Darfur: Meningitis auf dem Vormarsch Ärzte der Welt startet eine Impfkampagne
München/Paris, 24. April 2009. Seit Anfang April häufen sich die Fälle von Meningitis des Typs A im Osten von Jebel Marra, wie die fünf Gesundheitszentren von Ärzte der Welt in der Region mitteilen. Um den Ausbruch einer Epidemie zu verhindern, wird nun eine Impfkampagne gestartet.» mehr
Europäische Erklärung: Drei Millionen fordern freien Zugang zu medizinischer Versorgung für Menschen ohne Papiere
141 Verbände und Organisationen in Europa, die über drei Millionen Beschäftigte des Gesundheitswesens repräsentieren, haben die „Europäische Erklärung: Freier Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Papiere" unterzeichnet. Mit der offiziellen Übergabe der Petition im Europäischen Parlament am 22. März fordern Ärzte der Welt und das HUMA-Netzwerk die Mitgliedsstaaten auf, allen Patienten, und damit auch Menschen ohne Papiere, den uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung...
Pressemeldung: Ärzte der Welt Ausstellung auf dem Tollwood
Vom 24.11.2010 bis zum 22.12.2010 ist die Ärzte der Welt Ausstellung „Exil, Exit? – Leben ohne Papiere in Europa“ in dem Ärzte der Welt-Zelt auf dem Tollwood zu sehen. Diese Foto- und Audioinstallation entstand aus Fotoreportagen von Olivier Jobard. Ergänzend informiert Ärzte der Welt mit einem Bericht über den Zugang zur medizinischen Versorgung von „Menschen ohne Papiere“ in Europa.» mehr
Ein Jahr nach dem Erdbeben in Haiti zieht Ärzte der Welt Bilanz
München / Port-au-Prince, 11.01.2010 - In einer in Port-au-Prince einberufenen Pressekonferenz berichteten gestern Vertreter des internationalen Netzwerkes von Ärzte der Welt, unter ihnen der Münchner Kinderarzt und Vorstandsmitglied von Ärzte der Welt Deutschland, Dr. Peter Schwick, über die geleistete Arbeit und stellten sich den Fragen der nationalen und internationalen Presse.
Die Organisation Ärzte der Welt ist bereits seit 1989 in Haiti aktiv und setzt sich für medizinische Versorgung in der Hauptstadt Port au Prince - unter anderem in Elendsvierteln wie der Cité Soleil - sowie in den südwestlichen Landesteilen Grande Anse, Nippes und Petit Goâve ein. Sie betreibt neben der ärztlichen Grundversorgung medizinische und psychosoziale Projekte für Gewaltopfer, Ernährungsprogramme für Kinder und Projekte zur Betreuung von Schwangeren und Kleinkindern. Viele Menschen können auf Grund ihrer Armut die kostspieligen staatlichen Gesundheitsleistungen nicht in Anspruch nehmen. Somit lebt knapp die Hälfte der Bevölkerung ohne Zugang zum Gesundheitssystem. Folgen sind ins besondere eine unverhältnismäßig hohe Säuglings- und Müttersterblichkeit.
Nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010 konnte Ärzte der Welt vorhandene Strukturen nutzen und schnell Hilfe leisten. In bestehenden Krankenhäusern und selbst errichteten Gesundheitszentren wurden circa 800 chirurgische Eingriffe durchgeführt. Die medizinische Grundversorgung wurde im Verlauf des letzten Jahres intensiviert, da große Teile des öffentlichen Gesundheitssystems zusammengebrochen waren. Die Teams von Ärzte der Welt führten in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen ca. 580 000 medizinische Konsultationen durch. Von den 1 268 Mitarbeitern, die sich derzeit im Einsatz befinden, sind 95 % Haitianer.
Der Bedarf nach medizinischer Hilfe bleibt auch weiterhin groß: Pro Woche kommen circa 9 250 medizinische Behandlungen hinzu.
Ende Oktober 2010 wurde über erste Cholerafälle berichtet. Wieder musste das Netzwerk von Ärzte der Welt schnell helfen, um gegen die sich rasant ausbreitende Cholera-Epidemie anzukämpfen. Zu diesem Zweck stellte Ärzte der Welt 5 Cholerabehandlungszentren und 11 Cholerabehandlungseinheiten zur Verfügung.
„Derzeit sind landesweit circa 200 000 Cholerafälle gemeldet, von denen 3 600 tödlich verlaufen sind. Insbesondere in den ländlichen Gegenden der südlichen und südwestlichen Provinzen ist die Situation weiter angespannt: dort müssen unsere Mitarbeiter bis zu 200 neu Erkrankte pro Tag behandeln“, berichtet Dr. Peter Schwick.
Um ein weiteres Ausbreiten der Krankheit zu vermeiden, sind wichtige Schwerpunkte der Arbeit Informations- und Präventionsmaßnahmen, die auf allen Ebenen der laufenden Projekte durchgeführt werden.
Der Wiederaufbau des Landes verläuft sehr langsam. Daher herrscht bei vielen Haitianern zunehmend Frustration und Enttäuschung. Auch ein Jahr nach dem Erdbeben hat sich an ihren – oftmals prekären - Lebensbedingungen nicht viel geändert.
Im Rahmen einer Geberkonferenz versprach die internationale Gemeinschaft im März 2010, Haiti mit zehn Milliarden Dollar beim Wiederaufbau zu unterstützen. Doch rund ein Jahr nach der Katastrophe zögern immer noch viele Geldgeber, ihre Verpflichtungen einzuhalten. Lediglich einige 100 Millionen Dollar wurden bisher ausgezahlt.
Wenn die internationale Gemeinschaft ihr Versprechen beim Wiederaufbau zu helfen nicht einhält, besteht für Haiti die Gefahr eines zweiten Erdbebens und zwar in wirtschaftlicher, sozialer und schließlich politischer Hinsicht. So rückt die Chance für Haiti, aus der Armut zu entkommen, in weite Ferne. Eine langfristig angelegte Unterstützung beim politischen und wirtschaftlichen Aufbau des Landes bleibt bisher aus. Es besteht also die Gefahr, dass das Erdbeben vom 12. Januar 2010 nur als eine weitere Tragödie in die Geschichte des Landes eingeht.
Aber es ist noch nicht zu spät die Versprechen gegenüber der haitianischen Bevölkerung einzuhalten!
Ein Jahr nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 stellt sich Ärzte der Welt weiter den Herausforderungen in Haiti:
Wir unterstützen das Gesundheitssystem in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden und anderen Organisationen um möglichst vielen Menschen die dringend benötigte medizinische Hilfe zu bieten und helfen, ein langfristig eigenständig funktionierendes Gesundheitssystem, das möglichst allen Haitianern offen stehen sollte aufzubauen.
Kontakt Presse
Dr. Peter SCHWICK bis zum 11.01.2011 in Port-au-Prince erreichbar unter:
Tel: +509 36 35 54 92
E-Mails bitte an damien.perrot
aerztederwelt
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Für Anfragen ab dem 12.1.2011 wenden Sie sich bitte an
Ärzte der Welt Deutschland:
Damien PERROT
Tel: +49 (0) 89 45 23 08 111
E-Mail:damien.perrot
aerztederwelt
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