Libanon

Politischer Hintergrund

Der Libanon erlebt seit dem Ende des Bürgerkrieges eine immer tiefere sozioökonomische Krise, während das regionale geopolitische Umfeld extrem gespannt ist: Konsequenzen des Krieges im Irak, amerikanische Drohungen gegen Syrien, Fortdauer des israelisch-palästinensischen Konflikts. Trotz der Rezession beschäftigt der Libanon Hunderttausende von ausländischen Arbeitern und bildet einen Transitplatz für Menschen, die dem Krieg und diktatorischen Regimes entfliehen wollen. Der Libanon hat die Genver Konvention von 1951 für den Status von Flüchtlingen nicht unterzeichnet und weigert sich, als Aufnahmeland zu gelten.


Projekte
Kindersterblichkeit 28‰
Lebenserwartung 73,5

Profitierende Bevölkerung
direkt 10.500 jährlich neu inhaftierte Migranten / indi- rekt etwa 5.500 libanes. Häftlinge, das med. und nichtmed. Gefängnisperso-nal, die örtl. Partnergruppen

Personal intern. 2 / lokal 5

Finanzierung MdM
Budget 2004 52.293 Euros

Versorgung der inhaftierten Migranten in Beirut

S
eit 2004 unterhält ÄdW in Zusammenarbeit mit zwei lokalen Organisationen (Caritas-Migranten und AJEM) ein Projekt zur Versorgung inhaftierter Migranten im Gefängnis von Rumieh und in einem Internierungszentrum. Als erste Maßnahmen wurden eingeführt:
· allgemeinmedizinische Konsultationen in beiden Einrichtungen, medizinische Reihenuntersuchungen (screening) bei der Ankunft, Versorgung chronischer Krankheiten, Belieferung mit notwendigen und im Gefängnis nicht vorrätigen Medikamenten, Sensibilisierung der Gefängnisbehörden und der verbundenen Partner bezüglich der Priorität einer schnellen Diagnostik und raschen medizinischen Versorgung
· gesundheitliche Unterweisung und IEK (Information, Erziehung, Kommunikation) in Form von Bausteinen zur Vorsorgeerziehung der Häftlinge und des nichtmedizinischen Gefängnispersonals, Schulung des medizinischen Personals der Anstalt.

Weitere Vorhaben: Fortsetzung des Programms 2005 mit neuen Vorhaben, gegründet auf:
· Schulung und Gesundheitserziehung
· verbesserte Behandlung der HIV- und Tuberkulose-Fälle im Gefängnis von Rumieh
· Information und Sensibilisierung zur Einräumung von Rechten für inhaftierte Migranten bei den libanesischen Behörden und in der breiten Öffentlichkeit.


 
   
 
 

 

 


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