Ärzte der Welt rettet bei einem Verkehrsunfall in Kambodscha mehreren Menschen das Leben
Das Team von Ärzte der Welt hat bei jedem Einsatz der Aktion Lächeln in Kambodscha einen vollen OP-Plan um Kindern zu helfen. In der Stadt Kampong Cham operieren ehrenamtliche Chirurgen von Ärzte der Welt missgebildete und kranke Kinder kostenfrei. Sie geben Kindern ihr Lächeln wieder. Doch das Engagement der Teammitglieder hört beim Verlassen des Operationssaals nicht auf. Bei Notfällen wie diesem Verkehrsunfall machen sie sich auf den Weg und retten Leben.» mehr
Europäische Erklärung: Drei Millionen fordern freien Zugang zu medizinischer Versorgung für Menschen ohne Papiere
141 Verbände und Organisationen in Europa, die über drei Millionen Beschäftigte des Gesundheitswesens repräsentieren, haben die „Europäische Erklärung: Freier Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Papiere" unterzeichnet. Mit der offiziellen Übergabe der Petition im Europäischen Parlament am 22. März fordern Ärzte der Welt und das HUMA-Netzwerk die Mitgliedsstaaten auf, allen Patienten, und damit auch Menschen ohne Papiere, den uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung...
Wiederausbruch des Konflikts in Jemen
August 2009. Seit August 2009 wurden nach einer Offensive der jemenitischen Zentralregierung gegen die Al-Houthi-Rebellen im Regierungsbezirk Saada 35 000 Menschen zu Flüchtlingen. Ärzte der Welt hilft.» mehr
Erdbeben Haiti - Schnelle medizinische Hilfe für die Schwerverletzten und Kinder vor Ort
20. Januar 2010 - Ärzte der Welt operiert im Zentralkrankenhaus in Port-au-Prince unter katastrophalen Bedingungen. Aufgrund der hohen Anzahl an Verletzten ist ein schnelles Handeln notwendig.
Etwa 40 vor Ort lebende Mitarbeiter des internationalen Netzes von Ärzte der Welt arbeiten weiterhin im zentralen Krankenhaus in Port-au-Prince sowie im Krankenhaus CHOSCAL im Elendsviertel „Cité Soleil“ (dt. Sonnenstadt). Sie leisten ebenfalls Erste-Hilfe-Maßnahmen in Petit Goâve. Weitere Einsatzkräfte und Hilfsmaterialien sind unterwegs in das Einsatzgebiet.
„Das Gerücht muss sich verbreitet haben, dass ausländische medizinische Teams anwesend sind und es kam ein andauernder Strom an Verletzten in Autos, auf Tragen und Schubkarren an“, so unser Team. Die Leichen vor der Leichenhalle wurden entfernt, aber der Geruch bleibt unerträglich, da von den Menschen, die vor dem Krankenhaus unter provisorischen Unterkünften warten, auch manche sterben - Das Erdbeben ist nicht die einzige Todesursache."
Die operierenden Ärzte arbeiten im zentralen Krankenhaus in Port-au-Prince und müssen eine hohe Anzahl an Amputationen durchführen.Das Ausmaß der Verletzungen, die durch das Erdbeben verursacht wurden, und die Unmöglichkeit, die Infektionen zu behandeln, implizieren, dass es zurzeit keine andere Alternative gibt. Angesichts der Anzahl der zu behandelnden Fälle müssen die medizinischen Teams unter den Patienten schnell auswählen, indem sie vorrangig auf die schwersten Fälle sowie auf jüngere Patienten, die operiert werden müssen, fokussieren.
Der 7-jährigen Thélissa musste ein Arm amputiert werden. Sie ist sehr tapfer und erzählte uns über ihr Leben in der Schule, bevor sie anästhesiert wurde. Als sie wieder aufwachte, war sie sehr glücklich, das Versorgungsteam zu sehen und fragte uns nach einem „Shampoo für die Haare, einem milden, weil meine Haare so schmutzig und hässlich sind“. Das kleine Mädchen hat ihre Mutter im Erdbeben verloren.
Die Logistik- und Lieferungsbedingungen erschweren die medizinische Hilfe für die Opfern des Erdbebens. Wegen dieser Logistik- und Sicherheitsgründen mussten Ärzte der Welt ein Basislager in der Dominikanischen Republik einrichten.
„Der Hafen steht unter Trümmern, der Flughafen ist überfüllt und die Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb haben wir uns entschieden, einen logistischen Stützpunkt in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik einzurichten. Das erleichtert uns die Versorgung der Teams in Haiti“, sagt Luca Beltrame, einer unserer Notfallkoordinatoren.
Gérard Pascal, Chirurg für Ärzte der Welt, erzählte uns: „Es ist eine sehr anstrengende Arbeit im zentralen Krankenhaus, es sind so viele Personen, die Noteingriffe brauchen. Es ist sehr warm, 30 Grad im Operationssaal und ca. 40 mit unserer medizinischen Bekleidung. Es fehlt uns die Basisinfrastruktur wie z.B. fließendes Wasser oder auch nur die Grundannehmlichkeiten. Nichtsdestotrotz hatten wir Glück, hier anzukommen und von der amerikanischen Hilfsorganisation International Medical Corps, die bereits hier war, aufgenommen zu werden. Sie haben uns Platz für einen improvisierten OP-Saal gemacht und unterstützen uns sehr, wenn uns Material fehlt. Die Solidarität zwischen den humanitären Trägern ist sehr groß, wenn sie mit Notfällen konfrontiert sind. Das vereinfacht vieles, aber wir warten immer noch auf die Fracht, die irgendwo blockiert ist.
