Myanmar (früher Burma)

Gesundheitspolitischer Hintergrund

Burma leidet an einer tiefen sozioökonomischen Krise. Die Gesundheitsausgaben sind auf ein Minimum gesunken. Das Land muß Front machen gegen eine der härtesten HIV-Epide-mien in ganz Asien. In einem Klima des Terrors durch die an der Macht befindliche Militärjunta verzeichnet man eine galoppierende Verbrei-tung von AIDS. 687 000 Menschen sind von dem Virus infiziert und die risikobehafteten Verhaltensmuster (Spritzen von Drogen, Prostitution) bleiben weit verbreitet. Die Kriminalisierung unter den Drogenkonsumenten und Prostituierten (weiblich wie männlich) erschwert den Einsatz von ÄdW besonders, da der Prävalenzanteil von HIV 43% bei den Prostituierten und bis zu 90% bei den Drogenabhängigen errreicht.

Kindersterblichkeit: 77‰
Lebenserwartung 57,2

Profitierende Bevölkerung
direkt 4 000 / indir. 45 000

Personal
international 6
/ lokal 70

Finanzierung
MDM, Novib, UNODC/UE, PSI/USAID

Budget 2004 418 261 Euro

Projekte

Verhütung der HIV-Übertragung in Myitkyina (Kachin) und Yangoon

Präsent in Burma seit 1992 mit anfänglich begrenzten chirurgischen Aufgaben, hat ÄdW 1995 in Myitkyina und Yangoon (früher Rangoon, Hauptstadt des Landes) ein Programm aufgelegt zur Verhütung der Übertragung von HIV und der übertragbaren sexuellen Infektionen (ÜSI). Es soll
- die Übertragung von HIV und sexuellen Infektionen unter der Bevölkerung im allgemeinen und den Risikogruppen im besonderen reduzieren
- ein Angebot zur Gesundheitsversorgung und zur Behandlung der opportunistischen Krankheiten (OK) sein.

Die Aktivitäten sind auf prostituierte Männer und Frauen sowie Drogenabhängige konzentriert. Die Prostituierten konnten profitieren von den Veranstaltungen zur HIV-/Aids-Verhütung, der kostenlosen Behandlung der ÜSI und OK, von Arbeitsgemeinschaften in den Aufnahmezentren und der Verteilung von Präservativen. Die Aktionen unter den Drogen-süchtigen betrafen den Einsatz von Methoden zur Risikoverringerung in den 'shooting galleries', die Verteilung von Spritzen sowie die Verhütungsberatungen im Entziehungs-zentrum.

Ärzte der Welt setzt seine Aktionen zur sozialen Unterstützung und AIDS-Prävention gleichermaßen in den Gefängnissen fort, wo sich solche Problemgruppen häufig konzentrieren - in einem Land, dessen Gesetze und Praktiken die repressivsten der Welt sind.

Weiteres Vorgehen: Die Bindungen zu den Randgruppen enger knüpfen und weiterhin Erkenntnisse sammeln. Die Durchführbarkeit eines Austauschprogramms in der Provinz Süd-Shan prüfen, insbe-sondere Überlegungen anstellen zu neuen Praktiken des Drogenkonsums. Sich vorbereiten auf die Einrichtung des globalen AIDS-Fonds in 2005.