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Migration und Gesundheit in Europa

Was macht Ärzte der Welt - Médecins du Monde Europa?

Gesundheitsversorgung ist auch in Europa keine Selbstverständlichkeit - schon gar nicht für benachteiligte Bevölkerungsgruppen. So sind in den ärmeren süd- und osteuropäischen Ländern häufig bereits einkommensschwache Haushalte, alte Menschen und ethnische Minderheiten betroffen.
In den reicheren mittel- und nordeuropäischen Staaten dagegen sind es besonders die Migranten ohne geregelten Aufenthaltsstatus, kurz die "Illegalen", die aus den sozialen Netzen herausfallen.

Ärzte der Welt - Médecins du Monde Europa hat sich angesichts der zunehmenden Restriktionen in den Gesundheitssystemen ein hohes politisches Ziel gesteckt: Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle benachteiligten Menschen in Europa.
Die gemeinsamen Ziele haben 36 Delegierte von Ärzte der Welt - Médecins du Monde aus 13 europäischen Ländern definiert:
  • Jeder Mensch soll ein fundamentales Recht auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Dieses Recht soll insbesondere auch für alle benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Europa erkämpft werden.
  • Europaweit soll der Zugang benachteiligter Bevölkerungsgruppen zur Gesundheitsversorgung analysiert und beobachtet werden, mit Fokus auf Personen ohne legalen Aufenthaltsstatus.
  • Von der EU soll das generelle Recht erwirkt werden, dass kein schwerkranker Ausländer abgeschoben werden darf.
Die Situation in Deutschland

Generell genießt in Deutschland jeder das Recht auf Gesundheitsversorgung, niemand darf aufgrund seiner Einkommensverhältnisse ausgeschlossen werden. Demnach haben legale Migranten vollen Zugang zu den Krankenversicherungen und somit zum Gesundheitssystem. Jedoch weiß dieser Personenkreis vielfach nichts von seinen Rechten und bleibt daher unversichert.
Auch Asylbewerber haben das Anrecht auf eine unentgeltliche medizinische Grundversorgung, wenngleich in Bayern dieses Recht auf Notfälle, schmerzhafte Krankheiten und unentbehrliche Vorsorge im Einzelfall beschränkt ist. Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis dagegen haben keinen legalen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Erste Schritte in München

Allein in München werden 30.000 bis 50.000 so genannte Illegale vermutet, die Angst haben, entdeckt zu werden, wenn sie einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Sie gefährden ihr eigenes Leben und im Falle von ansteckenden Krankheiten auch das der anderen. Ärzte wiederum wissen oft nicht, ob sie sich strafbar machen, wenn sie einen kranken Menschen ohne Papiere behandeln.

In einem ersten wichtigen Schritt konnte die Stadt München nun klären, dass Ärzte und medizinisches Personal nicht verpflichtet sind, Illegale den Behörden zu melden. Jetzt erst ist es möglich, Hilfe auf legaler Grundlage anzubieten.

Weitere Gespräche mit der Stadt München, der Ärztekammer und verschiedenen Institutionen stehen bevor, um die Finanzierung und Organisation medizinischer Hilfe schnell auf den Weg zu bringen. Denn hier handelt es sich nicht nur um ein Problem von Illegalen, sondern es geht um die Gesundheitsvorsorge für die gesamte Bevölkerung. Es müssen besonders auch im Falle von ansteckenden Krankheiten - wie Tuberkulose und HIV/AIDS - Mittel und Wege gefunden werden, unbürokratische Hilfe für Illegale anzubieten und so letztlich die gesamte Bevölkerung zu schützen.




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