Katiana, 13 Jahre alt, ist mit ihrer Tante ins Krankenhaus gekommen; sie hatte zwei gebrochene Beine und hatte keine neuen Nachrichten von ihrer Mutter und ihrem Vater. „Ich war während des Erdbebens vor meinem Haus. Eine Wand ist auf mich gefallen. Passanten haben mich aus dem Schutt herausgezogen und ins Krankenhaus gebracht. Ich weiß nicht, wie ich meine Eltern kontaktieren kann, das Telefon funktioniert nicht und ich kann offensichtlich nicht nach Hause.“ Ihr wurden beide Beine notfallamputiert.
Dreißig Tonnen Hilfsmaterial, zwei Geländewagen sowie ein logistisches und medizinisches Team aus Paris hat am 17. Januar Haiti endlich erreicht. Am 19. Januar sind zwei Tonnen medizinisches und sanitäres Hilfsmaterial für die Behandlung von Traumata und Brüchen, Zelte für die Einrichtung von zwei Feldlazaretts, Generatoren und Hygiene-Kits für die Personen, die ihr Heim verloren haben, in Haiti angekommen.
Didier, ein Franzose bei dem wir wohnen, kann nicht aufhören, über die Haitianer und was sie in Zukunft erwartet, nachzudenken. “Immer wenn Medien Haitianer erwähnen, ist es negativ; sie erwähnen Gewalt, Plünderungen, Unsicherheit. Aber das ist eine absolute Karikatur. Wenn Sie ihre Solidarität nach dem Erdbeben gesehen hätten! Jeder Nachbar, jeder Passant half bei der Suche nach Überlebenden. Es stimmt, dass es zu Plünderungen gekommen ist, aber es gibt nichts zu essen, was würden Sie an ihrer Stelle machen?
Jacques Lorblanchès, Chirurg: „Ich war in meinem Leben schon auf eine ganze Menge von Einsätzen, z.B. war ich in Bam im Iran nach dem Erdbeben und an der Grenze zwischen Kambodscha und Thailand im November 1979. Aber es gibt nichts Vergleichbares zu dem was hier passiert. Es sind so viele Menschen, die Hilfe brauchen, und so viele Personen, die amputiert werden müssen. Uns fehlt alles, besonders aber fließendes Wasser und Elektrizität. Ohne Behandlung laufen die Personen, die wir operiert haben, die Gefahr einer Blutvergiftung. Den Menschen fehlt es an Nahrungsmitteln, Wasser, grundlegender Hygiene. Sie haben keine Häuser mehr, sie schlafen in den Straßen, alle zusammengehäuft. Es gibt eine hohe Gefahr an Choleraseuche für die kommenden Wochen.
Rückblende auf erste Nachrichten vom Team am 16. Januar
"Wir haben Zugang zu nichts. Wir befinden uns im kanadischen ÄdW-Haus, das während des Erdbebens schwer beschädigt wurde, und es gibt regelmäßige Nachbeben. Wir müssen sehr schnell schreiben, da wir nicht wissen, wie lange wir es noch tun werden können. Wir sind gestern Abend aus Santo Domingo angekommen, hatten einen Busunfall aber keine Verletzungen. Wir haben die Nacht auf dem Rasen der französischen Botschaft mit Erste Hilfe Arbeitern und Journalisten verbracht. Etwas Wasser, kaum Nahrung. Heute Morgen sind wir mit dem OP-Team ins zentrale Krankenhaus gegangen, um einem Team einer bereits anwesenden amerikanischen NGO zu helfen. Wir mussten alles in Ordnung bringen und die Fracht hat Port-au-Prince immer noch nicht erreicht."
Katastrophale Lage: "Hilfeversorgung kommt nicht durch und die Haitianer sind verzweifelt. Wir sehen keine feindlichen Reaktionen; stattdessen warten sie ungeduldig auf internationale Hilfe.Die Gefahr ist groß, dass sich die Lage zuspitzt. Wir sehen Hubschrauber vorbeifliegen und LKWs vorbeifahren, aber die Versorgung erreicht die Menschen nicht."
Lage im zentralen Krankenhaus: "Der Innenhof ist mit provisorischen Betten überfüllt, viele Verletze. Die Leichenhalle ist voll und die Leichen verwesen auf dem Boden. Viele sind durch das Erdbeben verletzt worden, aber es sind auch noch andere gewöhnliche Krankheiten zu behandeln, da das Krankenhaus scheinbar seit 2 Monaten im Streik stand ..."
spenden Sie für die schnelle Hilfe für die Verletzten des Erdbebens auf Haiti u.a.
Zur Erinnerung:
Vor dem Erdbeben war Ärzte der Welt mit mehreren Langzeitprogrammen (Ernährung, Mutter-Kind Versorgung, infektiöse Erkrankungen, Unterstützung von Gewaltopfern, Adoption in 2 Waisenhäusern, usw.) in Port-au-Prince, Cité Soleil, Grande Anse, Petit und Grand Goâve tätig. Das Team bestand aus 75 Einheimischen und 12 vor Ort lebenden Ärzte der Welt-Mitarbeitern.


