Haiti

Politischer Hintergrund

Das Jahr des 200. Jubiläums der Unabhängigkeit Haitis, 2004, war gekennzeichnet durch die Ausreise von Jean-Bertrand Aristide inmitten von Chaos und Gewalt. Zur politischen Krise sind von Wolkenbrüchen verursachte Überschwemmungen hinzugekommen, die zahlreiche Tote und beträchtliche materielle Schäden angerichtet haben. Die Stadt Gonaives wurde zerstört. Haiti ist heute ein ruiniertes Land, das unter extremer Armut leidet und geschwächt ist durch gesund-heitliche Probleme - wie dem fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Projekte
Kindersterblichkeit 79‰
Lebenserwartung 49,4
MDM Delegationen Kanada Schweiz

Profitierende Bevölkerung
Projekt 1:
direkt die Gewaltopfer / in-direkt 500 med. Fachleute
Projekt 2:
direkt die Verwundeten in Port-au-Prince
Projekt 3:
direkt 15 100 / indirekt
60 000
Projekt 4:
direkt 300 / indir. 166 000
Projekt 5:
direkt 4 800 / indir. 40 000
Projekt 6:
indirekt 40 000 (Mapou) bzw. 78 000 (Gonaives)
Projekt 7:
indirekt 60 000 Einwohner des Bezirks Pilate


Personal

international / lokal
Projekt 1: 3 / 15

Projekt 2: 2 / 20
Projekt 3: 2 / 13
Projekt 4: 2 / 16
Projekt 5: - / 8
Projekt 6: intern. 3 (Mapou) bzw. 4-6 (Gonaives) / lokal 10 (Gonaives)

Finanzierung
Projekt 1: MAE, MdM
Projekt 2: MdM, kanadische Kooperation
Projekt 3. PNUD, MdM
Projekt 4: EU, MAE, MdM
Projekt 5: Kanadische Koop.
Projekt 6: Generalrat der Armor-Küsten (Mapou) und ECHO (Gonaives)
Projekt 7: MdM, Verein der Freunde v. Schw. Madeleine, private Spender

Budget 2004

Ppojekt 1: 220.827 Euro
Projekt 2: 70.087 Euro
Projekt 3: 51.407 Euro
Projekt 4: 201.542 Euro
Projekt 5: 74.799 Euro
Projekt 6: 5.890 (Mapou)
85.590 (Gonaives)
Projekt 7: 380 Euro

Betreuung der Opfer von Gewaltakten in Port-au-Prince (1)

ÄdW kämpft gegen die psychosozialen Leiden der Opfer von Gewalt - politisch, sozial und innerfamiliär durch
· Schulung des Personals der Gesundheitseinrichtungen in Port-au-Prince
· eine fachübergreifende Betreuung der Gewaltopfer
· die Sensibilisierung der künftigen Gesundheitsfachleute und Gemeinschaftsvertreter.

Außerdem unterstützt ÄdW Uramel, eine haitische NGO, in der Ausbildung von juristischen und medizinischen Fachkräften in Gerichtsmedizin.

Weiteres Vorgehen: Das Projekt läuft 2005 weiter. Trotz der 2004 unerwartet eingetretenen politischen Unruhen ist die Bilanz am Ende des ersten Jahres recht zufriedenstellend. Gewalt ist als ein Problem der öffentlichen Gesundheitsfürsorge anerkannt und unsere Maßnahmen zur Schulung und Sensibilisierung in den Stadtvierteln sind sehr gefragt.

Beistand für die Verletzten in Port-au-Prince (2)

Ziel des Einsatzes ist die Aufnahme von Verwundeten im nachoperativen Zustand in zwei Versorgungseinrichtungen von Port-au-Prince
- eine offizielle Krankenstation, die 36 Personen aufgenommen und andere extern versorgt hat, alles Schußverletzungen
- eine aus Sicherheitsgründen anonyme Einrichtung in Verbindung mit HSI.
Mit unserem Netz von haitianischen NGO und den wenigen offen gebliebenen Krankenhäusern hat eine enge Zusammenarbeit stattgefunden.

