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Ärzte der Welt in Pakistan: Soforthilfe und langfristiges Engagement
08. Mai 2011. Pakistan wurde 2010 von einer verheerenden Flutkatastrophe überrascht: In Folge der Überschwemmungen wurden ganze Landesteile zerstört. 20 Millionen Menschen waren direkt von den Folgen betroffen. Ärzte der Welt reagierte umgehend und leistete in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa Soforthilfe. Doch auch in anderen Landesteilen ist Ärzte der Welt mit Programmen im Einsatz: In der Provinz Punjab implementiert Ärzte der Welt ein Projekt zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit. Außerdem unterstützt Ärzte der Welt im Punjab Opfer von häuslicher Gewalt.
Soforthilfe im Nordwesten des Landes
Im Sommer 2010 wurde Pakistan von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht: Extreme Regenfälle überschwemmten wochen- und monatelang große Teile des Landes. Knapp 2000 Menschen starben, Millionen Menschen wurden obdachlos. Die Infrastruktur des Landes wurde schwer beschädigt. Insgesamt 20 Millionen Menschen waren direkt von der Katastrophe betroffen. Die Teams von Ärzte der Welt leisteten im Nordwesten des Landes, in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, umgehend Soforthilfe. In der Provinz wurden 169 Gesundheitseinrichtungen teilweise oder ganz zerstört.
Langfristiges Engagement für Frauen in Pakistan
Schon seit 1996 führt Ärzte der Welt im Punjab in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation MCWAK ein Projekt zur Basisgesundheitsversorgung durch und bietet im Bezirk Rahim Yar Kan Gesundheitsdienste für Mütter und Kinder an.
Initiativen der Zivilgesellschaft sowie die pakistanische Regierung baten Ärzte der Welt 2004, sich in der Region für die Opfer von häuslicher Gewalt zu engagieren. Im Punjab bietet die pakistanische Regierung Opfern von häuslicher Gewalt Zuflucht und Unterkunft in sogenannten „Dar-ul-Aman“ („Häuser des Friedens“).
Ärzte der Welt seit 17 Jahren in Pakistan im Einsatz
- Seit 1996: Projekt zur Basisgesundheitsversorgung und Gesundheitsdienste für Mutter und Kinder.
- Seit 2004: Projekt zur Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt.
- 2005 und 2006: Sofort- und Wiederaufbauhilfe nach einem verheerenden Erdbeben.
- Seit 2009: Projekt zur Basisgesundheitsversorgung für Flüchtlinge in Folge der Kämpfe im Nordwesten.
- 2010: Soforthilfe nach der Flutkatastrophe.
Gewalt gegen Frauen – ein globales Problem
Gewalt gegen Frauen ist nicht länderspezifisch: Millionen von Frauen und Mädchen sind tagtäglich geschlechtsspezifischer Diskriminierung, Benachteiligung und Gewalt ausgesetzt. Obwohl Frauenrechte in diversen internationalen Abkommen verankert sind, werden Frauen und Mädchen in der Realität nach wie vor Opfer von Menschenrechtsverletzungen.
Die WHO nimmt an, dass weltweit eine von 5 Frauen im Laufe ihres Lebens Opfer einer (versuchten) Vergewaltigung wird. Oft wirft man den Opfern vor, Schande über die Familie zu bringen, viele Frauen werden daher von ihren Familien verstoßen. Um dies zu verhindern, verschweigen viele das Leid, das ihnen widerfährt. Mindestens jede 3. Frau weltweit war bereits Opfer einer Form von Gewalt, wurde im Laufe ihres Lebens geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen oder Opfer einer anderen Form von Misshandlung.
Gewalt kann innerhalb von Familien oder Gemeinschaften begangenen werden; in bewaffneten Konflikten wird Gewalt gegen Frauen gezielt als Kriegswaffe eingesetzt. Abgesehen davon, dass Gewalt gegen Frauen eine eklatante Menschenrechtsverletzung ist, hat sie auch schwerwiegende Folgen für das öffentliche Gesundheitswesen.







