Länderliste
Kindersterblichkeit 122‰
Lebenserwartung 54 Jahre
Entwicklungsindex 0.586;
Rang 138 von 182
BIP/Einwohner 881 US-Dollar
Projektort
Rangun, Provinz Kachin und Irrawaddy Delta
Projektziel
Hilfe für die Sturmopfer, Prävention und Behandlung für HIV-infizierte und weitere Infektionskrankheiten
Dauer
Seit 1995 bis auf weiteres
Gesamtkosten
1, 5 Million Euro
Unterstützung
Unterstützt mit privaten Spendengeldern
Myanmar (Birma)
Gesundheitspolitischer Hintergrund
Mit der Verabschiedung einer neuen Verfassung hat die regierende Militärjunta ihre Macht gestärkt. Dennoch bleibt das Land weiterhin international isoliert und kann sich nur auf die Unterstützung weniger Länder, vor allem Chinas, verlassen. Nur 2,3% des Bruttoinlandsprodukts gibt die Regierung für die Gesundheitsversorgung aus, weltweit ist das der niedrigste Anteil überhaupt. In Folge dessen fehlt es vor allem in ländlichen Gebieten an medizinischer Infrastruktur und Personal. Die Bevölkerung Myanmars leidet sowohl unter der ständig steigenden Armut, aufgrund einer restriktiven Volkswirtschaft, als auch unter der zu geringen Investitionen in Bildung und Gesundheit. In Folge dessen ist das Land mit einer besonders hohen HIV/AIDS-Zuwachsrate konfrontiert.
Hilfe für die Opfer des Wirbelsturms
In Folge der Noteinsätze nach dem Wirbelsturm Nargis im Mai 2008 hat Ärzte der Welt seine Aktivitäten im Süden des Landes neu ausgerichtet. Seit Januar 2009 engagiert sich Ärzte der Welt in der Stadt Pyapon im Ayeyarwady Delta für eine Verbesserung der medizinischen Grundversorgung auf lokaler Ebene. In enger Zusammenarbeit mit den „Gesundheitskomitees“ der einzelnen Gemeinden, hat Ärzte der Welt lokale Helfer im Gesundheitsbereich geschult, die dann in den Dörfern über wichtige Gesundheitsthemen wie Hygiene informieren und aufklären. Ziel ist es, Erkrankungen in der Bevölkerung vorzubeugen.
Vorsorge und Behandlung von übertragbaren Geschlechtskrankheiten und AIDS/HIV
Myanmar ist seit Jahren mit einer besonders hohen HIV/AIDS-Zuwachsrate konfrontiert. Erst vor kurzer Zeit hat die burmesische Regierung die Bekämpfung von HIV/AIDS als Priorität in den nationalen Gesundheitsplan aufgenommen. Seit 1995 führt Ärzte der Welt ein HIV-Projekt für Drogenabhängige und Prostituierte in der Provinz Kachin und in der Hauptstadt Rangun durch. An beiden Standorten arbeiten die Teams von Ärzte der Welt mit insgesamt ca. 60 lokalen Angestellten, Ärzten, Krankenpflegern und Gesundheitsberatern zusammen. In Yangon, der größten Stadt des Landes, engagiert sich Ärzte der Welt mit einem Programm zur Unterstützung von Menschen, die durch Drogenkonsum oder Prostitution gesundheitlich besonders gefährdet sind. Die Maßnahmen umfassen einen Zugang zu antiretroviralen Therapien sowie medizinische Hilfe bei Folgeerkrankungen. Ärzte der Welt legt zudem besonderen Wert auf Beratung und Prävention. Verschiedene Selbsthilfegruppen vor Ort, die ehemalige Patienten von Ärzte der Welt gegründet haben, unterstützen unsere Teams bei dem Empfang und der Beratung von neu hinzukommenden Patienten. In der nördlichen Provinz Kachin zielt ein weiteres Projekt darauf ab Risiken, wie etwa die Übertragung von Infektionskrankheiten (HIV, Hepatitis), die mit dem Drogenkonsum verbunden sind, zu mindern. Neben einer ganzheitlichen Unterstützung können Betroffene an einem Methadon Programm teilnehmen. Auch dort erhalten HIV/AIDS-Erkrankte einen Zugang zu antiretroviralen Therapien. Myanmar steht im Gesundheitsbereich vor immensen Herausforderungen.
Augenärztliche Betreuung
Zu wenig ausgebildete Fachkräfte und spezialisierte medizinische Einrichtungen sind eine Barriere für die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung. Das gilt auch für die augenärztliche Betreuung und Behandlung. Der „Graue Star“ (Katarakt) der in Myanmar weit verbreitet ist, führt unbehandelt zur Erblindung. Eine einfache Operation kann weiterhelfen. Ärzte der Welt will sich mit einem augenärztlichen Projekt, das auch Prävention mit einschließt, engagieren und prüft zurzeit geeignete Aktivitäten.

