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Soforthilfe im Nordwesten Pakistans

Foto: Marc v. d. Mullen

Im Sommer 2010 wurde Pakistan von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht: Extreme Regenfälle überschwemmten wochen- und monatelang große Teile des Landes. Knapp 2000 Menschen starben, Millionen Menschen wurden obdachlos. Die Infrastruktur des Landes wurde schwer beschädigt, denn die Überschwemmungen rissen ganze Straßen, Brücken und Gebäude mit. Insgesamt 20 Millionen Menschen waren direkt von der Katastrophe betroffen. Im Nordwesten des Landes, in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, wurden 169 Gesundheitseinrichtungen teilweise oder ganz zerstört. Dort leisteteten die Teams von Ärzte der Welt umgehend Soforthilfe.

In den Bezirken Swabi, Buner und Kohat ist Ärzte der Welt schon seit August 2009 im Einsatz.  Aufgrund von Kämpfen zwischen Taliban und Militär musste damals ein wesentlicher Teil der Bevölkerung fliehen. Die mobile Kliniken von Ärzte der Welt sorgen dafür, dass die Menschen Zugang zur Basisgesundheitsversorgung und Impfprogrammen erhalten. Der Ernährungszustand von PatientInnen wird kontinuierlich beobachtet und bedrohte Personen werden in Ernährungsprogrammen versorgt.

Ausweitung der Maßnahmen

Foto: Marc v. d. Mullen

In Folge der Flutkatastrophe wurde die Hilfe von Ärzte der Welt auch auf die Bezirke Nowshera und Charsadda ausgeweitet. Insgesamt sieben mobile Kliniken waren in der akuten Soforthilfephase für Ärzte der Welt tätig. Pro Woche führten sie an 14 Standorten ca. 2.500 Konsultationen durch. Die mobilen Teams verteilten in ihren Einsatzgebieten lebensnotwendige Güter wie sauberes Wasser, Wasseraufbereitungstabletten, Nahrung, Medikamente und Planen. Die Teams leisteten auch Präventionsarbeit und klärten die Bevölkerung über gesundheitsförderndes Verhalten auf, um sie vor Erkrankungen zu schützen.

„Viele Menschen lebten in Folge der Flutkatastrophe auf engem Raum zusammen. Mangelnder Zugang zu sauberem Trinkwasser führte vermehrt zu Durchfallerkrankungen", erklärt Marc van der Mullen, Koordinator der akuten Soforthilfephase. In der Stadt Kohat eröffnete Ärzte der Welt deshalb in Absprache mit den pakistanischen Gesundheitsbehörden zwei Behandlungszentren für Durchfallerkrankungen.

Nach der Soforthilfe steht nun der Wiederaufbau der zerstörten Gesundheitsstrukturen an. Dies muss vor allem unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen geschehen. Gerade Frauen und Kinder werden bei der Inanspruchnahme von gesundheitlicher Versorgung oftmals benachteiligt. Ärzte der Welt setzt sich dafür ein, dass Frauen und Männer, Mädchen und Jungen gleichermaßen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen erhalten.

Erzielte Ergebnisse

Foto: Jameel Shezad

Insgesamt wurden von den fünf mobilen Teams in den Bezirken Swabi, Buner und Kohat zwischen 1. August 2009 und 30. November 2010 128.505 allgemeine Konsultationen durchgeführt. Die Zielgruppe bildete hier die Bevölkerung, die von den Folgen der Auseinandersetzungen zwischen Taliban und Militär sowie der Flutkatastrophe im Sommer 2010 betroffen war. 3294 schwangere Frauen erhielten Vorsorgeuntersuchungen. Der Ernährungszustand von 19.977 Kindern wurde untersucht; 189 Kinder, bei denen schwere Mangelernährung diagnostiziert wurde, wurden angemessen medizinisch versorgt.

Das zusätzliche mobile Team, das nach einer Bedarfsanalyse in Folge der Flutkatastrophe im Bezirk Charsadda eingesetzt wurde, führte zwischen dem 02. August und dem 31. Oktober 2010 (Ende der Soforthilfephase, die lokalen Gesundheitsbehörden konnten die Gesundheitsversorgung wieder sicherstellen) 6.075 allgemeine Konsultationen (55 % Frauen) durch. 154 Schwangere erhielten Vorsorgeuntersuchungen. 580 Kinder wurden geimpft (BCG, Polio, Masern, fünfwertige Impfstoffe). 82 Frauen erhielten mindestens eine Impfung gegen Tetanus.

Das andere zusätzliche Team, das in Nowshera eingesetzt wurde, führte 8.469 allgemeine Konsultationen (52 % Frauen) durch. 201 Schwangere erhielten Vorsorgeuntersuchungen. 636 Kinder wurden geimpft (BCG, Polio, Masern, fünfwertige Impfstoffe). 148 Frauen erhielten mindestens eine Impfung gegen Tetanus.

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