Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste)

Politischer Hintergrund

Ungeachtet der im Januar 2003 unter der Schirmherrschaft Frankreichs unterzeichneten Friedensabkommen in Marcoussis bleibt das Land in zwei streitende Gruppen gespalten: den Norden unter der Kontrolle der ‘Rebellen’ (neue Streitkräfte) und der von regierungstreuen Truppen kontrollierte Süden. Der im Mai 2003 unterzeichnete Waffenstillstand wird von einem bedeutenden internationalen Apparat aufrecht-erhalten. Seit dem Abzug der Europäer im November 2004 ist es mit den wirtschaftlichen Aktivitäten bergab gegangen - gefolgt von einer dramatischen Arbeitslosigkeit und Verarmung der Bevölkerung.

Kindersterblichkeit 102‰
Lebenserwartung 41,2

Profitierende Bevölkerung
Projekt 1: direkt 2 500 / indirekt 25 000
Projekt 2: direkt 120 000 / indirekt 300 000

Personal
Projekt 1: lokal 31
Projekt 2: intern. 3 / lok. 49

Finanzierung
Projekt 1. MdM, UBS, EU
Projekt 2: ECHO

Budget 2004
Projekt 1: 119 143 Euro
Projekt 2: 385 887 Euro

 

Projekte

Betreuung der Minderjährigen in Abidjan

Der Einsatz bei den Jugendlichen seit 1996 verfolgt einen doppelten Zweck: Primärgesundheitliche Versorgung und Resozialisation.
Die Vorhaben beinhalten
- das Angebot zur primärgesundheitlichen Betreuung der Kinder auf der Strasse und im medizinischen Zentrum von Treichville
- den Resozialisationsprozess der Kinder
- Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Jugendlichen im Gefängnis von Abidjan, Förderung ihrer Resozialisation und Verstärkung der technischen Kapazitäten des Erziehungspersonals
- Sonderaktionen zur Verhütung von HIV und übertragbaren sexuellen Infektionen

Weitere Zukunft: Als Folge von Unruhen ist der Einsatz im Januar 2003 unterbrochen und das internationale Personal evakuiert worden. Der Prozeß des Rückzugs aus diesem Programm ist seit Monaten im Gange. Die lokale private Hilfsorganisation Mesad betreut gegenwärtig alle Vorhaben des Programms.

Einrichtung der Gesundheitsversorgung in Seguela

Dieses Nachdringlichkeits-Programm gewährleistet dem Regionalkrankenhaus von Seguela und den neun Versorgungszentren zur Primärgesundheit Unterstützung im Rebellengebiet, das seit den Unruhen vom September 2002 vom Rest des Landes abgeschnitten ist. Die Belieferung mit Medikamenten ist nicht mehr gesichert und die Mehrheit des medizinischen Personals in den Süden abgereist. Die Ausstattung mit Medikamenten und etwas medizinischem Material sowie der Einsatz der internationalen chirurgischen Gruppen (Chirurgen und Anästhesisten) haben dem Regionalkrankenhaus erlaubt, ihre Vorhaben wieder zu übernehmen, die seit dem Beginn des Konflikts unterbrochen waren.

Weitere Zukunft: Die Vorhaben von ÄdW werden von der Entwicklung der Krise und der politischen Stabilisierung abhängen - der unerläßlichen Bedingung zur Wiederaufnahme der Versorgung mit Medikamenten und der Rückkehr des medizinischen Personals auf seinen Posten.