Äthiopien

Gesundheitspolitischer Hintergrund

Die HIV-Epidemie gewinnt in Äthiopien an Umfang. Den Vereinten Nationen zufolge sind an die 3 Mio. Personen von dem Virus befallen. Absolut gesehen ist dies das vierte Land Afrikas, das von dieser Plage betroffen ist. Der Krieg hat beträchtliche Bevölkerungsbewegungen und die Zerstörung der gesundheitlichen Infrastruktur mit sich gebracht. Der Mangel an spezialisierten Ärzten und Chirurgen macht die gesundheitliche Versorgung vor allem in den ländlichen Gebieten problematisch.



Kindersterblichk. 114‰
Lebenserwartung 45,5

Profitierende Bevölkerung
Projekt 1: direkt 200 Paare HIV-positive Mutter - Kind, 4000 schwangere Frauen / indirekt 140 000

Projekt 2: direkt 580 000 / indirekt 4 Mio.

Projekt 3: direkt 179 000 /
indirekt 4 Mio.

Personal

(international / lokal)
Projekt 1: 1 / 6
Projekt 2: 4 / 1
Projekt 3: 5 / 4

Finanzierung
Projekt 1: MAE, MDM, Stiftung GSK, Felissimo, Sternstunden
Projekt 2: MAE, MdM
Projekt 3: UNFPA

Budget 2004
Projekt 1: 174 678 Euro
Projekt 2: 103 639 Euro
Projekt 3: 62 633 Euro

Projekte

Einige Regionen Äthiopiens sind auch nach dem Krieg mit Eritrea weiterhin auf internationale Hilfe angewiesen ÄdW ist seit 1988 mit chirurgischen Projekten in Adwa tätig und hat die Hilfe im Jahr 2000 auf die Stadt Mekele in der Region Tigray ausgeweitet.

Die HIV-Rate bei Erwachsenen liegt hier bei durchschnittlich 6,6 % (13,7 % in städtischen und 3,7 % in ländlichen Gebieten). Ärzte der Welt hat daher einen Informationsdienst eingeführt, der über Fragen der Mutter-Kind-Gesundheit und Übertragungsrisiken bei HIV aufklärt.

Einheimische Mitarbeiter werden in einem Krankenhaus und drei Gesundheitsstationen in effektiver Präventionsarbeit ausgebildet.

Verhütung der HIV-Übertragung zwischen Mutter und Kind in
Mekele
(1)

Das Projekt stützt sich auf sieben Vorhaben:
· Verhütung der Mutter-Kind-Übertragung (gegenwärtig durch Viramune)
· Schulung von Beratern der Zentren in Krankheitserkennung (ein Krankenhaus und drei Gesundheitsstationen) und Übertragung der Zuständigkeiten auf das Pflegepersonal von Mekele.
· Einsetzung einer freiwilligen, integrierten Gruppe zur HIV-Erkennung im Rahmen der pränatalen Konsultationen
· Schaffung von Problembewußtsein innerhalb des Gemeinwesens bezüglich der Infektion mit HIV, der Mutter-Kind-Übertragung und ihre Verhütung
· Wiedererrichtung der Entbindungsstation
· Beschaffung von Medikamenten, Verbrauchsmaterial und Ausrüstung
· Ratschläge und Praktiken zur Ernährung der Kinder .

Weitere Vorhaben: Die Entwicklung der Gesundheitspolitik in Äthiopien berechtigt jetzt zur Inanspruchnahme einer antiretroviralen Therapie (ARV). Für Mütter besteht somit Aussicht auf eine ARV-Behandlung, sei es im Rahmen des Programms zur Verhütung der Mutter-Kind-Übertragung, sei es im grösseren Zusammenhang eines Programms zur unbeschränkten ARV-Zulassung für die Bevölkerung von Mykele ganz allgemein.

Gewährleistung chirurgischer Behandlungen in Adwa (2)

In Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden der Region Tigray führt ÄdW einen Einsatz zur Ausbildung, zu Behandlungen und chirurgischen Eingriffen im Krankenhaus von Adwa durch um der Bevölkerung die gesicherte Inanspruchnahme von chirurgischen Behandlungen zu ermöglichen. Die Aktionen betreffen
· Heilmaßnahmen, präventiv und zur Rehabilitation, verbunden mit einer Intensivierung - neben anderen - der Dienstleistungen in Chirurgie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe
· Übertragung der Zuständigkeit an das professionelle Gesundheitspersonal.

Auf Wunsch der Gesundheitsbehörden wurden drei chirurgische Einsatzgruppen ausgebildet. Zwei davon sind in den peripheren Gesundheitszentren eingesetzt, die dritte bleibt im Krankenhaus von Adwa bis zur Übertragung der Aktivitäten von ÄdW an das Krankenhaus von Axum.

Weitere Vorhaben: Die ausgearbeitete Strategie sieht ab Ende 2004 eine Intensivierung in der Ausbildung vollständiger chirurgischer Gruppen im Krankenhaus von Axum vor (das dem von Adwa benachbart ist) um der Bevölkerung der Region auch künftig chirurgische Leistungen zu garantieren.

Chirurgie in Tigray und Axum (3)

Unser chirurgischer Einsatz begann im Jahr 2000 in Adwa. Wir verließen den Ort nach Ausbildung einer Fachgruppe für den Operationsblock (Health officer und Krankenpfleger für Anästhesie in der Notfallchirurgie).
Unsere Vorhaben zur Übertragung und zur Ausbildung in Axum, wo die Maßnahmen und Bedürfnisse am vordringlichsten sind, stellen wir auf drei Beine:
· Fortführung der Übertragung von Zuständigkeiten in der Chirurgie und Geburtshilfe
· Ausbildung vollständiger Gruppen für den Operationsblock zur Versorgung der peripheren Gesundheitszentren
· Aufbau einer Versorgung für die ärmsten Bevölkerungsgruppen.
Projektbedingt ist dieses Programm an der Basis- und Kaiserschnitt-Chirurgie orientiert, damit eine Absenkung der Mutter-Kind-Sterblichkeit und geburtsbezogener Traumata ermöglicht werden kann.

Weitere Vorhaben: Die Ausbildung der Gruppen, die in Zusammenarbeit und Integration mit den Ausbildern von Tigray vereinbart ist, soll für weitere drei Jahre fortgeführt werden.





 
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