Aktuelles
Das Heldenrennen : Austausch, Spaß und Sport für einen guten Zweck
Das Heldenrennen ist ein europaweit organisierter Spendenlauf mit dem Ziel, gemeinnützige Organisationen zu unterstützen. Dieses Jahr findet das Rennen auch in München statt. ‚Ärzte der Welt' ruft zur Teilnahme und Unterstützung des Münchner Projekts open.med auf! » mehr
Syrien - ‚Ärzte der Welt‘ fordert ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt seine Hilfsaktionen in den Nachbarländern
Mai 2012: Die Gewalt gegen Zivilisten in Syrien nimmt kein Ende. Große Hoffnungen werden weiterhin in den Friedensplan gesetzt, den der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan vorgelegt hatte. ‚Ärzte der Welt‘ verurteilt die Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt zunächst seine Hilfsmaßnahmen in den Nachbarländern, in denen syrische Flüchtlinge Schutz suchen.» mehr
Gesellschaftliche Randgruppen in Europa von Basis-Gesundheitsversorgung ausgeschlossen
Mai 2012: Mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion zum Thema ‚Gesundheit ist kein Luxusgut‘ und in einer Diskussion mit Abgeordneten des Europaparlaments stellte das ‚Ärzte der Welt’-Netzwerk in Brüssel eine Untersuchung zur Gesundheitsversorgung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen in europäischen Ländern vor. » mehr
Im Schatten der Schuldenkrise: Verschärfung der humanitären Lage in Griechenland
November 2011. „Ärzte der Welt Griechenland“ warnt vor einer humanitären Krise und vermeldet einen dramatischen Anstieg der Patientenzahlen: Dies liege vor allem daran, dass die Hilfsangebote unserer Organisation nun auch vermehrt von griechischen Staatsbürgern aufgesucht werden.
„Ärzte der Welt“ bietet vulnerablen Bevölkerungsgruppen in Griechenland unter anderem in vier Anlaufstellen kostenlos medizinische und psychosoziale Unterstützung.
Gesundheit, ein unerreichbares Luxusgut?
Die Schuldenkrise Griechenlands und die damit verbundenen Sparmaßnahmen haben erhebliche Auswirkungen auf den Zugang zur Gesundheitsversorgung der Menschen. Für jede Behandlung in einem öffentlichen Krankenhaus müssen Patienten nun fünf Euro bezahlen. „Für einen Rentner, der sein ganzes Leben lang gearbeitet hat und jetzt von 580 Euro im Monat lebt, können selbst fünf Euro für eine Behandlung schon existenzbedrohend sein. Vor allem wenn er mehrere Konsultationen im Monat benötigt. Für weitere Untersuchungen, zum Beispiel Bluttests, können weitere 35 Euro verlangt werden“, erklärt Nathalie Simonnot, stellvertretende Generalsekretärin des internationalen Netzwerks von „Ärzte der Welt“. Zu den Gebühren können noch weitere Kosten auf die Patienten zukommen: "In der dermatologischen Abteilung eines Krankenhauses mussten Ärzte von ihren Patienten sogar verlangen, dass diese ihre Verbände und Spritzen selber kaufen, weil das Krankenhaus diese Materialien nicht vorrätig hatte“, berichtet Nathalie Simonnot weiter.
Vermehrt griechische Patienten
„In den letzten Monaten konnten wir einen dramatischen Anstieg der griechischen Patienten in unseren Anlaufstellen, die ursprünglich für Flüchtlinge und/oder Asylsuchende gedacht waren, beobachten. Die Anzahl griechischer Staatsbürger unter unseren Patienten ist auf 30 Prozent gestiegen“, erklärt Nikitas Kanakis, Präsident von „Ärzte der Welt Griechenland“. Zu den Patienten gehören schwangere Frauen, die Vorsorgeuntersuchungen erhalten, kranke Kinder, die Impfungen benötigen, Rentner, die kein Einkommen mehr haben oder auch Beamte, deren Gehälter drastisch gekürzt wurden.
