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Cholera in Haiti: Zahl der Erkrankungen nimmt wieder zu

Juni 2011 - Die Cholera-Epidemie, die sich seit Ende letzten Jahres in Haiti ausbreitete, war zu Beginn des Jahres bereits auf dem Rückzug. Jetzt, knapp sieben Monate nach dem Ausbruch der Seuche, beobachtet Ärzte der Welt eine Zunahme der Cholera-Fälle in Haiti. Die einsetzende Regenzeit wird das Wiederaufflammen der Epidemie wohl noch verstärken. » mehr

Ärzte der Welt im Hilfseinsatz in Myanmar

„Tausende von Betroffenen, die in Schulen Schutz gefunden haben, werden in den nächsten Tagen von dort vertrieben. Sie sollen die Räume freimachen zur Einrichtung von Wahlbüros für das Referendum über eine neue Verfassung - die Wahl war in den Katastrophengebieten kürzlich verschoben worden.“ Françoise Sivignon, Projektkoordinatorin Birma, nach ihrer Rückkehr aus Rangun» mehr

Hommage an die Verwirklichung von Menschenrechten

Ausstellung prämierter internationaler Fotoreporter in Berlin-Mitte» mehr

Friday, 2009-09-25

International verbrieft und dennoch missachtet: Das Recht auf medizinische Versorgung in Europa

Médecins du Monde veröffentlicht die zweite Untersuchung des „European Observatory on Access to Healthcare“ über den Zugang zur medizinischen Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltstitel in Europa. Fundierte Zahlen und Fakten ermöglichen eine Evaluation im internationalen Vergleich und bringen Versorgungsdefizite ans Licht, mit denen die Betroffenen vor allem im Krankheitsfall konfrontiert sind.

Die Ergebnisse der Untersuchung basieren auf den Erfahrungsberichten von 1220 Menschen ohne Aufenthaltstitel aus elf europäischen Ländern. Analysiert wurden vor allem die Arbeits- und Wohnbedingungen der Betroffenen sowie ihr Zugang zu medizinischer Hilfe. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Situation von Kindern und schwangeren Frauen.

Eine restriktive Gesetzgebung, Informationsmängel, bürokratische Hindernisse sowie Diskriminierung führen zu Versorgungsmängeln:

  • Gesundheitliche Probleme sind kein Migrationsgrund: Die befragten Menschen flüchteten vor allem vor Armut, Bedrohungen und Freiheitsentzug und emigrierten mit dem Ziel, ihren Kindern eine Zukunft zu sichern.
  • Die Gewalt, die sie vor, während und nach ihrer Migration erfahren haben, sowie ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen beinträchtigen ihren Gesundheitszustand erheblich.
  • Die Betroffenen sind mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert, um Zugang zu einer Krankenversicherung, zur Vorsorge sowie zu medizinischen Leistungen zu erhalten.
  • Die medizinische Betreuung der Betroffenen ist unzureichend: 45% der Gesundheitsprobleme wurden überhaupt nicht behandelt.
  • Selbst schwangere Frauen und minderjährige Kinder erhielten keinen Schutz: Lediglich 48% der schwangeren Frauen wurden während ihrer Schwangerschaft betreut.

Eine zentrale Forderung: Die Einhaltung des Rechtes auf medizinische Versorgung in Europa

Ärzte der Welt - Médecins du Monde fordert die Befassung und einen Beschluss des neu gewählten Europäischen Parlaments. Dieser soll einen gleichberechtigten barrierefreien Zugang zur medizinischen Versorgung aller in Europa lebenden Menschen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus oder ihren finanziellen Möglichkeiten – zum Ziel haben. Eine strenge Trennung zwischen Gesundheits- und Einwanderungspolitik ist unabdingbar.

Wir fordern insbesondere:

  • Das ausdrückliche Verbot jeglicher Übermittlung personenbezogener Daten an die Ausländerbehörden.
  • Kohärente und effektive Maßnahmen in allen europäischen Staaten, die besonders minderjährigen Kindern und schwangeren Frauen einen Gesundheitsschutz garantieren und einen freien Zugang zur Vorsorge sowie zu medizinischen und rehabilitativen Leistungen ermöglichen.
  • Den Schutz von schwer erkrankten Einwanderern, für die kein ausreichender Zugang zur medizinischen Versorgung in ihrem Herkunftsland besteht. Diese Menschen dürfen nicht abgeschoben werden!

Ärzte der Welt und das Recht auf medizinische Versorgung in Deutschland :
Pressekonferenz am 23. November in Berlin

In Deutschland bietet u.a. unser Projekt open.med in München eine basismedizinische Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung an. Als Teil des Netzwerkes von Médecins du Monde beteiligte sich open.med aktiv an der jetzt in Brüssel vorgestellten europäischen Studie und befragte Patienten, die ohne Aufenthaltstitel in Deutschland leben. Eine Pressekonferenz am 23. November in Berlin wird die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit vorstellen und das Thema speziell aus deutscher Sicht beleuchten.

Weitere Information zum Münchner Projekt open.med finden Sie hier.

Die Pressemappe sowie den vollständigen Bericht zur zweiten Untersuchung des „European Observatory on Access to Healthcare“ finden Sie in der Rubrik "Infos & Presse"

 

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