Länderliste
Kindersterblichkeit 76‰
Lebenserwartung 63 Jahre
Entwicklungsindex 0,609;
Rang 132 von 180
BIP/Einwohner 2 489 US-Dollar
Projektort
Jaipur – Hauptstadt von Rajasthan
Projektziel
Aufklärung und medizinische Grundversorgung für Mütter und Kinder
Dauer
März 2007 bis März 2010
Gesamtkosten
56 000 Euro
Unterstützung
Unterstützt mit privaten Spendengeldern
India
Gesundheitspolitischer Hintergrund
Trotz des starken Wirtschaftswachstums der letzten zehn Jahre hat sich in Indien das Schicksal von 600 Millionen Menschen, die von weniger als einem Euro pro Tag leben müssen, nicht verbessert. In medizinischer Hinsicht ist eine qualitativ hochwertige Behandlung in einem Land, in dem die Regierung nur 1,3% des Staatsbudgets für die Gesundheit aufbringt, ausschließlich den höheren Kasten vorbehalten. Es gibt zudem starke Unterschiede in der medizinischen Versorgung zwischen den ländlichen und städtischen Gebieten. Zu den ärmsten Gebieten gehört Rajasthan.
Im März 2007 begann Ärzte der Welt mit umfangreichen Aktivitäten in den Elendsvierteln von Jaipur in Rajasthan. Auf Bitten der lokalen Organisation JKSMS (Jan Kala Sahitya Manch Sanstha), wurde ein Programm zur Gesundheitsversorgung für Frauen im gebärfähigen Alter und für Kinder unter fünf Jahren eingerichtet. Die Organisation JKSMS kämpft seit über 20 Jahren gegen die extreme Armut und führt Ausbildungs- und Entwicklungsprogramme durch. Gemeinsam mit ihnen analysierten sieben Gesundheitsberater den Bedarf vor Ort. Sie begleiteten die Patienten zu den Behandlungszentren, beispielsweise für Geburten und setzten sich dafür ein, dass die vom indischen Ministerium errichteten Gesundheitszentren auch die Patienten aus den Elendsvierteln regelmäßig behandeln. In Aufklärungskampagnen machte die JKSMS auf den prekären Gesundheitszustand der Bewohner in den Elendsvierteln, vor allem der Kleinkinder und Frauen im gebärfähigen Alter, aufmerksam. In Jaipur, einer Drei-Millionen-Metropole in Rajasthan, lebt ein Drittel der Stadtbevölkerung in diesen Elendsvierteln. Deshalb unterstützen unter anderem auch Programme von UNICEF die Verbesserung der dortigen Gesundheitsversorgung und initiierten gemeinsam mit JKSMS ein sogenanntes „Welcome-Center Apnaghar“; ein Ort zur Ausbildung und Integration von Straßenkindern in die Gesellschaft. Parallel dazu hat Ärzte der Welt im Rahmen einer Vereinbarung mit der Partnerorganisation JKSMS die Aktivitäten im Einsatzgebiet unterstützt. Aus Deutschland war dazu Gabriele Krüger (Hebamme) als Medizinische Koordinatorin vor Ort aktiv und konnte gemeinsam mit dem lokalen Einsatzteam die Durchführung von verschiedenen Aktivitäten zur Ausbildung und Gesundheitserziehung begleiten.

