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Aethiopien: Mutter-Kind-Gesundheit: Dr. Robert Angerer nach einem Einsatz zurückgekehrt
Anfang Februar 2006 kehrte der Münchner Arzt Dr. Robert Angerer von einem fünfwöchigen Einsatz für Ärzte der Welt in Äthiopien zurück.
Auf der Entwicklungsskala der UN liegt Äthiopien auf Rang 168 von 173 Ländern. Etwa 55% der Bevölkerung lebt von weniger als einem  Dollar pro Tag. In manchen Regionen sind dies sogar bis zu 85%. Über 40% der Bevölkerung ist unter 14 Jahre. Die Probleme des Landes sind immens und auch im medizinischen Bereich ist Hilfe dringend notwendig.

In Axum, der heiligen Stadt der äthiopisch orthodoxen Kirche, wird von Ärzte der Welt ein breit angelegtes Programm zur Ausbildung von medizinischen MitarbeiterInnen für Chirurgie, insbesondere für die Geburtschirurgie, durch.
Axum liegt im Hochland auf über 2000 m Höhe und ist mit etwa 35.000 Einwohnern ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum für das weite Umland.

Aufgrund der schlechten Infrastruktur erhalten viele Frauen aus dem ländlichen Umland keine medizinische Versorgung. Viele Frauen sterben aufgrund der fehlenden Behandlungen an Geburtskomplikationen. Dort herrscht ein akuter ÄrztInnenmangel.

Ärzte der Welt bildet in einem neun Monate dauernden Kurs im Krankenhaus in Axum GesundheitshelferInnen dazu aus, einfache chirurgische Eingriffe durchzuführen. Die ausgebildeten HelferInnen betreuen nun Frauen und andere PatientenInnen in den entfernten Dörfern.

Dr. Robert Angerer erlebte mit, wie einer Frau durch einen Kaiserschnitt geholfen wurde. Sie lebte neun Autostunden von Axum entfernt und wäre ohne die mobilen GesundheitshelferInnen  hilflos ihrem Schicksal überlassen gewesen.

Während der Ausbildung assistieren die GesundheitshelferInnen den ExpertInnen aus Europa. Später operieren sie selbst und dabei assistieren ihnen  dann die europäischen KollegInnen. Es geht hierbei um ein breites Spektrum von Eingriffen wie
Knochenbrüchen, Blindarmoperationen
bis hin zum Kaiserschnitt. Durchschnittlich war Dr. Robert Angerer bei drei bis fünf Operationen am Tag anwesend. Die meisten davon waren für die PatientInnen überlebenswichtig.

Parallel zu den operativen Aktivitäten erweitern die GesundheitshelferInnen in den Dörfern das Wissen der Frauen über deren Körper, die Hygiene und die Familienplanung.
Im Zentrum der Arbeit steht die Versorgung der Gesamtbevölkerung, die durch die Ausbildung der GesundheitshelferInnen flächendeckend und langfristig gesichert werden soll.





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