Dem. Rep. Kongo

Politischer Hintergrund

Seit1996 hat die kongolesische Bevölkerung vielfache Gewaltakte ertragen müssen: Zwangsumsiedlungen von insgesamt 3 Mio Menschen, Hungersnöte und Mangelernährung - 20 Mio. Menschen sind unterernährt, Massaker an Kivu, Kisangani und Ituri, erzwungene Rekru- tierungen von Kindern zu Soldaten, Benutzung von Vergewaltigungen als Kriegswaffe, Wieder- ausbruch von Epidemien (Masern und Cholera). Seit 1998 sind 3,5 Mio Kongolesen an Krankhei-ten gestorben, vor allem Frauen und Kinder.

Projekte
Kindersterblichkeit 129‰
Lebenserwartung 41,4
MDM Delegationen Belgien, Kanada, Griechenland

Profitierende Bevölkerung
Projekt 1: direkt 43 200 / indirekt 48 .000
Projekt 2: direkt 500
Projekt 3: direkt 180 000 / indirekt 350 000

Personal
international / lokal
Projekt 1: 4 / 37
Projekt 2: 1 / 35
Projekt 3: 4 / 185

Finanzierung

Projekt 1: EU (PATS), Florindon MdM
Projekt 2: Mantegna, Florindon, Felissimo, UBS
Projekt 3: ECHO

Budget 2004
Projekt 1: 441 717 Euros
Projekt 2: 333 462 Euros
Projekt 3: 758 458 Euros

Programm für den integrierten Kampf gegen HIV in Goma (1)

Bei dem Einsatz geht es darum, auf die Aids-Epidemie in einer Region im Osten der Kongo-Republik zu reagieren, die besonders vom Krieg betroffen ist. Die Maßnahmen sind
· Erichtung von drei Beratungsstellen für übertragbare sexuelle Infektionen (ÜSI) / HIV
· Eröffnung eines anonymen und kostenlosen Testzentrums
· Einrichtung eines HIV-Dienstes zur Aufnahme der HIV-positiven Patienten
· Erstellung einer Studie über HIV-Prävalenz bei schwangeren Frauen
· Verstärkte Koordination mit örtlichen Betreuern, die gegen HIV kämpfen (Unterstützung und Einrichtung einer Diskussionsgruppe)
· Schulung des medizinischen und halbmedizinischen Personals unter Beachtung der grundlegenden medizinischen Vorsichtsmaßnahmen.

Weitere Vorhaben: Fortführung des Projekts und Start der antiretroviralen Behandlungen im zweiten Halbjahr 2005.

Betreuung der Straßenkinder in Kinshasa (2)

Dieses Projekt bezweckt die Wiedereingliederung und Resozialisierung von Straßenkindern durch:
· qualifizierte Aufnahme in ein spezialisiertes Zentrum
· Versorgung mit psychosozialer Unterstützung, Gesundheitserziehung, Wiedereingliederung in die Familien, medizinische Grundversorgung.
Seit 2004 Orientierung des Programms an den für ÜSI/HIV empfänglichen Kindern und besonders den Straßenmädchen durch HIV-Verhütung und Behandlung der ÜSI. ÄdW arbeitet mit allen Organisationen, die sich für eine Wiedereingliederung der Kinder wie auch im Kampf gegen HIV/Aids einsetzen, an einer Vernetzung. Das Zentrum Pekabo ist 2004 gänzlich wiederhergestellt worden um den aufgenommenen Kindern eine qualifizierte Betreuung bieten zu können.

Weitere Vorhaben: Fortführung der laufenden Maßnahmen, weitere Ausgestaltung des ÜSI/HIV-Programms für die Straßenkinder, Entlassung des Pekabo-Aufnahmezentrums in die Selbständigkeit.
Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit Africare durch eine Belebung des Netzwerks, Ausarbeitung von Arbeitsmethoden für eine verbesserte Betreuung der Straßenkinder, ihre Versorgung und Wiedereingliederung.

Verbesserung der Gesundheitssituation in Kongolo (Nordkatanga) (3)

Unter kommunaler Beteiligung will das Projekt Zugang zu einer qualifizierten Versorgung in 25 Gesundheitszentren und fünf fortschrittlichen Sanitätsposten im Gebiet von Kongolo schaffen. Fünf Bereiche sind vorbereitet worden:
· Einführung eines Basispakets von Maßnahmen für die medizinischen Schulungen in Ausführung der staatlichen Bestimmungen zur medizinischen Grundversorgung
· Ausstattung mit Medikamenten, Verbrauchsmaterialien und Ausrüstungsgütern
· Verstärkung der Kapazitäten der zentralen Dienststelle im Gebiet
· Schulung des Personals in den Gesundheitszentren
· Epidemiologische Überwachung und Kampf gegen die Epidemien, unter anderem die Cholera.

Weitere Vorhaben: Weiterentwicklung der laufenden Maßnahmen durch zusätzliche Erfahrungen und vor dem Hintergrund eines verstärkten epidemiologischen Gegenschlags. Ebenso ist die Ausweitung der Aktion auf 28 zusätzliche Gesundheitszentren in den Gesundheitsbezirken von Kalemie und Niemla mit einer Bevölkerung von 210.000 Menschen vorgesehen.