Tschad

Politischer Hintergrund

Im Tschad, wo militärische Meutereien fast zu einem Putsch geführt haben, dauert die poli-tische Instabilität an. Im Osten des Landes trägt der massive Zustrom an sudanesischen Flüchtlingen zur Unsicherheit bei. Daneben er-lebt das Land eine extreme Armut und eine deutlich gestiegene Kindersterblichkeit. In der Hauptstadt N’Djamena sind es vor allem Kinder, die sowohl Gewaltakten wie gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind, die die Ausbre-itung von Krankheiten wie Malaria begünstigen. Über 5.000 im Stich gelassene Jugendliche können nur in der Umgebung von Müllhalden überleben.

Projekte
Kindersterblichk. 117‰
Lebenserwartung 44,7

Profitierende Bevölkerung
direkt 5 000 Strassenkin-der und ihre 30 Anführer / indirekt 30 Sozial- und 20 Gesundheitsbetreuer

Personal
international 1 / lokal 5


Finanzierung
Stadt Toulouse, MdM, FSD, private lokale und regionale Partner in N'Djamena

Budget 2004 68 927 Euros



Primärgesundheit der Straßenkinder in N’Djamena

Der Einsatz von ÄdW hat ermöglicht, bis Januar 2003 soziale Betreuer auszubilden und Kinder in Gesundheitsvorsorge und Hygiene zu erziehen:
· 64 Betreuer von zwanzig örtlichen Institutionen sind ausgebildet worden
· 2.800 Kinder haben an der Gesundheitserziehung teilgenommen.

Im Anschluß an dieses Programm hat ÄdW in drei Bezirken der Hauptstadt N’Djamena versuchsweise einen Versorgungsring zur medizinischen Basisbetreuung der Strassenkinder aufgebaut. Das hat die Behandlung von 800 besonders durch Gewalttaten betroffenen Kindern möglich gemacht.
Über dieses Vorhaben zur Schulung und den Versorgungszugang hinaus hat ÄdW die Anwendung angepaßter pädagogischer Methoden ermöglicht und die Institutionen vor Ort damit vertraut gemacht.

Weitere Vorhaben:
Endgültige Verwirklichung des medizinisch-sozialen Betreuungsrings durch Aufbau eines Systems von ’zahlenden Dritten’, das sich auf lokale Vermieter und Initiativen zur Ein-kommensbeschaffung für die Straßenkinder stützt.
Fortführung der Präventions-ausbildung mit Selbstbetroffenen zur Reduzierung der HIV-Auswirkungen bei den Jugendlichen, zusammen mit UNICEF Tschad.
ÄdW hat sich Ende 2005 zurückgezogen und über eine unterzeichnete Vereinbarung mit einer verantwortlichen Institution die Dauerhaftigkeit der Projekte sichergestellt