Haiti – Ein Jahr nach den Wirbelstürmen
August 2009 - Am 25. August 2008 traf der erste von vier Wirbelstürmen auf die Küste von Haiti. Ärzte der Welt war damals direkt vor Ort. Über die akute Katastrophe hinaus setzt sich Ärzte der Welt für eine Fortführung der kostenfreien medizinischen Versorgung für Frauen und Kinder unter fünf Jahren ein.» mehr
Erdbeben Haiti - Schnelle medizinische Hilfe für die Schwerverletzten und Kinder vor Ort
20. Januar 2010 - Ärzte der Welt operiert im Zentralkrankenhaus in Port-au-Prince unter katastrophalen Bedingungen. Aufgrund der hohen Anzahl an Verletzten ist ein schnelles Handeln notwendig.» mehr
Münchner Arzt gibt Kindern in Kambodscha ein Lächeln
Vom 15. bis zum 29. März behandelte ein internationales Team von Ärzte der Welt - Médecins du Monde Deutschland in Kambodscha Patienten mit Entstellungen, Fehlbildungen und Verletzungen insbesondere im Bereich des Gesichtes und der Hände. Aktion Lächeln lautet der Name des Projektes, das von Ärzte der Welt 1989 in Kambodscha ins Leben gerufen wurde. Neben anderen Ärzten aus Frankreich, Ungarn und Deutschland nahm auch der Stuttgarter Hand-/Mikrochirurg Dr. Nikolaus Johannes Wachter an dem...» mehr
„Das Recht auf Gesundheit kann nicht warten!“
Bei ihrem Besuch des Münchner Projekts open.med von Ärzte der Welt am Freitag, 04. Februar 2011, bekräftigte Barbara Lochbihler, MEP (Bündnis 90 / Die Grünen), die Notwendigkeit einer effektiven Umsetzung des Rechts auf medizinische Versorgung für alle.
Im Gespräch mit Marion Chenevas (Ärzte der Welt) und Birgit Poppert (Cafe 104) betonte die Menschenrechtsexpertin Barbara Lochbihler die Relevanz des Einsatzes von Ärzte der Welt für einen gleichberechtigten, barrierefreien Zugang zur medizinischen Versorgung für alle in Deutschland und Europa: "Dem Recht auf Gesundheit kommt bei der Durchsetzung der Menschenrechte und im Kampf gegen extreme Armut eine Schlüsselstellung zu. Art. 12 des UN-Sozialpakts macht deutlich, dass jeder Mensch das Recht auf das ihm erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit hat. Auch Deutschland hat diesen Pakt ratifiziert."
Die europäische und deutsche Migrationspolitik jedoch erschwert eine notwendige und bedarfsgerechte Versorgung von Menschen ohne Papiere. Eine restriktive Gesetzgebung, administrative Barrieren und die häufig anzutreffende Diskriminierung der Betroffenen in den Einrichtungen des Gesundheitswesens halten viele Menschen ohne Papiere davon ab, sich im Krankheitsfall behandeln zu lassen. Menschen ohne Aufenthaltsstatus haben in Deutschland zwar Anspruch auf medizinische Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die Kostenerstattung einer Behandlung erfolgt jedoch über die zuständigen Sozialämter, die dazu verpflichtet sind, die Betroffenen der Ausländerbehörde zu melden (Meldepflicht). Die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe kann somit zur Aufdeckung eines nicht legalen Aufenthaltes und einer anschließenden Ausweisung führen.
"Die de facto Verweigerung medizinischer Hilfe durch Meldepflichten bei Papierlosen und Menschenrechtsverletzungen an traumatisierten Flüchtlingen sind Anlass genug, auch in Deutschland für die Opfer von Verletzungen des Rechts auf Gesundheit einzutreten. Für alle, ohne Diskriminierung und ohne Verzug,“ betonte Barbara Lochbihler.
Um auf die Situation von Menschen ohne Papiere aufmerksam zu machen, veröffentlichte Ärzte der Welt und das Europäische HUMA Netzwerk Ende 2010, die Europäische Erklärung „Freier Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Papiere“. Mit dieser Erklärung wird auf die Verletzung des Menschenrechts auf Gesundheit aufmerksam gemacht, die Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung tagtäglich erleben. Außerdem werden aus Sicht der Gesundheitsberufe Empfehlungen formuliert, wie den bestehenden Ausgrenzungen begegnet werden kann.
Barbara Lochbihler hat die Erklärung bereits unterschrieben, denn „das Recht auf Gesundheit kann nicht warten!" Neben unzähligen Verbänden und Vereinen, u.a. PRO ASYL, IPPNW, VDÄÄ gehören auch Tom Königs, MdB (Bündnis 90/ Die Grünen), Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und Dr. Monika Hauser, Alternative Nobelpreisträgerin 2008, zu den Erstunterzeichnern.
Die Europäische Erklärung „Freier Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Papiere“ kann online auf der Webseite www.huma-network.org unterzeichnet werden.
Open.med: die medizinische Anlaufstelle von Ärzte der Welt im Zentrum Münchens
Seit September 2006 bietet open.med medizinische Versorgung und soziale Beratung für Menschen ohne Krankenversicherung - ohne Rücksicht auf ihren Aufenthaltsstatus. 2009 wurden 1.155 Konsultationen durchgeführt. Ca. 15% der Patienten hatten zur Zeit ihres ersten Besuchs bei open.med keinen Aufenthaltsstatus in Deutschland.


