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KOLUMBIEN: Verstärkung der Gesundheitsprojekte und Studie zur Privatisierung des Gesundheitssystems

Seit September 2004 erweitete Ärzte der Welt Médecins du Monde ihr Hilfsprojekt zur reproduktiven  Gesundheit in Granada, so dass sich nun auch in den Gemeinden von Meseta, Vistahermosa, Puerto Rico und El Castillo y La Uribe um eine bessere ärztlichen Versorgung gekümmern wird. Darüber hinaus werden im Rahmen einer groß angelegten Erhebung die Auswirkungen der geplanten Teil-Privatisierung des Gesundheitssektors auf die betroffenen Bevölkerungsgruppen untersucht.

Im Mittelpunkt der Bemühungen im Department Méta und in den anderen Städten steht die Verbesserung der Mutter-Kind-Betreuung und die Sorge um die Kinder und Jugendlichen, die besonders unter den bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der Region leiden. Neben dem Ausbau der medizinischen Einrichtungen in den Gemeinden geht es vor allem um Aufklärung und Information zum Thema Vorsorge, Familienplanung und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Vorhersage der Folgen der geplanten Gesundheitsreform in Kolumbien ist ein weiteres wichtiges Projekt für das Team von Ärzte der Welt. Wie auch in Afghanistan bedrohen die Privatisierungstendenzen und die damit verbundene Vergabepraxis von Aufträgen die Gesundheitsversorgung besonders schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen. Eine Studie soll Aufschluss über die Konsequenzen der neuen Entwicklung geben.

Ärzte der Welt Médecins du Monde ist seit 1987 in Kolumbien tätig und hat einen Arbeitsschwerpunkt auf den unabhängigen Zugang zu ärztlicher Versorgung besonders der ausgegrenzten indigenen Gemeinden entlang des Apaporis Stromes im Amazonasbecken, sowie auf die Versorgung der vertriebenen Bevölkerung in der Region Uruba gelegt.

Die im Jahr 2002 gescheiterten Friedensgespräche zwischen der Pastrana Regierung und der Guerillabewegung FARC, haben den neu gewählten Präsidenten Alvaro Uribe Vélez veranlasst, den Ausnahmezustand im Land auszurufen und aufrecht zu erhalten. Leittragende der täglichen gewalttätigen Übergriffe auf beiden Seiten sind nach wie vor die zivile Bevölkerung besonders in entlegenen und nicht kontrollierbaren Regionen. In Kolumbien erreicht die Anzahl der Opfer und Vertriebenen neue Rekordhöhen.




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