Bolivien

Politischer Hintergrund

Wenn der Erfolg des Referendums zur Politik der Kohlenwasserstoffe (hauptsächlich Erdgas, eine der bedeutendsten Ressourcen des Landes) Präsident Carlos Mesa die Legitimität der Wähler verschafft hat, die ihm fehlte, wird der Druck der Gasmultis steigen. Der Handlungsspielraum des Präsidenten verringert sich immer mehr. In diesem Land, einem der ärmsten Lateinamerikas, ist Kinderarbeit weit verbreitet. ÄdW nimmt darum auch eine Zählung der Kinder vor, die Hausarbeit leisten - weniger sichtbar, aber vom Arbeitszeitvolumen her beachtlich.

Kindersterblichkeit 56‰
Lebenserwartung 63,7 Jahre
MdM Delegation Spanien

Profitierende Bevölkerung
direkt 1100 / indirekt 9000

Personal

internation. 1 (bis 3/2004)
lokal 5

Finanzierung

MdM, private Partner, Gemeinden der frz. Provinz Rhone-Alpes

Budget 2004
33 933 Euros

Projekte

Gesundheitsbetreuung der Kinderarbeiter in Potosi, Viertel San Cristobal

ÄdW tritt seit 2002 in Potosi, einer Bergbaustadt in den Anden, dafür ein, die Versorgung wie auch die Verhütung der mit der Erwerbsarbeit verbundenen Risiken für die Kinderarbeiter sicherzustellen. Mehrere Vorhaben werden umgesetzt:
· Organisation von Arbeitsgruppen zur Gesundheitserziehung
· Materielle Hilfe für die Gesundheitseinrichtungen und Unterweisung ihrer Vertreter von der traditionellen Medizin, die sehr präsent sind in dem Viertel
· Einschränkung der Faktoren, die zu Depressionen führen, welche unter den Jugendlichen stark verbreitet sind
· Aktionen zur Sensibilisierung der Institutionen und der Bevölkerung, durchgeführt zur Begrenzung der frühen Kinderarbeit (zwischen sechs und acht Jahren).
Schließlich unterstützt ÄdW die Schaffung eines Netzes zur Begleitung der Jugendgruppen bei der Verwirklichung ihrer Projekte. Zweck ist es, ihnen alternativ zur Kinderarbeit Erholungsmöglichkeiten anzubieten.

Weitere Vorhaben: Die Arbeitsgruppen zur Gesundheitserziehung werden sich auf drei Abendkurse verteilen. Gleichzeitig, zum Schutz der Gesundheit der arbeitenden Jugendlichen in den Minen, möchte ÄdW ihnen eine Schulung in lebensnotwendigen Warnsignalen sowie die Behandlung von Verunglückten anbieten.
Für Jugendliche in Schwierigkeiten wird 2005 über einen Sozialplan ein Beratungs- und Orientierungszentrum eröffnet werden. Schließlich soll, nach Abschluß der Diagnosephase, im Laufe des Jahres die Begleitung der Jugendgruppen bei ihrem Erholungsprojekt beginnen.



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