welt – Medecins du Monde nun die medizinische
Grundversorgung mit
zwei Krankenhausprojekten in Chaghcharan und in der Gesundheitsstation
von Taiwara
nachhaltig verbessern und sichern.
Trotz der Anwesenheit der internationalen Schutztruppe ISAF ist die
allgemeine
Sicherheitslage in Afghanistan noch keineswegs ausreichend. Weiterhin
sind in vielen
Landesteilen Zellen der Taliban aktiv und gefährden den Aufbau und
die Entwicklung des
Landes. Dessen ungeachtet zieht es viele Afghanen, die aufgrund von
Dürre, Hunger und
politischer Unterdrückung innerhalb und außerhalb des Landes
Schutz und Hilfe gesucht
hatten, in ihre Heimatregionen zurück.
Ein Krankenhaus und eine Gesundheitsstation für 700.000
Menschen
Die bergige Region ist in den Wintermonaten nur sehr schwierig zu
erreichen und die
Menschen hatten zudem in den vergangenen drei Jahren mit den Folgen
extremer Trockenheit
zu kämpfen. Die langsam in das Gebiet zurückkehrende
Bevölkerung leidet unter strukturell
bedingter Armut und einer vollkommen unzureichenden Infrastruktur im
Bereich des
Gesundheitswesens. So gibt es in der Provinz nur ein einziges
Krankenhaus mit 25 Betten.
Daneben existiert in Taiwara ein Gesundheitszentrum.
Ärzte der Welt ist seit 20 Jahren in Afghanistan aktiv und hat
unmittelbar nach dem Sturz des
Taliban-Regimes eine Bedarfsermittlung für die bis dahin
unzugängliche Provinz Ghor
durchgeführt. Danach stand fest, dass neben der Versorgung der
Bevölkerung mit
Medikamenten und medizinischen Verbrauchsmaterialien auch die
Instandsetzung der
medizinischen Einrichtungen sowie die Schulung des einheimischen
Personals dringend
notwendig waren.
Medikamente liefern, Dächer reparieren, medizinisches Personal
schulen
Per Luftfracht und auf Lastwagen wurden Medikamente und medizinische
Hilfsgüter in die
Klinik und in das Gesundheitszentrum geliefert. Das
Krankenhausgebäude wurde vollständig
saniert. Dadurch können nun die ärztlichen Sprechstunden
unter einigermaßen angemessenen
Bedingungen abgehalten werden.
Auch das Gesundheitszentrum wurde umfassend renoviert. Durch die
Erneuerung des
Daches und weitere Sanierungsmaßnahmen ist es den Ärzten
jetzt möglich, Patienten bei
Bedarf auch stationär aufzunehmen. Weiterhin wurde hier und in den
beiden Außenstellen des
Zentrums die Versorgung mit Trinkwasser sichergestellt und die
sanitären Anlagen erneuert.
Ärzte der Welt kümmert sich darüber hinaus um die Aus-
und Weiterbildung des
medizinischen Personals. So wurden Behandlungs- und
Übernahmeprotokolle eingeführt und
spezielle Schulungen für Hebammen und Krankenpfleger
durchgeführt.
Trotz eines strengen Winters und massiver Sicherheitsprobleme, die
bereits im Oktober zum
Abzug des internationalen Teams aus der Gesundheitsstation
führten, konnte der Betrieb
sowohl hier als auch im Krankenhaus durch einheimsche Mitarbeiter
aufrechterhalten werden.
Wegen der unzureichenden Sicherheitslage halten sich die
internationalen Mitarbeiter derzeit
in Kabul auf und besuchen die Klinik – soweit möglich - ein bis
zweimal monatlich.
Die Nothilfeaktivitäten von Ärzte der Welt für die
Zivilbevölkerung in der Provinz Ghor,
wurden finanziell vom Arbeitsstab Humanitäre Hilfe des
Auswärtigen Amtes in Berlin
gefördert.
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