Aktuelles

Susanne Stein für Ärzte der Welt in Nepal

Die Krankenschwester, Diplom-Pädagogin und Gesundheits-

wissenschaftlerin ist seit Ende Juli 2010 in Nepal für Ärzte der Welt als Koordinatorin im Einsatz. Kurzes Interview.

 

Helferinnen und Helfer für das Wintertollwood gesucht

Ärzte der Welt sucht wieder freiwillige Helferinnen und Helfer für die Fotoausstellung "Exil, exit? - Leben ohne Papiere in Europa" vom 24.11.-31.12.2010 auf dem Münchner Wintertollwood Festival.

Ärzte der Welt auf dem Tollwood

Auch wir waren dieses Jahr wieder zwei Tage auf dem Sommertollwood mit einem Stand vertreten. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir die Besucherinnen und Besucher über unsere Projekte informiert.

Tuesday, 2010-05-04

Haiti: Vier Monate nach dem Erdbeben, die Notsituation hält an

Mit dem Beginn der Regenzeit werden die Lebensbedingungen der 1,3 Millionen obdachlosen Menschen in Haiti noch schwieriger. Die 500 Mitarbeiter von Ärzte der Welt sind weiterhin in Port-au-Prince und im Südwesten des Landes aktiv.

Kompletten Bericht lesen oder herunterladen: Bitte hier klicken.

Die Notsituation hält an
Täglich medizinische Versorgung in den Lagern von Port-au-Prince
In den über 400 Unterbringungslagern der Hauptstadt sind die hygienischen Bedingungen verheerend. Deshalb sind die Teams von Ärzte der Welt in acht Vierteln der Stadt mit mobilen Kliniken und Krankenstationen täglich im Einsatz. Die Hilfemaßnahmen umfassen: Allgemeinmedizinische Behandlungen, Impfungen für Schwangere und kleine Kinder, Betreuung von unterernährten Kindern, Familienplanung, gynäkologische Untersuchungen, Schwangerschaftsvor- und nachsorge sowie psychosoziale Hilfe.

Zwangsräumungen, ohne Perspektive für die Bewohner

Der Druck auf die Bewohner der Lager wird immer größer. Seit März wurden mehrere Lager geräumt, ohne Perspektive auf eine alternative Unterkunft. Unsere Mitarbeiter berichten zudem von Drohungen der Grundstückbesitzer gegenüber den verschiedenen Lagern der Hauptstadt. Ärzte der Welt ist wegen den gesundheitlichen Folgen für die ohnehin geschwächte Bevölkerung, die solche Zwangsräumungen mit sich bringen, besorgt.

Zunahme von sexueller Gewalt
„Sowohl in den Krankenhäusern als auch in den Lagern nehmen wir immer öfter sehr junge Opfer sexueller Gewalt auf“ erklärt Marion De Saint Blancart, die Referentin des psychosozialen Programms. Angesichts der alarmierenden Situation hat Ärzte der Welt besondere Maßnahmen zur Betreuung der Opfer ergriffen: Sie werden so rasch wie möglich (in weniger als 72 Stunden) an eines der Krankenhäuser überwiesen, mit denen Ärzte der Welt kooperiert. Ärzte der Welt übernimmt dort die Behandlung und Versorgung.

Massive Abwanderungen nach Grande Anse
Im Südwesten der Insel hat das Departement Grande Anse, in dem ca. 400.000 Menschen leben, in wenigen Monaten über 120.000 Menschen aufgenommen. „Wir fürchten, dass Preiserhöhungen in Kombination mit der höheren Anzahl der zu ernährenden Personen zu einer Verschlimmerung der Mangelernährung führen, besonders bei Kindern“, erklärt Jean Kith Dely, Projektleiter der Programme in Grande Anse. Ärzte der Welt ist in 10 Gesundheitszentren des Departements tätig und bietet kostenlose Behandlungen an. Parallel dazu wurden zwei ambulante Kliniken eingerichtet, die in 13 kleinen, teils isolierten Dörfern im Departement im Einsatz sind.

Aufbau eines Gesundheitssystems für alle
In dem vor dem Erdbeben bestehenden Gesundheitssystem mussten die Patienten die Kosten aller durchgeführten medizinischen Leistungen direkt selbst bezahlen. Dieses System führte praktisch dazu, dass 47% der Bevölkerung von der medizinischen Versorgung ausgeschlossen wurde.
Ärzte der Welt hat durch ein Pilotprojekt, in dem schwangere Frauen und Kinder kostenlos behandelt wurden bewiesen, dass eine Aufhebung der finanziellen Barriere zur allgemeinen Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung beitragen kann. Seit dem Start des Pilotprojektes in Grande Anse, hat sich die Zahl der Konsultationen in den Gesundheitszentren von Ärzte der Welt vervierfacht. Nun hat sich Ärzte der Welt als Ziel gesetzt, diese Erfahrung auf nationaler Ebene voran zu treiben.

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