Länderliste

Kindersterblichkeit 89‰
Lebenserwartung 62 Jahre
Entwicklungsindex 0.593
Rang 137 von 182
BIP/Einwohner 640 US-Dollar


Projektorte
Kampong Cham, O Reang Ov, Phnom Penh, Kampong Thom


Projektziel
Rekonstruktive Chirurgie für Kinder mit Entstellungen im Gesichtsbereich und Fortbildung der lokalen Kräfte


Gesamtkosten 2008
47 000 Euro


Dauer
2008: 3 Einsätze (ca. je 14 Tage) Feb. / März, Mai u. Nov. / Dezember


Unterstützung
Olympus Europa Holding GmbH, Sternstunden e.V., sowie private Spendengelder

Kambodscha

Gesundheitspolitischer Hintergrund

In Kambodscha hat sich das Gesundheitswesen bis heute nicht von der systematisch betriebenen Ermordung bzw. Vertreibung einheimischer Mediziner durch die Roten Khmer erholt. Man nimmt an, dass letztlich nur circa 50 der ehemals gut 1.000 Ärzte den Genozid überlebten. Wegen der dadurch nur noch geringen Anzahl von lokalen Ärzten in Kambodscha ist die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria, Tuberkulose sowie dem Dengue- Fieber eine nahezu unüberwindbare und ständige Herausforderung für das Gesundheitssystem des Landes. Zudem kommt noch, dass eine große Anzahl der wenigen Ärzte in der Hauptstadt Phnom Penh bzw. an Privatkliniken praktizieren. Dadurch ist die Bevölkerung auf dem Land zwangsweise medizinisch unterversorgt. Der Weg zur nächsten Klinik ist, vor allem für die Landbevölkerung, oft sehr weit und zeitaufwendig. Arztbesuche und Operationen sind für viele Kambodschaner unerschwinglich, da Verbrauchsmaterialien und Medikamente selbst bezahlt werden müssen. Die hohen Kosten und der Verlust von Einkünften bei Krankheit sind Hauptgründe von Armut und Verelendung. Nicht von ungefähr lautet ein kambodschanisches Sprichwort auch: „Lieber ein brennendes Haus als krank zu sein.“

Karte Kambodga

Aktion Lächeln

„Opération Sourire – Aktion Lächeln“ lautet der Name des Projektes, das von Ärzte der Welt 1989 in Kambodscha ins Leben gerufen wurde. Es geht um Kinder, deren Gesichter entstellt sind – vor allem durch angeborene Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder durch Meningoencephalozelen, sogenannte Fehlbildungen des Übergangs zwischen Gesichts- und Hirnschädel. Für die betroffenen Kinder bedeutet dies neben den physischen Leiden sehr oft auch soziale Isolation, da viele Familien sie verstecken oder sogar verstoßen. Während in Europa die Korrektur angeborener Lippen- Kiefer-Gaumenspalten – umgangssprachlich Hasenscharten – in fast allen Fällen bis zum sechsten Lebensjahr abgeschlossen ist, bleiben im südostasiatischen Land viele Kinder unversorgt. Aus diesem Grund helfen die Spezialisten von Ärzte der Welt in Kambodscha.

Neben der operativen Tätigkeit besteht eine wichtige Aufgabe des Teams in der Ausbildung und Schulung der Ärzte und Pflegekräfte vor Ort. So kann medizinisches Wissen langfristig weitergegeben werden. Insbesondere in den ländlichen Provinzen fehlen Ärzte mit einer chirurgischen Facharztausbildung. Das durch Ärzte der Welt vermittelte Fachwissen wird auf weitere Bereiche, besonders die Notfallversorgung, Handchirurgie und Anästhesie ausgeweitet. In die Ausbildungsdemonstrationen werden auch regelmäßig Studenten der Universität Phnom Penh mit einbezogen. Oft fehlt es auch an entsprechendem Instrumentarium, an Medikamenten oder anderen Verbrauchsmaterialien. Daher wurde die Anästhesieabteilung im Krankenhaus durch Ärzte der Welt mit Narkose- und Überwachungsgeräten ausgestattet. Im Rahmen von zwei Einsätzen in 2008 und 2009 wurden drei Krankenwägen über Sonderspenden gebraucht gekauft, die seitdem in das lokale Notaufnahmesystem eingegliedert sind. Das Projekt „Operation Sourire“ wird in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern und Behörden durchgeführt.