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Aktuelles

Das Heldenrennen : Austausch, Spaß und Sport für einen guten Zweck

Das Heldenrennen ist ein europaweit organisierter Spendenlauf mit dem Ziel, gemeinnützige Organisationen zu unterstützen. Dieses Jahr findet das Rennen auch in München statt. ‚Ärzte der Welt' ruft zur Teilnahme und Unterstützung des Münchner Projekts open.med auf! » mehr

Syrien - ‚Ärzte der Welt‘ fordert ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt seine Hilfsaktionen in den Nachbarländern

Mai 2012: Die Gewalt gegen Zivilisten in Syrien nimmt kein Ende. Große Hoffnungen werden weiterhin in den Friedensplan gesetzt, den der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan vorgelegt hatte. ‚Ärzte der Welt‘ verurteilt die Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt zunächst seine Hilfsmaßnahmen in den Nachbarländern, in denen syrische Flüchtlinge Schutz suchen.» mehr

Gesellschaftliche Randgruppen in Europa von Basis-Gesundheitsversorgung ausgeschlossen

Mai 2012: Mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion zum Thema ‚Gesundheit ist kein Luxusgut‘ und in einer Diskussion mit Abgeordneten des Europaparlaments stellte das ‚Ärzte der Welt’-Netzwerk in Brüssel eine Untersuchung zur Gesundheitsversorgung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen in europäischen Ländern vor. » mehr

Thursday, 2012-01-12

„Sie kehren ins Leben zurück“ – Unsere Spezialisten behandeln Menschen mit Augenkrankheiten in Myanmar

Januar 2012. Ein ‚Ärzte der Welt‘- Team von drei Münchner Augenärzten und einer OP-Schwester reiste vor kurzem für zwei Wochen nach Myanmar und behandelte dort zusammen mit zwei burmesischen Augenärzten in der Provinz Rakhine hunderte AugenpatientInnen. Die deutschen und burmesischen Mediziner versorgten die Menschen mit Brillen, behandelten die entzündeten Augen der Patienten mit Salben und Tropfen und führten 60 Operationen durch.

In dem Distrikt Thandwe – hier leben 500 000 Einwohnern ohne einen ansässigen Augenarzt - hatte sich die Ankunft des Spezialisten-Teams schnell herumgesprochen.
„Die Information, dass wir Augenprobleme behandeln und operieren würden, verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Am ersten Tag, als wir anfingen zu untersuchen, standen bereits über 100 Menschen an der Eingangstür des Krankenhauses Schlange und an den nächsten Tagen kamen täglich wieder über 100 neue Patienten,“ so Prof. Klauss, der als einer der drei Augenärzte die Reise nach Myanmar unternommen hat. „Teilweise hatten die Menschen lange mühsame Wege über die Berge auf sich genommen und kamen aus 200 bis 300 km Entfernung in das Distriktkrankenhaus, um sich behandeln zu lassen“, so der Augenspezialist weiter.

Patienten mit verschiedenen Augenkrankheiten
Menschen mit von Entzündungen verklebten Augen, andere, die kaum mehr sehen konnten und viele völlig erblindete Personen waren unter den Patienten. In der ersten Woche wurden diejenigen versorgt, deren Leiden mit Tropfen oder Salben geheilt werden konnten. Auch Brillen hatte das Ärzteteam dabei, verschrieb aber zusätzlich Rezepte für den lokalen Optiker, der am Ort ansässig ist. In der ersten Woche wurden auch die Daten von den Kranken aufgenommen, die operiert werden sollten.

Operationen des grauen Stars bringen das Augenlicht zurück
In den nächsten Tagen führten die Teams, zum Teil parallel, 60 Operationen durch, davon 53 Operationen des grauen Stars. Die Ärzte operierten hierfür unter dem Mikroskop und setzten Kunstlinsen in das kranke Auge ein. Die restlichen sieben Operationen behoben Lidfehlstellungen oder entfernten auch größere Tumore. Alle Operationen wurden ambulant durchgeführt.
„Es ist schön zu sehen, dass man mit diesen Operationen die Menschen quasi ins Leben zurückholt. Normalerweise sehen die Menschen bereits am nächsten Tag wieder 60 %, am darauffolgenden Tag haben sie ihre normale Sehfähigkeit wieder. Und auch wenn wir uns nur über Dolmetscher unterhalten konnten, so sprachen doch die Gesichter Bände, die es kaum fassen konnten, dass ihnen das Augenlicht zurückgegeben worden war, “ beschreibt Prof. Klauss seine Eindrücke,

Hohe Anzahl Blinder in Myanmar
Die WHO hat 2001 veröffentlich, dass Myanmar eine Blindenrate von 0,9% aufweist, eine der höchsten in Asien. Die Nichtregierungsorganisation ‚Vision Myanmar Programm‘ kommt bei einer Studie, die sie in Zentral-Myanmar durchgeführt hat, sogar auf einen Anteil von 8% Blinde an der Gesamtbevölkerung. Viele dieser Menschen leiden am grauen Star und müssten nicht blind sein. Ambulante Operationen wie die, die das Ärzteteam durchgeführt hat, könnten ein Blindsein verhindern, aber es gibt in Myanmar weder genug ausgebildete Augenärzte noch ein ausreichend funktionierendes Gesundheitssystem.

Nachhaltig und präventiv wirken
‚Ärzte der Welt‘ hat im Dezember 2011 mit den ersten Operationen und Behandlungen begonnen. Eingebettet ist diese Arbeit in ein Gesamtprojekt, das über mehrere Jahre die Augenheilkunde in Myanmar unterstützen wird und im Rahmen dessen einen großen Wert darauf legt, dass die Behandlungen auch dann weitergeführt werden können, wenn das deutsche Mediziner-Team nicht mehr vor Ort ist. So werden von Anfang an die nationalen Strukturen genutzt und keine eigenen aufgebaut. Burmesische Ärzte und nationales medizinisches Personal sind bei allen Behandlungen und Operationen dabei; der Fortbildungsaspekt spielt daher eine wichtige Rolle.

Geplant ist, dass das deutsche ehrenamtlich arbeitende Team zweimal im Jahr nach Myanmar reist und die Arbeit ansonsten lokal weitergeführt wird.
Ein erster Schritt ist gemacht, damit blinde Menschen wieder in ein sehendes Leben zurückfinden, erneut sich selbst versorgen, arbeiten und ganz normal ihr Leben gestalten können. ‚Ärzte der Welt‘ wird sich weiter dafür einsetzen, dass dies für mehr Menschen möglich gemacht wird.

Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Olympus Stiftung.

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