Seit dem Start des Programms 1996 konnten unsere ehrenamtlichen Ärzte, Krankenschwestern, Sozialarbeiter und Psychologen, die sich in den Anlaufstellen engagieren, schon mehreren tausend Patienten helfen. Im gesamten vergangenen Jahr unterstützte „Ärzte der Welt“ 20.000 Menschen; 2011 suchten dagegen schon 30.000 Personen die Projekte der Organisation auf.
Verteilung von Nahrungsmitteln
„Die Menschen haben das Recht, in Würde zu überleben und ihr Menschrecht auf Gesundheit zu verwirklichen. Wir als Ärzte können keinem Patienten das Recht auf Behandlung verweigern, Was mich am meisten schockiert ist, dass uns viele nun um Essen bitten“, erklärt Nikitas Kanakis.
Die griechische Sektion hofft nun auf die Solidarität ihrer griechischen Mitbürger. Nach einem Aufruf für Medikamente im März 2011, rief unsere Organisation in Griechenland nun auch zu Lebensmittelspenden auf. Unterstützung erhält „Ärzte der Welt Griechenland“ aber auch aus Deutschland:
„Wir als deutsche Sektion von Ärzte der Welt möchten unsere griechischen Kollegen und Kolleginnen in ihrer Arbeit unterstützen. Das bisherige Ultraschallgerät, das die Anlaufstelle in Perama nutzt, ist veraltet und reicht bei weitem nicht für die Vielzahl der Patienten und Bedürfnisse aus“, erklärt Dr. Andreas Schultz, Direktor von „Ärzte der Welt“ in Deutschland. „Im Rahmen einer Spendenaktion erhoffen wir ein neues Gerät für Griechenland zu erhalten.“
Auch Situation der Migranten im Land ist prekär
Die humanitäre Lage in Griechenland ist auch für Migranten prekär: Denn, Griechenland ist für viele Migranten und Flüchtlinge das Tor zu Europa. Sie leben oftmals in provisorischen Lagern oder wie in der Hafenstadt Patras schutzlos am Bahnhof der Stadt. Die Menschen flohen aus ihren Heimatländern vor Armut und Gewalt auf der Suche nach einer besseren Zukunft, befinden sich nun in einem krisengeschütteltem Land, leiden unter Polizeigewalt und prekären Lebensbedingungen. Oftmals fehlt ihnen die Möglichkeit zu einer Rückkehr nach Hause; die mobile Klinik von „Ärzte der Welt“ ist ihr einziger Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Humanitärer Einsatz im eigenen Land
„Ärzte der Welt Griechenland“ arbeitet wie alle der insgesamt 14 Sektionen von „Ärzte der Welt“ im In- und Ausland. Doch die internationalen Projekte der griechischen Sektion werden nun gekürzt: „Wir engagieren uns seit zwei Jahrzehnten weltweit in der humanitären Hilfe. Jetzt haben wir eine humanitäre Krise zuhause und müssen dort nun ähnliche Strategien wie in unseren Projekten im Ausland anwenden, “
„Ärzte der Welt“, international auch als „Médecins du Monde – Doctors of the World“ bekannt, engagiert sich weltweit mit 356 Gesundheitsprogrammen in 78 Ländern für Menschen in Krisensituationen und vulnerable Bevölkerungsgruppen. Neben Soforthilfeeinsätzen leistet „Ärzte der Welt“ auch Wiederaufbau-, Präventions- und Entwicklungszusammenarbeit.
In den sogenannten Entwicklungsländern, aber auch in Europa, setzt „Ärzte der Welt“ sich für einen verbesserten Zugang zu medizinischer Versorgung als humanitäres Grundrecht für alle Menschen ein. In Deutschland engagiert sich „Ärzte der Welt“ in München mit dem Projekt „open.med“ und in Stuttgart mit „MedMobil“.


