Palästinenser-Gebiete

 

Politischer Hintergrund

Der Bau der Mauer in Westjordanien verfestigt die Abriegelung der Gebiete, verstärkt die Isolierung der palästinensischen Bevölkerung und schränkt den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Beschäftigung noch härter ein. Der Konflikt hat die Verschlechterung der Lebens-bedingungen in den besetzten Gebieten zur Folge. Die Arbeitslosenquote erreicht 40%, mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.



Projekte
Kindersterblichkt 23‰
Lebenserwartung 72,3
MdM-Delegationen

Zypern, Griechenland

Profitierende Bevölkerung
Projekt 1:
direkt 189 / indir. 1,3 Mio
Projekt 2:
direkt 25 000 / indirekt 290 000
Projekt 3:
direkt 1 000 / indir. 3 000
Projekt 4:
direkt 39 000

Personal
international / lokal
Projekt 1: 1 / 6
Projekt 2: 2 / 9
Projekt 3: 2 / 11
Projekt 4: 2 / 3

Finanzierung

Projekt 1: Florindon, Felis-simo
Projekt 2: Vereinte Städte gegen die Armut (Schweiz)
Projekt 3: frz. MAE
Projekt 4: frz. MAE, MdM

Budget 2004
Projekt 1: 207 712 Euros
Projekt 2: 119 707 Euros
Projekt 3: 182 450 Euros
Projekt
4: 242 981 Euros

 

Vorstationäre Notversorgung im Gazastreifen (1)

Dieses Projekt besteht aus zwei Teilen:
· Verbesserung der Kenntnisse in Erster Hilfe und Betreuung der Notfälle durch Zivilpersonen im Gazastreifen vor dem Eintreffen des Krankenwagens (Schulung von Ausbildern bei 74 Paramedizinern des Gesundheitszentrums der UNRWA, danach Ausbildung von Schülern aus den Flüchtlingslagern der UNRWA)
· Erweiterung der Fachkompetenz und der Selbständigkeit der Ambulanzgruppen des palästinensischen Roten Halbmonds im Gazastreifen bei der Behandlung von Notfällen und außerstationärer Wiederbelebung (Erstellung medizinischer Standardprotokolle zur Verwendung in den Krankenwagen, Ausbildung an medizinischen Überwachungsgeräten, Behandlung von Herz- und Atmungs-Stillständen).

Weitere Vorhaben: Zusammen mit der palästinensischen Gesundheitsbehörde und anderen Notfallhelfern wird ÄdW die Ausbildung in Unfallhilfe bei den Flüchtlingskindern fortführen und sich dabei an der Schulung von Erste-Hilfe-Gruppen mit dem Roten Halbmond orientieren.
Außerdem will ÄdW zu einem verbesserten Notaufnahmeplan beitragen, der einem massenhaften Andrang von Verletzten Rechnung tragen kann.

Unterstützung der Ambulanz in Nablus (2)

Im Mai 2004 hatte ÄdW erneut die Verwaltung der Ambulanz in der Altstadt übernommen. Für den symbolischen Preis von fünf Schekel haben die Patienten - im Schnitt 35 täglich - Zugang zu medizinischen Sprechstunden, können Analysen machen lassen, und Medikamente erhalten. ÄdW hat zudem Methoden zur epidemiologischen Überwachung und Kurse zur Gesundheitserziehung entwickelt.

Weitere Vorhaben: Ab 2005 ist die Ambulanz wieder ganz in die Verantwortung von Stadtverwaltung und Gesundheitsbehörde übergegangen. ÄdW hält sich zur Verfügung des Personals und wird bei Konflikten zur Verstärkung der Ambulanz in Bereitschaft stehen.

Seelische Gesundheit im Bezirk Nablus (3)

ÄdW bemüht sich um eine verbesserte Versorgung bei Störungen der psychischen Gesundheit mittels
· der Schulung von Gesundheitsberufen (medizinisches Personal der Krankenhäuser, Kliniken und Ambulanzen, Psychiater und Psychologen, Sozialarbeiter)
· dem Aufbau eines Netzwerks innerhalb dieser Berufsvertreter
· der Gründung einer Aktion ‘Schultheater’
· Lieferung einer mobilen Klinik
· Veranstaltungen im Literaturcafé.

ÄdW arbeitet außerdem an der Entstigmatisierung von Problemen aufgrund psychischer Krankheiten (Informationskampagne durch Broschüren und die örtlichen Medien zur Weckung eines Problembewußtseins in der breiten Öffentlichkeit).

Weiteres Vorgehen: ÄdW wird die in 2004 begonnen Vorhaben weiterführen und an der Schaffung eines medizinisch-psychologischen Gemeinschaftszentrums arbeiten, das in die öffentlichen Einrichtungen integriert sein soll.

Versorgungszugang und Mauer (4)

Seit Mai 2004 arbeitet ÄdW an Programmen, die darauf abzielen, der vom Mauerbau betroffenen Bevölkerung medizinische Hilfe zu bringen und den Einfluß der Mauer auf die Gesundheit nachzuweisen:
·Einrichtung einer Ambulanzstation in der Enklave Alzeria und Ausbildung von Sanitätern, zusammen mit dem Roten Halbmond
· prä- und postnatale Betreuung bei Risikoschwangerschaften sowie die Behandlung von Kindern unter fünf Jahren in elf Dörfern (deren Erreichbarkeit mit dem Bau der Mauer erschwert worden ist)
· Ausstattung eines Laboratoriums im Enklaven-Dorf Rantis im Nordosten von Ramallah
· Dokumentarbericht ‘Die absolute Grenze: der Einfluß der Mauer auf das palästinensische Gesundheitssystem’
· Künstlerkampagne zur Mauer in Zusammenarbeit mit PHR, einer israelischen NGO und dem Roten Halbmond, zur Entwicklung von Problembewußtsein in der öffentlichen Meinung, vornehmlich in Israel.

Weitere Vorhaben: Weiterführung der Maßnahmen für eine verbesserte Versorgung der Gebiete, die durch die Mauer zu Enklaven geworden sind, namentlich um Jerusalem und Bethlehem herum.