Weitere Vorhaben: Der Einsatz ist vor dem Hintergrund der politischen Unruhen, in Verbindung mit der Ausreise von Aristide, aus einer Notsituation heraus entstanden. Trotz der anhaltenden Spannungen in Port-au-Prince waren die Krankenhäuser Mitte Mai 2004 wieder geöffnet und die Menschen konnten wieder sicher versorgt werden


Wiederbelebung des Gesundheitssystem im Bezirk Grand-Anse (3)

Wiedererrichtung und -belebung von sechs Gesundheitsstationen (fünf Ambulanzen und ein Gesundheitsposten) sowie um die Zugänglichkeit und Qualität von Versorgung und Verwaltung der Einrichtungen zu verbessern:
· Schulung des Pflegepersonals
· Ausstattung mit Medikamenten und medizinischem Material
· Verbesserung des gesundheitlichen Informationssystems
· Wiederherstellung der medizinischen Einrichtungen
· Unterstützung der Gesundheitsbehörden.

Weitere Vorhaben: Das Projekt entspricht den besonderen Erfordernissen zur Erneuerung/Aktualisierung und Niveausteigerung der Krankenhäuser, die in ihrer Arbeitsweise unterschiedlich ausgerichtet sind. Der Ausbildungsbedarf ist dringend und es wird sicherlich notwendig sein, in einem zukünftigen Projekt an eine Ausweitung dieser Aktion auf die anderen Gesundheitszentren der Region zu denken.

Förderung eines lebensfähigen Gesundheitssystems im Bezirk Grande-Anse (4)

Dieses Programm zur gemeindlichen Gesundheitsversorgung bezweckt die Schaffung eines lebensfähigen Gesundheitssytems für die Randgemeinden: eine methodische Unterstützung zugunsten der Bezirksabteilung für Gesundheit und Gesundheitserziehung in dörflichen Gesmeinschaften. Diese Erziehungsarbeit wurde von freiwilligen haitischen Betreuern aus den Gemeinden durchgeführt und war 2004 Mittelpunkt der Aktionen von ÄdW. Nach einer ausführlichen Erhebung ist eine gemeindesoziologische Diagnose ausgearbeitet worden, mit der eine umfassende Gesundheitskarte des Gebietes zur Verfügung steht.

Weitere Vorhaben: Dank der erfolgten Arbeit und erstellten Diagnose für das Gebiet im Rahmen dieses Projekts, das Ende 2004 zum Abschluß kam, konnten wir neue Wünsche und Projekte skizzieren und ins Leben rufen.

Gesundheitsförderung durch Hygiene im Bezirk Grande-Anse (5).

Im Gebiet von ’Bonbon’ und ’Die Aprikosen’ ist beabsichtigt, die Sterblichkeitsrate und Anfälligkeit bei den durch Fäkalien hervorgerufenen Krankheiten zu senken und einen Anteil von 72 % geschlossenen Latrinenanlagen zu erreichen. Das soll mittels gemeinschaftlicher Mobilisierung, Unterweisung der Familien in Techniken des Gebrauchs und der Pflege, Gesundheitsausschüssen und dem Bau von Latrinen erfolgen.

Weitere Vorhaben: Der Erfolg der Mission hat ab August 2004 ihre Entwicklung vorangetrieben. Die starke gemeinschaftliche Beteiligung erlaubt die Weiterführung des Projekts. Bis in drei Jahren sollen 99 % der Latrinen im Einsatz sein und unterhalten werden.

Hochwasser in Mapou und Gonaives (6)

ÄdW hat seine Hilfe in die Katastrophengebiete gebracht. Die Arbeit wurde zuerst auf Mapou konzentriert: eingerichtet mit der CICR eines kleinen Land-Krankenhauses, Unterstützung der lokalen Ambulanz, Hilfe für die Opfer. ÄdW hat mit psychologischer Unterstützung auch in Fonds-Verettes interveniert.
Die Region Gonaives ist hart betroffen worden: Unterstützung für drei Ambulanzen, Konsultationen, Ausstattung mit Medikamenten und medizinischen Material, Seuchenüberwachung, in geringem Umfang Wiederherstellungen von medizinischen Einrichtungen.

Weitere Vorhaben: Die Probleme in Gonaives dauern an, aber die stehen in Zusammenhang mit einem längerfristigen Wiederaufbaus der Stadt und Entwicklungsprogrammen, die sich mit den Prioritäten von ÄdW in der Region nicht verknüpfen lassen.

Ausbildung des Pflegepersonals im Bezirk Pilate (7)

Dieses alljährliche Programm zur medizinischen Fortbildung konnte 2004 wegen der Unwetter-Katastrophe nicht stattfinden und wurde, mit einem Erweiterungsprojekt am Kap, auf 2005 verlegt.