Madagaskar

 

Politischer Hintergrund

Die politische Krise von 2002 und Unwetter-katastrophen, Wirbelstürme und Überschwem-mungen, haben die gemachten Entwicklungs-anstrengungen vernichtet. 2004 hat der Wirbelsturm Gafilo auf 70% des Territoriums und besonders in der Region Maroantsetra im Nordosten der Insel große Schäden angerich-tet.
Mit einem Serum-Prävalenz-Anteil von 1,15% ist die HIV-Epidemie nun allgemein verbreitet.

Projekte
Kindersterblichkeit 84‰
Lebenserwartung 53.4

Profitierende Bevölkerung
Projekt 1:
direkt die NGO SISAL, (17 Pers.) / indirekt die Bevölkerung von Tulear
Projekt 2:
direkt die Risikogruppen und Besucher von La Salfa / indirekt die Bevölkerung von Ilaka
Projekt 3:
direkt 2 000 / indirekt die Familien der Kinder, die madegass. Partnerärzte
Projekt 4:
direkt 39 800 / indirekt 100 000 (60% der Bevölkerung)

Personal
international / lokal
Projekt 1: 1/ 17
Projekt 2: 1 / 6
Projekt 3: mediz. Fach-personal / 4
Projekt 4: 4 / 9

Finanzierung
Projekt 1: MdM, ICCO
Projekt 2: MdM, franz. Ent- wicklungshilfe, Generalrat von Réunion, La Salfa
Projekt 3: Generalrat von Réunion, MdM-Spender Indischer Ozean
Projekt 4: ECHO

Budget 2004
Projekt1: 64 845 Euros
Projekt 2: 500 Euros
Projekt 3: 56 986 Euros
Projekt 4: 203 671 Euros

Prävention und Gesundheitserziehung bei übertragbaren sexuellen Infektionen (ÜSI) / HIV in Tuleár (1)

ÄdW arbeitet mit SISAL zusammen um fachliche Unterstützung für folgende Vorhaben zu liefern:
· Bewertung und Unterstützung der Mitarbeiter
· Begleitung der Entwicklung des Zentrums von Tuleár und Ermöglichung einer Ausbildung
· Stützung und Begleitung der Verwaltung von SISA
· Sicherstellung der vorbereiteten Schulungen
· Unterstützung zur institutionellen Verstärkung von SISAL und seinen Leitungskapazitäten

Weitere Vorhaben: Die Gruppe von Sisal hat sich in das Zentrum gut eingearbeitet und das vorgesehene Programm ausgeführt. 2005 soll sich diese Entwicklung stabilisieren, sodaß der Rückzug von ÄdW bis 2006 ein realistisches Ziel bleibt. ÄdW und SISAL werden als bevorzugte Partner im Kampf gegen ÜSI/HIV auch weiterhin zusammenarbeiten.

Kampf gegen die ÜSI/HIV mit La Salva in Ilakaka (2)

Nach der Ausbildung der Gruppe des Gesundheitszentrums Salva (madagassische NGO) sind folgende Vorhaben geplant:
· IEK (Information, Erziehung , Kommunikation) und direkte Arbeit mit den Risikogruppen
· Verhütung, Erkennung und Behandlung der ÜSI-Fälle
· gezielte HIV-Untersuchungen, anonym und kostenlos, sowie betreuung von Menschen, die mit HIV leben müssen
· Verstärkung der lokalen Kapazitäten für den Kampf gegen die ÜSI/HIV

Weitere Vorhaben: Die fachliche Unterstützung von ÄdW ist für 18 Monate vorgesehen; danach wird sich die Organisation aus dem Projekt zurückziehen.

Einsatz bei den Kindern in Antananarivo
(3)

Ein- oder zweimal im Jahr ermöglichen die medizinisch-chirurgischen Einsätze der ‘Aktion Kindheit’ bei Kindern mit Herzkrankheiten, die Erstellung
· einer Liste der Kinder mit einem erforderlichen Eingriff am geschlossenen Herzen, die beim nächstfolgenden Einsatz in Madagaskar operiert werden konnten
· einer weiteren Liste von Kindern mit komplizierteren Symptomen, bei denen ein Eingriff am offenen Herzen in La Reunion notwendig war.
Kinder, die keiner der beiden Gruppen zugeordnet werden konnten, werden von ÄdW an die Partnerorganisationen Terre des hommes, Ribambelle und Mecenat vermittelt.

Medizinisch-chirurgische Notfallversorgung in Maroantsetra Gafilo (4)

In Zusammenarbeit mit den örtlichen Gesundheitsbehörden hat ÄdW für eine Dauer von sechs Monaten ein siebengliedriges medizinisches Notfallprogramm verwirklicht:
· Ausstattung der 19 Gesundheitszentren, des Krankenhauses und des Gefängnisses von Maroantsetra mit Medikamenten, etwas Material und Einrichtung
· Wiederherstellung des Krankenhauses
· Epidemiologische Überwachung, Gesundheitserziehung und Verteilung der lebensnotwen-digen Güter in den Dörfern zur Verhütung von Krankheiten epidemischer Natur
· Überprüfung und Ausbildung der Gesundheitsbeauftragten zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Behandlung epidemischer Krankheiten
· Ausbildung von Gesundheitsassistenten und Ausstattung mit Transport- und Kommuni-kationsmitteln zur Verbesserung des Referenzsystems in Gesundheitszentren und Krankenhaus
· eine anthropometrische Untersuchung, die - als Folge der Sturmkatastrophe - auf eine eventuelle Zunahme der Unterernährung von Kindern schließen läßt
· Vorbereitung auf künftige Wirbelstürme durch die Bildung von Arbeitsgemeinschaften.

Weitere Vorhaben: Nach Beendigung des Programms hat ÄdW die Möglichkeit einer Fort-führung geprüft; mit dem Ergebnis, daß Behörden und Partner mit dem Einsatz von ÄdW zufrieden sind. Das hat es ermöglicht, die Versorgungsqualität in der Region, die Auswir-kungen der potentiell epidemischen Krankheiten und die Fähigkeit zur Reaktion auf künftige Wirbelstürme anzuheben. ÄdW bekräftigt seine Zusammenarbeit mit der staatlichen Hilfs-organisation für 2005 und wird im Fall erneuter schwerer Stürme zu weiteren Einsätzen bereitstehen.